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Rad: Lance Armstrong hat mit Jan Ulrich das „Schlimmste“ durchgemacht

„Er war bewusstlos ans Bett gefesselt“

Lance Armstrong hat mit Ulrich das „Schlimmste“ erlebt

Lance Armstrong, 50, spricht in einer Dokumentation über seinen Freund Ian Ulrich, 48. Der Amerikaner erzählt, was die schlimmsten Begegnungen mit ihm waren.

1997 schrieb Jan Ulrich, 48, Sportgeschichte. Er war der erste Deutsche, der die Tour de France gewann. Dem Anstieg folgte bald der Totalabsturz des Motorradhelden. Beteiligung an Dopingskandalen, Drogenprobleme, Trunkenheit am Steuer im Thurgau, gescheiterte Ehe – damit machte er Schlagzeilen.

25 Jahre nach seinem großen Sieg widmet ihm die „ARD“ eine fünfteilige Dokumentation. In „Being Jan Ulrich“ entwickelt sich seine Karriere und seine Weggefährten kommen zu Wort. Unter ihnen ist Lance Armstrong (50). Ulrichs erbitterter Rivale dominierte um die Jahrtausendwende den Radsport, bevor seine sieben Tour-Siege wegen Dopings aberkannt wurden. “Er hat mir Angst gemacht wie kein anderer”, sagte der Amerikaner.

Stark und beängstigend zugleich

Aus der Rivalität wurde jedoch nach dem Ende ihrer Karriere eine enge Freundschaft. Armstrong ist in guten wie in schlechten Zeiten bei Ulrich.

Einen Eindruck von dieser Freundschaft gibt er in Doc. Er erzählt, wie er Ulrich vor vier Jahren in der Reha besuchte. Aus purer Verzweiflung organisierten seine Freunde dies heimlich.

„Ich habe einen Mann an einem Ort gesehen, den noch nie ein Mensch gesehen hat“, sagte Armstrong. Der Deutsche wirke ihm “stark” und gleichzeitig “fürchterlich”. „Wir alle kennen einige verrückte Freunde. Aber ich hatte noch nie jemanden in diesem Zustand gesehen.”

Ein langer Weg zu gehen

Armstrong ahnte damals noch nicht, dass er seinen Freund Jahre später in noch schlechterer Verfassung vorfinden würde. Nach der Landung rebellierte Ulrich und wurde in Cancun, Mexiko, aus einem Flugzeug geworfen.

Allein gelassen findet er sich im Krankenhaus wieder. Als Armstrong davon erfuhr, zögerte er keinen Moment und reiste sofort nach Mexiko ab. „Er wurde bewusstlos ans Bett gefesselt. Es war das Schlimmste von allem“, beschreibt er den Besuch.

Nach all diesen Eindrücken ist es kein Wunder, dass Armstrong glaubt, dass Ulrich noch einen langen Weg vor sich hat. Er wird ihn auf jeden Fall weiter begleiten, damit der Deutsche irgendwann wieder ein stabiles Leben führen kann. (Bier)