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Roman über Tierschutz: Das sind die größten Baustellen


VIER PFOTEN muss angepasst werden

So wie es derzeit aussieht, dürfte die Novelle keinesfalls Gesetz werden. Dies wäre ein echter Rückschritt für den Tierschutz in Österreich und eine Bankrotterklärung für die Herausforderungen der Zukunft. Mit dem neuen Landwirtschaftsminister haben sich die Landkarten des politischen Feldes verschoben – wir erwarten konkrete Verbesserungen

VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Veronica Weissenböck

Wien (OTS) – Am 1. Juni läuft die Frist zur Prüfung der von der Regierung eingereichten Änderungen des Tierschutzgesetzes, der 1. Tierhaltungsverordnung und des Tiertransportgesetzes ab. VIER PFOTEN gab eine umfassende Stellungnahme ab und forderte eine deutliche Verbesserung des Pakets.

„So wie die Novelle derzeit aussieht, sollte sie auf keinen Fall Gesetz werden. Dies wäre ein echter Rückschritt für den Tierschutz in Österreich und eine Bankrotterklärung für die Herausforderungen der Zukunft. Mit der neuen Landwirtschaftsministerin haben sich die Landkarten des politischen Feldes verschoben – wir erwarten konkrete Verbesserungen“, erklärt die Leiterin der VIER PFOTEN Kampagne Veronica Weissenböck.

Welche Änderungen müssen unbedingt vorgenommen werden? VIER PFOTEN fasst die größten Baustellen zusammen.

Vollspaltenböden:

Der Skandal: Alle bestehenden Ställe mit Vollspaltenboden – immer noch die vorherrschende Zuchtform in Österreich – können wie bisher weitergeführt werden. „Bis wir ein Datum für das Verlassen dieser Praxis festgelegt haben, wird sich nichts ändern; die schrecklichen Bilder werden uns weiter begleiten! Landwirte brauchen auch von der Politik ein klares Statement, wie sie die Schweinehaltung in Österreich künftig betreiben wollen“, sagte Weissenböck.

Für Neubauten und Umstrukturierungen in der Schweinehaltung sieht die neue Regelung nur eine minimale Änderung vor (mehr Platz und nur etwas weniger Lücken für einen Teil der Bucht), von der allerdings keine Verbesserung für das Tier gesprochen werden kann: „Das grenzt an zum Verbraucherbetrug”, wie Weissenbock.

Wie wichtig ein absolutes Verbot von Vollspaltenböden wäre, zeigen Zahlen aus der aktuellen Veterinärforschung: Bei mehr als 20 Prozent der österreichischen Schlachtschweine wurde eine Lungenentzündung festgestellt, eine direkte Folge der schädlichen Ammoniakdämpfe von Tieren auf Vollspaltenböden, die ständig entdeckt wurden.

Kastration von Ferkeln ohne Betäubung:

Dieses Thema wurde noch nicht einmal diskutiert – obwohl in Österreich jährlich 2,7 Millionen Ferkel von dieser Tierquälerei betroffen sind! Weissenböck: „Länder wie Deutschland sind führend; Kastration ohne Betäubung ist dort bereits verboten. Es ist wirklich unerträglich, eine solche Barbarei fortbestehen zu lassen.”

Schwanzkupieren bei Schweinen:

Noch ein Augenwischer: gegenseitige Schädigung der Tiere ist eine direkte Folge katastrophaler Zuchtbedingungen. Um endlich aus dem brutalen Eingriff herauszukommen, bedarf es einer kompletten Veränderung der Lebensumstände! Stattdessen kann das routinemäßige Kupieren der Schwänze fortgesetzt werden, wenn mehr als zwei Prozent der Schweine innerhalb eines Jahres Schwanz- und Ohrenverletzungen haben. „Wenn sich die derzeitigen Wohnverhältnisse nicht massenhaft ändern, was ausgeschlossen ist, bleibt der Status quo bestehen. Wir fordern noch einmal, dass die Zuchtbedingungen den Tieren angepasst werden müssen und nicht umgekehrt. Nicht umsonst wurde Österreich mehrfach von der Europäischen Kommission gerügt“, sagte Weissenbock.

Transport von Tieren:

Nicht weniger ärgerlich sind die „Neuerungen“ im Tiertransportgesetz: Kälber dürfen künftig drei statt zwei Wochen transportiert werden, aber es ist noch zu früh. Bei VIER PFOTEN kann es bereits ab zwölf Wochen getragen werden.

Die angeblichen Verbesserungen beim Export in Nicht-EU-Länder sind eine Farce. Schlacht- und Masttiere dürfen zwar nicht mehr in Länder außerhalb der EU transportiert werden. „Aber was unter den Teppich gekehrt wird: Das ist nicht mehr der Fall, denn gerade Rinder werden einfach zur Zucht deklariert, auch wenn sie nach kurzer Zeit am Bestimmungsort unter harten Bedingungen geschlachtet werden. Zuchttiere dürfen auch weiterhin in Drittländer transportiert werden, wenn die Transportzeit maximal 82 Stunden beträgt. „Wir wünschen uns eine konkrete Regelung gegen die Schifffahrt und Klarheit beim Exportverbot für Nordafrika und den Nahen Osten – das ist im Entwurf derzeit noch sehr vage“, erklärt Veronica Weissenböck.

Anbinden für Rinder:

Probleme mit Daueranschluss sind seit Jahren bekannt. Daher ist die Übergangsfrist bis 2030 unverhältnismäßig lang. „Etwas muss viel schneller gemacht werden“, forderte Weißenbock.

Hühnerhecke:

Ein Detail der Novellierung, das weitreichende Folgen für Legehennen hätte, wurde bisher in der medialen Berichterstattung völlig ignoriert. Geplant ist, den Auslauf für Legehennen von bisher acht m² pro Tier auf vier m² pro Tier zu halbieren, wenn eine sogenannte „Biodiversitätsweide“, eine Hecke für Hühner, angelegt wird.

„Tatsächlich ärgern wir uns ziemlich darüber, dass unter dem Vorwand, die Zuchtbedingungen durch mehr Strukturierung zu verbessern, heimlich der Auslauf der Tiere halbiert wurde. Ja, für Legehennen gibt es derzeit zu wenig Auslauf. Aber die Verbesserung der Strukturen darf nicht zum Verfall der Tiere führen! Mehr Hecken wären wünschenswert, aber Laufen bitte nicht reduzieren“, sagt Weissenböck.

Fragen und Kontakte:

Mag. Elizabeth Penz Pressestelle Österreich VIER PFOTEN – Stiftung Tierschutz Linke Wienzeile 236, 1150 Wien

Tel: + 43 (0) 1 895 02 02 – 66 Fax: + 43 (0) 1 895 02 02 – 99 Mobil: + 43 (0) 664 3086303 elisabeth.penz@vier-pfoten.org www.vier-pfoten. unter www.vier-pfoten.org