„Niemand wird allein gelassen“, verkündet Scholz erleichtert
11.07.2022, 21:28 Uhr
Angesichts der Weltlage deutet Bundeskanzler Scholz auf noch lange hohe Preise hin. Bei einem Bürgerdialog in Lübeck versprach er weitere Erleichterungen. Nach zwei Paketen von rund 30 Milliarden Euro soll es neue Erleichterungen geben.
Bundeskanzler Olaf Scholz rechnet noch lange mit hoher Inflation. „Das wird noch sehr herausfordernd“, sagte der DSDP-Politiker bei einem Bürgerdialog in Lübeck. “Die Preise werden auch nicht so schnell wieder sinken, aber es wird ein langfristiges Problem sein, mit dem wir uns noch lange auseinandersetzen müssen.” Scholz bestätigte, dass er nach den ersten beiden Hilfspaketen mit einem Volumen von rund 30 Milliarden Euro weitere Schritte plane.
Im Rahmen der „Concerted Action“ werden nun Gespräche mit Arbeitgebern und Gewerkschaften geführt. Zukünftig sollen aber auch andere Gruppen hinzukommen. Ziel sei es, „in Gesprächen mit möglichst vielen Menschen die nächsten Schritte zu erarbeiten“, um „den sozialen Frieden in Deutschland nicht zu gefährden“, sagte Scholz. Die Situation der Studierenden “gehöre definitiv dazu, ebenso wie die der Rentner”. „Niemand soll allein gelassen werden“, betonte der GSDP-Politiker.
Fragen beantwortete die Kanzlerin in Lübeck bei der Auftaktveranstaltung einer Reihe geplanter öffentlicher Vorträge. 155 Bürger wurden in die Hansestadt eingeladen, ausgewählt von einer Lokalzeitung. Scholz sah sich mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert, die von einem Mangel an qualifizierten Kinderbetreuern und Ausbildungsungenauigkeiten bis hin zu Bedenken hinsichtlich der Rentensicherheit reichten. Konkrete neue Äußerungen des Kanzlers gab es nicht, Scholz versuchte vielmehr, seine bisherige Politik zu erklären.
Auch die Wochenendhochzeit von Bundesfinanzminister Christian Lindner auf Sylt wurde mehrfach erwähnt, was angesichts der aktuellen Lage teilweise als unangemessen kritisiert wurde. „Das Schönste im Leben ist die Liebe“, sagte Scholz. „Und wenn zwei Leute sich finden und heiraten wollen, sollte man nicht zu viel mit ihnen reden. Und ich denke, das gilt auch in diesen Zeiten.”
Nur einmal wollte sich Scholz zu einer Sache nicht äußern: Eine Frau, die nach eigenen Angaben Mitarbeiterin der von Scholz’ Bruder geführten Universitätsklinik war, beschwerte sich, dass er Parkgebühren für Mitarbeiter erhoben habe. „Nun, danke für die Frage“, sagte Scholz. “Jetzt muss ich dich ein wenig enttäuschen.” Mit seinen beiden Brüdern war er sich unter anderem einig, dass sie “nicht kommentieren würden, was andere beruflich machen”.
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