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Nach heftigem Schlag: Shawinsky fährt dem Schweizer Fernsehen auf den Karren – SRG revanchiert sich

Aktualisiert24. April 2022, 18:58 Uhr

Radio-Pionier Roger Shawinski, 76, kritisierte in einem Interview SRF-Direktorin Natalie Woopler und das Programm des Senders scharf. SRG-Zähler.

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Roger Shavinsky teilt gegen SRF-Direktor …

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Er könne nicht verstehen, wie die Mitarbeiter behandelt würden.

Wikipedia / Homerley

  • Roger Shawinski kritisiert das SRF scharf.

  • Das Programm ist einfallslos, die Führung ohne Stil.

  • Ihm zufolge soll die Führung gewechselt werden.

Roger Shawinsky ist dafür bekannt, sich von seinen Worten nicht überraschen zu lassen. Nun nutzt der Pionier des Schweizer Radios noch einmal die Gelegenheit, seine Meinung zu äussern – und er lässt kein nettes Haar auf SRF, wo er bis Anfang 2020 die Talkshow «Schawinski» moderierte. Shawinski kämpfte auch gegen SRF-Direktorin Natalie Wopler.

Der Ratgeber sei überbezahlt, sagte der Chef von Radio 1 im Gespräch mit dem SonntagsBlick. Dass eine 20-prozentige Gehaltserhöhung gewährt wurde, während Mitarbeiter aus Kostengründen entlassen wurden, findet Shavinsky “ziemlich beschämend”. Er fuhr fort, den Vorschlag als “uninspiriert” zu bezeichnen. “In der Wapler-Ära fiel mir tatsächlich nichts Neues ein, das Auswirkungen hatte.”

Führungswechsel und neue Kreativität

Mit YouTube- oder Tiktok-Formaten versucht man vergeblich, ein junges Publikum zu erreichen. Außerdem können Inhalte selten mit einem öffentlichen Dienstleistungsauftrag kombiniert werden. „Das untergräbt die Legitimität von SRF als Bezahlanbieter, für den alle zahlen müssen.“ Das YouTube-Format „Talkabout“ stünde besser mit einem „schmutzigen Privatanbieter wie RTL 2“ zusammen.

Für Shawinski ist klar, was es braucht, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen: Die Führung muss verändert werden, um wieder Menschen im Management zu haben, „die die Medien und Mitarbeiter lieben (…) und Kreativität ins Programm legen ihrer Tätigkeit. Denn ansonsten hat die sogenannte Halbierungsinitiative weitaus bessere Chancen als die damalige Initiative ohne Aufladung.

Auf Anfrage von 20 Minuten schrieb die SRG am Sonntag über die harsche Kritik. Der Vorwurf des “überbezahlten Managements” und einer 20-prozentigen Gehaltserhöhung sei “verdächtig und populistisch”. «Die Kadermitarbeitenden der SRG erhalten im Branchenvergleich einen durchschnittlichen Lohn und haben keine 20-prozentige Lohnerhöhung erhalten.» Das weiß auch Roger Shawinski. „Außer dem Lohnsystem hat sich nichts geändert. Deshalb werden die Mitarbeiter nicht mehr bezahlt.“

„Shavinsky kann Kontakt zum persönlichen Austausch aufnehmen“

Das Unternehmen schreibt auch, dass die persönliche Meinung von Herrn Shawinski zu dem Angebot für junge Verbraucher „legal“ sei. „Aber es gehört nicht mehr unbedingt zum Zielpublikum junger Formate.“ Die SRG beschreibt das Angebot als „vielfältig und kreativ“.

Auch 20 Minuten wollten wissen, ob sie das Gespräch mit Shawinsky suchen oder sich anderweitig einmischen würden. Sie sagen, Diskurs gehört bei einem öffentlich-rechtlichen Medienunternehmen wie der SRG immer dazu. “Roger Shawinsky ist ein besonders engagierter Denker, der sich immer verbinden kann, wenn er einen persönlichen Austausch wünscht.”

Ihm droht eine mögliche Abstimmung zur Halbierungsinitiative: «Wenn wir nach der letzten Volksinitiative im Jahr 2018 den öffentlichen Dienst in der Schweiz erneut verteidigen müssen, werden wir das mit aller Kraft tun und die Folgen dieser destruktiven Initiative deutlich machen. »

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(dmo)