Seit Anfang dieses Jahres verfügt das LKH Hartberg über eine Ambulanz für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen. Schnell sei klar geworden, dass die Nachfrage das Angebot mehr als verdoppelt habe, sagt Ambulanzleiter Thomas Trabi.
Große Nachfrage – verlängerte ambulante Sprechzeiten
Monatlich wurden mehr als 200 Prozent mehr junge Patienten behandelt als geplant. Laut Trabi, selbst Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, haben sich die Wartezeiten für den Erstkontakt in kürzester Zeit auf mehrere Monate erhöht.
Aus diesem Grund wird die Arbeitszeit der Ambulanz nun auf vier Tage die Woche ausgeweitet – nur dienstags ist die Ambulanz geschlossen.
Tagesklinik mit sechs Plätzen
Reicht die ambulante Behandlung von Kindern oder Jugendlichen nicht aus oder ist eine intensivere Diagnostik erforderlich, besteht nun auch die Möglichkeit, in der Tagesklinik des LKH Hartberg zu bleiben. Hier sind sechs Stellen zu besetzen
Aufgenommen werden können junge Patienten im Alter zwischen 5 und 17 Jahren, die an Essstörungen, Depressionen, Zwängen, Sozialverhaltensstörungen oder ADHS leiden. Auch die Eltern werden eng in die Behandlung eingebunden, beispielsweise im Rahmen von Familiengesprächen.
Zwei Lehrer unterrichten die Patienten
Da ein Großteil der Kinder und Jugendlichen mit psychischen Problemen auch in der Schule Schwierigkeiten hat – von Leistungsproblemen bis hin zu Mobbing – stellt die Bildungsabteilung der Kita zwei Erzieherinnen zur Verfügung. Sie bilden nicht nur die kleinen Patienten aus, sondern stehen auch in Kontakt mit den Schulen, so LKH Hartberg.
„Mehr als 70 Prozent aller chronischen psychischen Störungen beginnen im Alter zwischen 7 und 24 Jahren. Jedes Kind, jeder Jugendliche, dem wir durch ein leicht zugängliches Angebot vor einer Chronifizierung bewahren können, lohnt es sich, solche Angebote zu schaffen“, sagt Projektleiterin Isabelle Boege.
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