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RKI-Daten: Deutlich mehr Atemwegsinfekte als sonst

Stand: 07.07.2022 21:00

Das Robert-Koch-Institut meldete im Sommer vor der Pandemie deutlich mehr Infektionen der Atemwege als sonst. Von Corona-Erkrankungen sind laut Stichproben vor allem Erwachsene betroffen, während Kinder vor allem von anderen Erregern betroffen sind.

In Deutschland erkranken derzeit deutlich mehr Menschen an Atemwegsinfektionen als in den Sommermonaten vor der Corona-Pandemie. Allein in der vergangenen Woche schätzte das Robert-Koch-Institut (RKI) laut RKI-Wochenbericht 1,2 Millionen Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen und 4,5 Millionen Fälle. Diese Werte sind deutlich höher als in den Jahren vor der Pandemie.

Die Tests zeigten, dass Covid-Infektionen hauptsächlich für die Zunahme bei Erwachsenen verantwortlich waren. Bei Kindern hingegen sind andere Erreger ursächlich, etwa Parainfluenza- und Rhinoviren.

Auch die Frankfurter Virologin Sandra Sisek wies auf Twitter darauf hin, dass die Diagnostik derzeit ein buntes Bild von Erregern zeige.

Wenn Sie Symptome haben und der PCR-Test auf Sars-CoV-2 negativ ist, „dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie sich mit einem anderen Erreger infiziert haben.“ Natürlich gibt es falsche Negative, aber sie sind selten.

RKI: Millionen Menschen mit „Impflücke“

In einem am selben Tag veröffentlichten Monatsbericht weist das RKI zudem darauf hin, dass viele Millionen Deutsche Impflücken aufweisen. Nur 9,2 Millionen Menschen müssen ihren Impfschutz mit mindestens einer Auffrischimpfung auffrischen. Weitere 9,2 Millionen Erwachsene wurden überhaupt nicht geimpft.

RKI-Experten bestätigen, dass Auffrischimpfungen insgesamt gut gegen Krankenhauseinweisungen wegen Corona wirken. Die Häufigkeit von Krankenhauseinweisungen nahm in der Omicron-Welle allgemein ab. In letzter Zeit war sie jedoch in allen Altersgruppen in der ungeimpften Bevölkerung am höchsten.

Lauterbach sichert Sturzvorsorge zu

Angesichts der derzeit hohen Zahl aktiver Infektionen sicherte Gesundheitsminister Karl Lauterbach eine umfassende Vorbereitung auf den Herbst zu. Der Kampf gegen die Pandemie werde nicht in die Sommerferien gehen: „Wir dürfen und können es uns nicht leisten, nicht zum dritten Mal gut vorbereitet in den Herbst zu gehen“, sagte Lauterbach.

Ein erster Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen wird nun im Bundestag beraten. Dies soll unter anderem eine gezielte Impfkampagne für Menschen über 60 ermöglichen. Auch das Medikament Paxlovid, das das Sterberisiko und die Wahrscheinlichkeit eines Klinikbesuchs bei Menschen mit Covid deutlich senken kann, soll schneller zum Einsatz kommen dürfen. Auch das sogenannte „Pandemie-Radar“ soll bessere Daten zu Klinikbettenbelegung und PCR-Tests liefern.

Die neuen Corona-Regeln im Infektionsschutzgesetz, die in ihrer jetzigen Form am 23. September auslaufen, sind noch nicht in den Gesetzentwurf aufgenommen worden.