Linz komme besser aus der Krise als Wien oder Salzburg, weil es weniger abhängig vom internationalen Tourismus sei, sagt Tourismusdirektor Georg Steiner. Künftig wollen sie vom Trend zu kürzeren Ferien ohne Flugzeug profitieren.
Viele Touristen in Linz im Juni
2019 erreichte der Tourismus in Linz mit knapp 935.000 Nächtigungen einen Allzeitrekord. Nach dem CoV-bedingten Einbruch in den Jahren 2020 und 2021 hat sich die Buchungslage nun erholt. Im Juni beispielsweise wurden dieses Jahr 84.774 Nächte gezählt – im langjährigen Vergleich der zweitbeste Juni-Wert nach 2019 mit 88.331 Nächten, ähnlich sah es im Mai aus. Laut Steiner legen jetzt wieder Kreuzfahrtschiffe an, die aber vor allem aus hygienischen Gründen oft halbleer sind.
Für Linz werden mehr Bahnverbindungen benötigt
Für die Zukunft sieht Steiner ein mögliches Negativszenario – „Die Leute bleiben zu Hause und sammeln Holz“ – und ein positives Szenario: „Die Leute reisen näher an“ und nutzen das Flugzeug weniger. Handlungsbedarf sieht er deshalb bei der Gleisdichte, aber auch bei Reisemobilen. Linz braucht für sie einen ordentlichen Parkplatz, denn „diese Welle rollt in vollen Zügen“. Und wer sich ein Wohnmobil für 100.000 Euro leisten kann, lässt das Geld ruhig in der Stadt, will er die Touristen nicht als Reisende abtun.
Nutzen Sie die Fahrrinne für die Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024
Insgesamt möchte sich Steiner stärker auf Pakete und Touren konzentrieren und dafür andere Standorte sowie Reiseveranstalter erreichen. Als Beispiel nennt er Fahrten entlang der Donau oder entlang der Fahrrinne der Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024. Manfred Grubauer, Aufsichtsratsvorsitzender von Linz Tourismus, will sich auch stärker dafür einsetzen, dass die immer beliebter werdenden Bahnverbindungen zu großen werden Städte “gehen und in die andere Richtung” und Gäste könnten von dort nach Linz gebracht werden.
2023 wird es an der Spitze einen Wechsel geben
Die Führungsetage von Linz Tourismus soll in den kommenden Monaten altersbedingt neu besetzt werden: Derzeit läuft die Suche nach Steiners Nachfolger, der im ersten Quartal 2023 übernehmen soll. Grubauer wird danach nicht mehr für ein Vorstandsmitglied kandidieren Ende der Aufsichtsratsperiode im März.
Zuvor steht ein neuer Imagefilm kurz vor der Veröffentlichung. Das selbstironische Video „Linz ist Linz“ hatte im Vorjahr mit Worten wie „Linz ist ein bisschen rassistisch“ oder „alles andere als perfekt“ polarisiert und den Stadtrundgang irritiert. Außerhalb des Rathauses kam es jedoch gut an, wie eine Million Aufrufe auf verschiedenen Kanälen und 13 Werbepreise zeigen.
Imagefilm: Ein anderer Ansatz, aber nicht weniger kreativ
Über das neue Imagevideo wurde noch nichts verraten, nur so viel: „Das wird ein ganz anderer Ansatz, aber nicht weniger kreativ“, sagt Steiner – und deutete an, dass die scheidenden Tourismusverantwortlichen vielleicht mehr Selbstvertrauen haben als andere.
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