Germany

Nach Wahlsieg von Georgia Meloni: Söder fordert „Brandmauer gegen Rechts“ | Regional

Nach dem Wahlsieg von Georgia Meloni |

Söder fordert „Brandmauer gegen Rechts“

München – Die CSU zieht eine klare Linie zwischen ihrer Politik und der italienischen Wahlsiegerin Giorgia Meloni (45).

Nach Informationen von BILD haben sich mehrere Mitglieder der Parteispitze dafür ausgesprochen, deutlich Abstand zu Meloni und ihrer Partei Fratelli d’Italia zu halten. Manfred Weber (50, CSU), Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europaparlament, versuchte, die rechte italienische Partei zu verteidigen, wurde aber allein gelassen.

Der Vorsitzende Markus Söder (55, CSU) sagte: „Wir müssen rechts eine Abwehrmauer errichten.“ Die AfD ist derzeit die einzige Partei, die Melonis Wahlsieg feiert. Es ist ein Problem, wenn bürgerliche Kräfte Radikale übernehmen.

Der CSU-Vorsitzende Markus Söder leitet am Montag die CSU-Vorstandssitzung in der Münchner Landesverwaltung

Foto: Matthias Balk/dpa

Alexander Dobrindt (52), Leiter der Landesgruppe im Bundestag, nannte das Wahlergebnis in Italien “antieuropäisch”. Er ist sehr besorgt. „Die Alternative für Deutschland und Marie Le Pen applaudieren.“ Dobrind stellt klar: „Die Nachfolger der Postfaschisten können und sollen nicht unsere Partner sein.“

Auch Fraktionssprecher Florian Hahn (48), CSU-Außenminister, erklärte: „Zentral ist für uns, dass wir keine Partei unterstützen, die Postfaschisten oder Rechtsextremisten eine Mehrheit gibt.“

auch lesen

Diese Äußerungen waren auch Kritik an Manfred Weber (50, CSU), dem Vorsitzenden der EVP-Fraktion im Europaparlament. In den vergangenen Wochen zeigte er Sympathie für den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, 85, und trat für ein Bündnis rechter Parteien ein. An Bord sagte er: “Ich möchte warnen, dass wir heute Meloni verkaufen.”

Auch interessant

Mit dieser Meinung war er allein. Söder forderte „maximale Zurückhaltung“ und erklärte: „Ich halte Berlusconi für eine sehr umstrittene Person.“ Auf einer Pressekonferenz nach der Vorstandssitzung stellte er klar: „Es ist nicht die Aufgabe der EVP, rechtsnationale Parteien zu unterstützen.“

Die als rechtskonservativ geltende Partei Fratelli d’Italia von Giorgio Meloni erhielt bei der Wahl am Sonntag 25,5 Prozent der Stimmen. Silvio Berlusconis konservative Parteien Lega (8,5 Prozent) und Forza Italia (7,9 Prozent) haben sich mit ihr verbündet. Zusammen kommen die drei Parteien auf 42 Prozent. Offenbar reicht das für die meisten Stimmen im Parlament.