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Plakolm statt Nehammer: Wirbel im Nationalrat

Schon vor der Debatte reagierten Oppositionspolitiker verärgert auf Nehamers Abwesenheit im Repräsentantenhaus. SPÖ-Vizeklub Jörg Leichtfried warf Nehamer „Verantwortungslosigkeit“ und „politische Feigheit“ vor. Der Nichteinzug ins Parlament sei “eine Respektlosigkeit gegenüber dem Nationalrat”. FPÖ-Klubchef Herbert Kickel stimmte zu – der ÖVP-Chef hatte nicht den Mut, sich zu zeigen. Sogar die Grünen kritisierten ihn.

Das Kanzleramt sagte nur, dass Plakolm Nehamers Vertreter im Parlament sei und dass der Kanzler oft von seinem Staatssekretär vertreten werde. Nehamer ist seit Dezember 2021 Bundeskanzler, Außenminister von Placolm. Ende Februar vertrat sie ihre Parteikollegin in einer Eilanfrage der SPÖ zum Thema Inflation.

Staatssekretärin Claudia Placolm (ÖVP)

Plakolm macht als Vizekanzler Probleme.

Plakolm blieb nicht beim Thema

Plakolms Rede am Mittwoch war von Anfang an von Selbstbewusstsein begleitet, was Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) dazu veranlasste, “Zufriedenheit” einzufordern. Der Außenminister seinerseits ging nicht besonders auf das Thema ein, beklagte sich aber über den unprofessionellen Ton des Repräsentantenhauses und sagte, die Bedenken der Bevölkerung seien völlig andere als die Frage, nämlich wie die Politik die Inflation ausgleichen würde.

Debatte

Wie kommt die ÖVP aus der Kritik?

Das verlorene Vertrauen in die Politik insgesamt könne nur durch Arbeit in der Praxis wiederhergestellt werden, kritisierte sie wiederholt gegenüber der Opposition. Inhaltlich beantwortete die Außenministerin die meisten Fragen nicht, sondern erzählte von Gesprächen, die sie kürzlich geführt hatte. “Dies ist nicht Gegenstand der Hinrichtung”, war der häufigste Satz, der sich auf das eigentliche Thema bezog. Es gab eine lange Debatte über die Regeln, gefolgt von einem noch längeren “Patout”, weil dies den oppositionellen Gesetzgebern eindeutig nicht genug war.

Nikolaus Sherak von NEOS war überzeugt, dass Plakolm sich auch weigerte, Fragen zu beantworten, die vom Fragerecht sehr gut abgedeckt würden. „Eine Farce“, sagte Leichtfried. Selbst für die Grünen, immer noch Koalitionspartner der ÖVP, waren die Antworten des Staatssekretärs unzureichend. „Diese Antwort war zu wenig“, sagte Grünen-Chefin Sigrid Maurer, die Besserung erwartet.

Hafenecker spricht von Feigheit

In der Begründung des Eilantrags hatte sich das FPÖ-Mandat Christian Hafenecker zuvor bei der ÖVP energisch eingebracht. Er bezeugte Nehamers „Feigheit“. Was die ÖVP der Republik angetan hat, war eine Schande. Hafenecker sagte, die Korruptions-Untersuchungskommission der ÖVP habe Korruption in der Werbung, Steuerhinterziehung und Arbeitsbetrug nachgewiesen.

Hafenecker erhielt einen Ordnungsruf zur Beleidigung des Staatsoberhauptes wegen seiner Aussage, die ÖVP habe es sogar geschafft, den Bundespräsidenten zu “korrumpieren”, weil er in all die Turbulenzen verwickelt sei. Hafenecker zählte die Titel der ÖVP in den vergangenen Monaten auf, den jüngsten “Subventionsmissbrauch” des Rentnerverbandes mit Corona-Hilfen und die Zweifel des Gerichts an der Abrechnung der Wahlkampfkosten 2019. “Sie haben die Republik ausgeraubt, wo Sie können.”

Die FPÖ wollte vom Bundeskanzler etwa wissen, inwieweit die Skandale sein Amtsverhalten beeinträchtigen würden oder welche Konsequenzen Nehamer hätte, wenn der Unabhängige Parteitransparenzsenat (UPTS) rechtswidrige Machenschaften bei den Parteifinanzen feststelle. Das Mandat fragte auch nach staatlichen Plänen und rechtlichen Implikationen etwa im Bereich Parteispenden und Vereinsgründungen im parteinahen Bereich.