Die Stichwahl um das Präsidentenamt in Frankreich entscheidet über den Kurs des Landes
Bei einer Parlamentswahl stellen die Franzosen die Weichen für die Zukunft ihres Landes: Bei einer Stichwahl zwischen dem amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron und seinem rechtspopulistischen Rivalen waren am Sonntag knapp 49 Millionen Wähler aufgerufen
24. April 2022
In Frankreich finden wichtige Wahlen statt. Steht Marine Le Pen bald rechts im Elysée-Palast oder bekommt der liberale Präsident Emmanuel Macron weitere fünf Jahre?
Dieser Artikel wird ständig aktualisiert.
Die entscheidende Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat begonnen. Die Wahllokale öffneten um 8 Uhr morgens. Etwa 48,7 Millionen registrierte Wähler können zwischen dem liberalen Staatschef Emmanuel Macron und seiner rechten Marine Le Pen wählen.
Das Ergebnis wird für die französische Politik in den kommenden Jahren richtungsweisend sein. Vor zwei Wochen gewannen Macron und Le Pen den ersten Wahlgang gegen zehn andere Spitzenkandidaten. Seitdem versuchen sie, vor allem im Lager des dritten Linkspolitikers Jean-Luc Melanchon für sich zu gewinnen. Deshalb betonte Macron noch einmal das Thema Klimaschutz.
Emmanuel Macron kam zu den Urnen in Le Touquet, um zu wählen. Umfragen haben den derzeitigen Staatschef zuletzt von 55 auf 56,5 Prozent angehoben.
Der französische Präsident Emmanuel Macron und die französische First Lady Brigitte haben in Le Touquet abgestimmt.
Marin Le Pen hat im nordfranzösischen Henin-Beaumont gewählt.
Die Franzosen haben am 24. April 2022 mit der Wahl ihres nächsten Präsidenten begonnen. Hier ist ein Wahllokal in Marseille.
Die ersten Wähler in den französischen Überseegebieten haben an der französischen Präsidentschaftswahl teilgenommen.
Wahlen in Frankreich: Macron und Le Pen haben gewählt – Galerie
Emmanuel Macron kam zu den Urnen in Le Touquet, um zu wählen. Umfragen haben den aktuellen Staatschef zuletzt von 55 Prozent auf 56,5 Prozent angehoben.
Der französische Präsident Emmanuel Macron und die französische First Lady Brigitte haben in Le Touquet abgestimmt.
Marin Le Pen hat im nordfranzösischen Henin-Beaumont gewählt.
Die Franzosen haben am 24. April 2022 mit der Wahl ihres nächsten Präsidenten begonnen. Hier ist ein Wahllokal in Marseille.
Die ersten Wähler in den französischen Überseegebieten haben an der französischen Präsidentschaftswahl teilgenommen.
Mehr als 60 Prozent stimmten bis zum Nachmittag ab
Im entscheidenden Finale der französischen Präsidentschaftswahl haben bis Sonntagnachmittag etwa drei von fünf registrierten Wählern ihre Stimme abgegeben. Das Innenministerium gab bekannt, dass die Wahlbeteiligung um 17:00 Uhr bei 63,23 Prozent lag. Bei der ersten Abstimmung vor zwei Wochen hatten bereits 65 Prozent gleichzeitig abgestimmt. Und in der letzten Runde 2017 lag die Beteiligung am Nachmittag bei 65,3 Prozent.
Bereits vor der Stichwahl wurde mit einer sehr geringen Wahlbeteiligung gerechnet. Der amtierende Liberale Emmanuel Macron und die EU-kritische und rechte Politikerin Marin Le Pen kandidieren. Das Ergebnis wird für die Politik des Landes und der Europäischen Union in den kommenden Jahren richtungsweisend sein.
Insgesamt 48,7 Millionen Franzosen können wählen. Die niedrigste Wahlbeteiligung im Finale der französischen Präsidentschaftswahlen gab es 1969. Damals stimmten nur 68,85 Prozent der registrierten Wähler.
Macron und seine Frau Brigitte zur Wahl
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat in Le Touquet-Paris-Plage in Nordfrankreich abgestimmt. Der Liberale hofft auf eine zweite Amtszeit im Elysée-Palast und trifft auf die rechte Marine Le Pen. Macron stimmte mit seiner Frau Brigitte am Mittag im nordfranzösischen Le Touquet-Paris-Plage ab.
Hunderte Menschen warteten im Zentrum der Küstengemeinde und vor dem Wahllokal auf das Ehepaar Macron. Der Präsident schüttelte minutenlang Hände, gab Autogramme und machte Fotos mit ihm.
