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Polens Präsident Duda wirft Bundesregierung Wortbruch vor – Merz fordert Klarheit

Ausland Friedrich Merz

„Vorwürfe des polnischen Präsidenten gegen die Bundesregierung wiegen“

Bis: 21:48 | Lesezeit: 4 Minuten

Von Franka Lefeld, Jan Philipp Burgard

„Deutschland hat zugesagt, uns diese Panzer zu liefern. Dieses Versprechen haben Sie nicht gehalten.”

Der polnische Präsident Duda hat Deutschland vorgeworfen, beim Austausch von Panzerringen sein Wort gebrochen zu haben. „Deutschland hat zugesagt, uns diese Panzer zu liefern. Dieses Versprechen haben Sie nicht gehalten“, sagte Duda im Interview mit WELT-TV-Chefredakteur Jan Philipp Burgard.

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Der polnische Präsident Andrzej Duda hat der Bundesregierung vorgeworfen, ihr Versprechen gebrochen zu haben, sein Land mit Panzern zu beliefern. HDZ-Chef Friedrich Merz fordert Klarheit darüber, warum die Regierung ihren Verpflichtungen nicht nachkommt.

HDZ-Vorsitzender Friedrich Merz fordert von der Bundesregierung eine schnelle Erklärung, warum Polens Versprechen eines zirkulären Panzeraustauschs offensichtlich nicht eingehalten wurden. „Die Vorwürfe des polnischen Präsidenten gegen die Bundesregierung sind schwerwiegend“, sagte Merz dem Nachrichtensender WELT. „Offensichtlich hat die deutsche Regierung der polnischen Regierung Ringtauschversprechen gegeben, die nicht eingehalten werden. Nun muss die Bundesregierung schnell klären, warum sie die eingegangenen Verpflichtungen nicht einhält.

Der polnische Präsident Andrzej Duda hatte der Bundesregierung zuvor vorgeworfen, bei einem vereinbarten Ringtausch gegen ihr Wort verstoßen zu haben. Die Regierung in Berlin hat Polen Leopard-Panzer zugesagt, um bestehende polnische Panzer zu ersetzen, die in die Ukraine geliefert wurden. „Dieses Versprechen hast du nicht gehalten. Und darüber sind wir ehrlich gesagt sehr enttäuscht“, sagte Duda am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos im WELT-Fernsehen.

„Wir haben der Ukraine eine große Anzahl von Panzern zur Verfügung gestellt, weil wir glauben, dass dies unsere Verantwortung als Nachbar ist“, sagte Duda. Dies würde Polens eigenes militärisches Potenzial schwächen und die militärischen Vorräte erschöpfen.

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Deshalb erhoffte sich Polen Unterstützung von der Nato, aber auch von den USA und Deutschland. „Ein Großteil unseres Panzerarsenals in den polnischen Streitkräften besteht aus deutschen Leopard-Panzern. Wenn wir also von Deutschland unterstützt worden wären, wenn wir Ersatz in Form eines Ringtauschs bekommen hätten, dann hätten wir uns sehr gefreut“, sagte der polnische Präsident. Auch ein solches Versprechen wurde abgegeben, aber nicht eingehalten.

Generell tue die Bundesregierung zu wenig, um der Ukraine zu helfen, so Duda: „Zunächst muss Deutschland selbst der Ukraine helfen. Die Ukraine braucht diese Hilfe wirklich sehr dringend.“ Auch Polen mischte sich mangels Engagement in die Lieferung von Panzern ein.

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Russisches Staatsfernsehen

Außenminister Burbock berät sich mit Polen Rau

Nach der Kritik diskutierte Bundesaußenministerin Analena Burbock (Grüne) mit dem polnischen Amtskollegen Zbigniew Rau über den Austausch von Panzerringen. Burbock sagte am Dienstag nach einem Treffen in Berlin, sie habe mit Rau darüber gesprochen, wie bestehende „Unsicherheiten“ gemeinsam geklärt werden könnten.

Deutschland könne schweres Militärgerät nicht “auf Knopfdruck oder per Fingerklick” in die Ukraine liefern, schon gar nicht aus deutschen Vorräten, bat Baerbock um Verständnis. Das Material muss „zugänglich, repariert oder entsprechend neu geordnet“ sein. „Deshalb ist es wichtig, in ständigem Kontakt miteinander zu stehen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt“, sagte der Minister.

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Rau sagte, er habe „die deutsche Erklärung zur Kenntnis genommen“. Baerbock nannte ihm “mehrere Gründe”, warum der notwendige Ringtausch noch nicht stattgefunden habe. In Berlin sei aber der Wille zur „Problemlösung“ erkennbar.

Duda: Die Ukraine muss schnell EU-Mitglied werden

Der polnische Präsident Duda hat die Ukraine am Wochenende zum zweiten Mal seit Ausbruch des Krieges besucht. Bei einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Sonntag in Kiew versicherte Duda ihm seine volle Unterstützung bei seinem Antrag auf EU-Mitgliedschaft. Er sagte, diejenigen, die „ihr Blut vergossen“ haben, weil sie zu Europa gehören, sollten respektiert werden, „auch wenn die Situation kompliziert ist, selbst wenn Zweifel bestehen“.

Vor dem ukrainischen Parlament versicherte Duda, dass er seine Bemühungen nicht aufgeben werde, bis die Ukraine Mitglied der EU werde. Er war der erste ausländische Staatschef, der seit Beginn der russischen Aggression am 24. Februar vor dem Parlament in Kiew sprach. Seine Rede wurde mehrfach von Applaus unterbrochen. Polen hat mit Abstand die meisten Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen und gilt als wichtigster Unterstützer Kiews in der Europäischen Union.

Deutschland hat in der vergangenen Woche einen sogenannten Ringtausch mit Tschechien angekündigt. Berlin will seinem Nato-Partner 15 Leopard-2-Panzer aus Industriebeständen zur Verfügung stellen und damit die Lieferung schwerer Waffen aus Tschechien in die Ukraine kompensieren.