Germany

Niederösterreich reformiert Kinderbetreuung – noe.ORF.at

Nicht nur das Eintrittsalter in den Kindergarten muss gesenkt werden. Eine Arbeitssitzung des ÖVP-Landesregierungsteams beschloss zudem, ab September 2023 eine kostenfreie Morgenbetreuung für alle unter sechsjährigen Leitner bei einer Pressekonferenz am Mittwochmorgen.

Die Nachmittagsbetreuung soll erleichtert werden

Kinderbetreuung sei eine Aufgabe, “auf die viele Gemeinden in unserem Land bisher unterschiedlich reagiert haben”, sagt Mickle-Leitner. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Niederösterreich „zur Wiege der modernen Familienpolitik“ zu machen. Daher ist eine zusätzliche Maßnahme, die Öffnungszeiten der Nachmittagsbetreuung zu verlängern und dieses Angebot überall auszuweiten.

Spitzen

  • Eintrittsalter zwei Jahre ab September 2024
  • Kostenlose Morgenbetreuung für Kinder unter sechs Jahren ab September 2023
  • Betreuung ab 13 Uhr bundesweit und mit längeren Öffnungszeiten
  • kleinere Gruppen
  • Nur 15 Tage im Jahr geschlossen

Die Nachmittagsbetreuung bleibt kostenpflichtig, die Kosten werden jedoch von durchschnittlich 400 Euro pro Jahr auf maximal 180 Euro gesenkt. Zudem wird die Nachmittagsbetreuung derzeit nur im Bedarfsfall angeboten. Damit das künftig bundesweit geht, müssen die Kommunen intensiver kooperieren, meint der Landesgeschäftsführer, der sich vorstellen könne, dass eine Betreuung ab dem ersten Kind für jede Familie „im Bereich des Wohnortes“ möglich sei.

Nur 15 Tage im Jahr geschlossen

Auch die lange Schließung vieler Kindergärten vor allem im ländlichen Raum im Sommer muss ein Ende haben. Ab Sommer 2023 dürfen Kindergärten nur noch eine statt drei Wochen im Sommer geschlossen bleiben. „Damit liegen wir bei 15 Ruhetagen im Jahr – und mit Wien an der Spitze der Bundesländer“, sagt Mickle-Leitner. Laut Statistik Austria waren 85 Prozent aller Kindergärten in Niederösterreich 2021/2022 an 45 bis 48 von 52 Wochen geöffnet.

Die Kindergartenreform dürfe nicht zu großen Gruppen in Kindergärten führen: Die Zahl der Kinder in Gruppen werde reduziert und zusätzliche Fachkräfte für die Betreuung kleiner Kinder eingestellt, findet Mickle-Leitner. Elf Kinder im Kindergarten werden künftig von einer Erzieherin und einer Betreuerin betreut.

Der ORF ÖVP Niederösterreich tagte in Maria Taferl (Bezirk Melk) zum Datenschutz, wo unter anderem eine Einigung zur Kindergartenreform erzielt wurde

Bildungsministerin Christiane Teschl-Hoffmeister (ÖVP) rechnet mit 600 neuen Gruppen ab September 2024 und 450 neuen Erzieherinnen im Kindergartenbereich sowie 150 für die Betreuung von null bis zwei Jahren. Das Eintrittsalter in den Kindergarten werde erst im September 2024 gesenkt, damit bis dahin genügend Personal gefunden und die Kindergärten für die zusätzlichen Gruppen ausgebaut werden können, glaubt der Landesrat.

Kindergärtnerinnen und -leitungen haben in den vergangenen Jahren immer wieder die Arbeitsbedingungen kritisiert. Zu viele Kinder, zu wenig Platz und zu wenig Bezahlung waren oft die Ursache – mehr dazu bei Kindergartenmitarbeitern unter Hochdruck (news.ORF.at; 18. Mai 2021).

750 Millionen Euro für Kindergartenreform

Dieser Druck soll durch das reduzierte Kindergarteneintrittsalter nicht zunehmen, in den nächsten fünf Jahren investieren Land und Kommunen 750 Millionen Euro: „Investitionen, die notwendig und wichtig sind, wenn Land und Kommunen zusammenarbeiten“, sagt Mickle – Leitner. Sie beschrieb die Reform als „eine enorme Anstrengung für das Land und die Gemeinden zum Wohle unserer Familien“. Das Paket muss laut dem Gouverneur schnell gelöst werden.

Die SPÖ hat bereits am Montag angekündigt, dass das Kindergarteneintrittsalter möglicherweise bald auf zwei Jahre gesenkt wird – mehr dazu in Kindergarteneintrittsalter kann gesenkt werden (noe.ORF.at; 5.9.2022). Die SPÖ sieht hier eine ihrer langjährigen Forderungen erfüllt. Bisher wurde zwischen der Elternzeit – Kündigungs- und Kündigungsschutz endet vier Wochen nach dem zweiten Geburtstag – und dem Eintritt in den Kindergarten, der erst seit zweieinhalb Jahren möglich ist, unterschieden.