Vor Beginn des Treffens wurden mehrere wirtschaftliche Kooperationsabkommen zwischen den drei Ländern vereinbart, insbesondere im Energiesektor. Es ist Putins zweite bekannte Auslandsreise seit dem Krieg gegen die Ukraine.
Zum Auftakt eines mit Spannung erwarteten trilateralen Gipfeltreffens der Regierungschefs von Moskau, Ankara und Teheran einigten sich der Iran und die Türkei auf den Ausbau ihrer wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Ziel sei es, das jährliche Handelsvolumen auf 30 Milliarden US-Dollar (29,61 Milliarden Euro) zu steigern, sagte Präsident Ebrahim Raisi am Dienstag in Teheran bei einer Rede im Beisein seines türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Putin bei einem trilateralen Gipfel mit Raisi und Erdogan durch Der Iran ist eingetroffen” Erdogan. Erdogan sagte, er hoffe besonders auf den Ausbau der Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie. Das Handelsvolumen liege derzeit bei 7,5 Milliarden Dollar.
Die beiden Nachbarländer haben eine Reihe von Absichtserklärungen unterzeichnet. Auch die Grenzsicherung zwischen den beiden Ländern wurde besprochen. Einer der Hauptfluchtwege für Menschen aus Afghanistan auf dem Weg in die Türkei und nach Europa führt durch den Iran.
Gipfeltreffen mit dem Meister des Kremls
Kremlchef Wladimir Putin traf am Nachmittag zu einem Gipfeltreffen mit seinen iranischen und türkischen Amtskollegen in der iranischen Hauptstadt Teheran ein. Bilder des Staatsfernsehens zeigten den russischen Präsidenten am Dienstag auf dem Flughafen Mehrabad der Hauptstadt. Dies ist Putins zweiter bekannter offizieller Auslandsbesuch, seit Russland Ende Februar in die Ukraine einmarschiert ist.
Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor Gespräche mit dem iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi und dem Obersten Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei geführt.
Die drei Präsidenten Putin, Raisi und Erdogan wollen Gespräche über die Lage im Bürgerkriegsland Syrien führen. Russland und der Iran unterstützen die syrische Regierung, während die Türkei ein Verbündeter der Opposition ist. Beobachter erwarten, dass auch der russische Krieg in der Ukraine diskutiert wird.
Vereinbarung mit Gazprom
Am Vorabend des Nachmittagsgipfels wurde ein strategisches Kooperationsabkommen zwischen dem russischen Gasunternehmen Gazprom und der staatlichen iranischen Ölgesellschaft bekannt gegeben. Nach Angaben des russischen Staatskonzerns Gazprom und der National Iranian Oil Company haben sie am Dienstag eine Absichtserklärung unterzeichnet. Auch die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtete über das Projekt.
Demnach wollen die beiden Unternehmen Möglichkeiten der Zusammenarbeit beispielsweise bei der Erschließung von Öl- und Gasfeldern im Iran oder bei der Gasverflüssigung, beim Bau von Pipelines sowie im wissenschaftlich-technischen Bereich ausloten. Der Iran verfügt über eines der größten Gasfelder der Welt. Aufgrund von US-Sanktionen hat das Land jedoch keinen Zugang zu modernen Technologien.
Öl- und Gasexporte sind die Haupteinnahmequelle des Iran. Nach dem Wiener Atomabkommen von 2015 und der Aufhebung der Sanktionen konnte das Land bis zu drei Millionen Barrel pro Tag exportieren. Nach dem Ausstieg aus dem Atomdeal unter dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump und der erneuten Verhängung schwerer Sanktionen brach die Wirtschaft langsam ein. Die Kapazität fiel unter eine Million Barrel pro Tag.
(APA/Reuters)
Add Comment