Nach Angaben des ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden der OMV, Wolfgang K. Berndt, wurde die Geschäftsführerin des halbstaatlichen Mineralölkonzerns Maria M. heute vom Korruptionsermittlungsausschuss der ÖVP vernommen. Sie soll die rechte Hand des ehemaligen OMV-Chefs Rainer Seele gewesen sein. M. selbst sagte gleich zu Beginn, sie habe keine Vorstellungen vom Untersuchungsgegenstand.
Vor ihrer Tätigkeit bei der OMV, die sie elf Jahre in verschiedenen Positionen bekleidete, war M. Journalistin bei einer Tageszeitung und später Referentin in der Geschäftsstelle und Geschäftsstelle der Landesregierung der ÖVP. 2011 wechselte sie zur OMV und ist heute Senior Vice President.
Auf die Frage nach politischen Kontakten sagte M., dass man als halbstaatliches Unternehmen den Kontakt zu staatlichen Stellen pflege und für die Unterstützung der Regierung dankbar sei. Die Richtlinie ist für OMV unerlässlich, um ihre Strategie umzusetzen, sagte M.
“Big Boss” Putin?
Die Chefin der Grünen-Fraktion, Nina Tomaselli, legte Dokumente vor, denen zufolge die USA von der OMV verlangen, ihr Geschäft in Russland zu reduzieren. Die Whistleblowerin bestätigte die Anfrage des US-Außenministeriums und sagte, sie habe sie mit dem örtlichen Außenministerium geteilt – „schließlich ist es das US-Außenministerium“, sagte sie.
Einen Chat, in dem unter anderem Altkanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Investor René Benko und ein „Big Boss“ zu Wort kamen, wollte M. nicht bewerten. „Big Boss“ meint Tomaselli, der russische Präsident Wladimir Putin. M. wollte sich zum Verhältnis von Seele und Putin nicht äußern. Darauf hat sie kein Recht.
Der Kontakt zwischen Kurtz und der Seele war unregelmäßig. Der ehemalige OMV-Chef informierte die Bundeskanzlerin über die Entwicklung der OMV. Der Bund hält über die Landesholding ÖBAG 31,5 % des Mineralölkonzerns.
Berndt informierte über OMV – Russland
Vor M. informierte der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende und ÖVP-Großspender Berndt über die Geschäftstätigkeit und Unternehmenstermine der OMV. Bernd machte gleich zu Beginn der Befragung deutlich, dass er mit seinem Sitz im OMV Aufsichtsrat richtig liegt.
Er war zehn Jahre lang Mitglied, bis er 2019 vorübergehend für ein Jahr den Vorsitz der Kommission führte, als der Posten unerwartet vakant wurde. Zuvor arbeitete er in angesehenen internationalen Unternehmen auf der ganzen Welt. Berndt will nun die “teils haarsträubenden Oberflächenbeobachtungen an OMVs” aufklären, so Berndt.
ORF.at/Roland Winkler
Dass er die ÖVP mit zwei Spenden in Höhe von insgesamt 65.000 Euro unterstützte, steht in keinem Zusammenhang mit der Position im Aufsichtsrat. Er ahnt nicht, dass er mit einem ÖVP-Ticket zur Kontrollstelle gekommen ist. “Niemand spricht darüber”, sagt Bernd. Spenden sind nur ein minimaler Posten im Stiftungsbudget, das ansonsten ausschließlich für wohltätige oder wissenschaftliche Zwecke verwendet wird. Er unterstützte auch keine anderen Parteien.
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