Politik
Am Freitag wurde bekannt, dass Wien Energie den Terminhandel bereits vor dem „Mad“ Friday ausgesetzt hat. Heute sieht die Wiener ÖVP den Vorwurf der Spekulationsgeschäfte im Kern. Auch die FPÖ fordert erneut Aufklärung.
03.09.2022 11.08
Online ab heute, 11.08 Uhr
Wie die ÖVP spricht auch die FPÖ vom womöglich größten Finanzskandal in Wien. Wie die ÖVP forderte auch die Wiener FPÖ eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge. Sorge bereiten den FPÖ auch die sogenannten Pooling-Verträge innerhalb der Wiener Stadtwerke. Laut FPÖ-Obmann Dominik Knapp sollen vor den bekannten Zahlungen zwei Milliarden Euro an Wien Energie geflossen sein. Geld, das laut FPÖ angeblich von anderen Unternehmen der Stadtwerke an Wien Energie überwiesen wurde.
Knepp sah sogar die Gefahr, dass „nach der Wien Energie-Katastrophe auch die Wiener Linien oder die Bestattung Wien in finanzielle Schwierigkeiten geraten“. Hunderte Millionen sollen demnach unter anderem von den Wiener Linien und der Bestattung Wien zur „Abdeckung spekulativer Geschäfte bei Wien Energie“ verwendet worden sein. Napp forderte Transparenz bei allen Vorgängen am Tisch.
Die ÖVP ortet die „Elastizität der Lage“ in der SPÖ
ÖVP-Landesvorsitzender Karl Marer vermutete, dass der sogenannte „Mad Friday“ nicht der Grund für die Notwendigkeit von mehreren Milliarden Euro sein könnte. So stellte die E-Control auch fest, dass Wien Energie in der angespannten Lage risikobehaftete Transaktionen deutlich früher hätte beenden müssen. Da Wien Energie der einzige Energieversorger in Österreich mit entsprechendem Finanzbedarf war, gingen die Argumente von Wien Energie und dem Bürgermeister ins Leere.
Marer sprach von „situativ flexiblen“ Äußerungen innerhalb einer Woche und zählte etliche „Unstimmigkeiten“ auf: Erst war die Rede davon, zwei Milliarden Euro zu brauchen, dann sechs, dann zehn. Kurzzeitig war die Rede davon, dass das Geld sofort aufgesogen werde, dann gar nicht, dann später. Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS) wusste zunächst nichts, was sich nach einem Tag relativierte. Bürgermeister Michael Ludwig unterstützte Wien Energie Management zunächst, sprach dann aber von der Möglichkeit einer „besseren Kommunikation“.
ÖVP und FPÖ wollen eine Untersuchungskommission
Eine Untersuchungskommission muss den Fall Wien Energie aufklären. Am Freitag stellten ÖVP und FPÖ in einem seltenen Auftritt im Rathaus ihre Pläne zur Einrichtung einer Untersuchungskommission vor. Sie haben laut ÖVP-Vorsitzender Marer genug Stimmen. Er sieht erheblichen Klärungsbedarf. Der FPÖ-Landesvorsitzende Dominik Knapp sprach am Freitag sogar mit Journalisten über die Lügen des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig (SPÖ).
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