Le Pen hat gewählt
Der rechte Kandidat Marin Le Pen hat heute Morgen in Henin-Beaumont bei Lille in Nordfrankreich gewählt. Der Kandidat des Rassemblement National steht dem derzeitigen Präsidenten der französischen Liberalen Emmanuel Macron gegenüber. Die Forschung hat Macron kürzlich die Nase vorn gezeigt.
Insgesamt rund 48,7 Millionen Franzosen können am Sonntag zwischen dem pro-europäischen Politiker der Mitte und dem Nationalisten Le Pen wählen. Beide gewannen vor zwei Wochen den ersten Wahlgang von insgesamt zwölf Kandidaten.
Le Pen stellt wieder einige radikale Forderungen. In der Folge forderten viele Parteien, ausgeschiedene Kandidaten und gesellschaftliche Gruppen in der entscheidenden Endrunde ein einstimmiges Votum für Macron gegen Le Pen.
Macron hat das Sagen
Umfragen haben den aktuellen Staatschef zuletzt von 55 Prozent auf 56,5 Prozent angehoben. Bereits im ersten Wahlgang gewann er mehr Stimmen als der rechte Le Pen. Das Ergebnis ist noch ungewiss. In der letzten Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich hat der Kandidat, der im ersten Durchgang Zweiter wurde, viele Male gewonnen.
Auch Brüssel und Berlin schauen mit Spannung auf die Wahl. Anders als der proeuropäische Macron will sich Le Pen von Deutschland distanzieren und die Europäische Union grundlegend verändern. Sie sprechen zum Beispiel den Vorrang des nationalen Rechts vor dem EU-Recht an.
will die Wahl gewinnen
Für den Fall des Sieges haben sowohl Macron als auch Le Pen eine festliche Veranstaltung geplant. Der amtierende liberale Präsident Macron will seine Anhänger auf dem Champ-de-Mars in der Nähe des Eiffelturms in Paris empfangen, berichtet Le Parisien. Unterdessen möchte die rechte Le Pen mit 13 Bussen aus ihrem Wahlkampf von dem Ort im Boulogne-Wald, wo die Wahlnacht gefeiert wird, eine Parade rund um Paris starten. Busse mit dem Foto von Le Pen, gefahren vom Auto des Kandidaten, müssen prominente Orte wie den Arc de Triomphe, den Place de la Concorde und den Place de la République in Paris ansteuern und dann einen noch unbekannten Ort außerhalb der Hauptstadt ansteuern .
Rechte Außenpolitiker auf dem Weg zum Wahllokal mit 170 km/h
Auf dem Weg zur Abstimmung wurde das Auto des Rechtspolitikers Florian Filippo am Sonntag mit hoher Geschwindigkeit von der Polizei angehalten. Laut der Zeitung „Le Parisien“ war der Fahrer mit dem Vorsitzenden der antieuropäischen Partei Les Patriotes auf der A4 nach Forbach an der deutschen Grenze unterwegs, als er bei 170 bis 180 km/h nahe Reims angezündet wurde. Tempolimit ist Tempo 130. Während der Fahrer zunächst nicht weiterfahren konnte, musste Philip, der nach eigenen Angaben keinen Führerschein besitzt, die Zugfahrt fortsetzen. Die Polizei brachte ihn zur nächsten Station, schreibt die Zeitung.
Da es in Frankreich keine Briefwahl gibt, haben einige Politiker einen weiten Weg zurückzulegen, um in ihrer Heimatregion zu wählen, wo sie aufgrund ihrer lokalen Verwurzelung registriert sind. Filippot, ein ehemaliges Mitglied der Nationalpartei, das seit langem als Rechtsextremist gilt, geht deshalb weiterhin in der Grenzstadt Lothringen bei Saarbrücken zur Wahl. Er hat in der Vergangenheit mehrfach versucht, dort ein politisches Amt zu bekleiden. Die Partei Front National wird 2018 in Nationalversammlung umbenannt – ihre Spitzenpolitikerin Marine Le Pen liefert sich ein Duell mit dem derzeitigen Präsidenten Emmanuel Macron.
Die französische Präsidentschaft
Der französische Präsident wird für fünf Jahre gewählt. Er hat erheblichen Einfluss auf die Politik des Landes und spielt oft eine wichtigere Rolle als der Ministerpräsident und der von ihm ernannte Regierungschef.
Die Wahllokale sind in Frankreich bis 19 Uhr geöffnet, mancherorts sogar bis 20 Uhr. Aufgrund der Zeitverschiebung haben einige französische Überseegebiete wie die Karibik am Samstag abgestimmt.
dpa/toko
Add Comment