Dieser mutige Auftritt zeigt, dass im Bild des Kreml-Despoten Wladimir Putin kein Platz mehr für bestehende Landesgrenzen und Völkerrecht ist. Er lebt in der Vergangenheit, spricht von “russischem Land”!
Sein Vorbild: Peter der Große!
Bei der Eröffnung einer Ausstellung zum 350. Geburtstag von Zar Putin schwärmte er von seinen militärischen Erfolgen gegen Schweden im Großen Nordischen Krieg (1700-1721), in dem Russland um die Vorherrschaft im Baltikum kämpfte.
Peter eroberte das Gebiet um das heutige St. Petersburg nicht von den Schweden, sondern „eroberte“ es. Das “ist offensichtlich unser Schicksal”, zog Putin einen zynischen Vergleich mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine, die er für einen historischen Teil Russlands hält.
Dann schamlos zu prahlen: “Ja, es gab Zeiten in der Geschichte unseres Landes, in denen wir gezwungen waren, einen Rückzieher zu machen – aber nur, um wieder zu Kräften zu kommen und voranzukommen.”
PUTIN, WILL-GROß! Offenbar erfreut sich der Kriegshetzer kruder Allmachtsphantasien.
Das Problem: Fast niemand widerspricht ihm mehr. Putins Propagandagift steckt zu tief in den Köpfen der Russen. Im Staatsfernsehen wird über Angriffspläne auf die baltischen Republiken diskutiert, sogar über die Eroberung der schwedischen Insel Gotland. Und DAS in einem Land, das 2018, als es die WM ausrichtete, noch modern und weltoffen war.
Besonders im Visier der Kreml-Falken: Litauen. Ein Abgeordneter von Putins Partei Einiges Russland will die Sezession des Landes “anfechten”, da die Anerkennung der Unabhängigkeit von Moskau (1991) “illegal” sei.
Der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis, 40, nahm die Provokationen ernst und warnte BILD: „Die Souveränität eines Landes kann in Frage gestellt, unser Territorium besetzt werden.“ Ähnlich sieht es in Finnland aus, seit ein Video einen Raketentransport an der finnischen Grenze zeigt.
Auch die Regierung von Helsinki befürchtete zuletzt, Moskau könnte Migranten über die Grenze schmuggeln, um das Land zu destabilisieren. Die Behörden sagten, dass so schnell wie möglich ein 1.300 Kilometer langer „starker Sperrzaun“ gebaut werden sollte.
Die Finnen und Schweden treten der NATO bei
Mit einer diplomatischen Offensive versucht Schweden, seinen Mitte Mai von der Türkei blockierten Nato-Beitrittsantrag zu beschleunigen. „Schweden wird zur Sicherheit der NATO insgesamt, einschließlich der Türkei, beitragen“, sagte Außenministerin Anne Linde gestern.
Und: Ihr Land verurteilt den Terrorismus scharf. Hintergrund: Der türkische Präsident Edogan wirft Finnland und Schweden vor, kurdische „Terrororganisationen“ zu unterstützen. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wird Anfang dieser Woche in beiden Ländern erwartet.
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