Nach ukrainischen Angaben sind seit Kriegsbeginn 23.000 russische Soldaten in der Ukraine gestorben. Darüber hinaus seien bereits mehr als tausend russische Panzer und fast 2.500 andere Militärfahrzeuge zerstört worden, sagte der ukrainische Präsident Wladimir Selenskyj in einer Rede am Samstagabend. Die tatsächlichen militärischen Verluste sind schwer abzuschätzen. Moskau hat bisher mehr als tausend eigene Opfer anerkannt und schätzt die Zahl der getöteten ukrainischen Kämpfer auf mehr als 23.000.
Laut der Nachrichtenagentur UNIAN sagte ein Berater des ukrainischen Präsidenten Alexej Arestowitsch am Samstagabend, dass seit vier Tagen keine Truppenbewegungen von Russland in die Ukraine beobachtet worden seien. Andererseits werde “eine große Anzahl von kaputten Geräten, Verwundeten und Toten” nach Russland zurückgebracht.
Ukraine: Kampfflugzeuge und Drohnen abgeschossen
Nach Angaben ukrainischer Truppen schossen sie zwei russische Kampfflugzeuge und mehrere Drohnen ab. Ein Su-25-Flugzeug und vier der sieben abgeschossenen Drohnen seien in der Ostukraine getroffen worden, teilten die BBC und die Armee am Sonntagabend auf Facebook mit. Außerdem seien auf der von Russland kontrollierten Schlangeninsel im Schwarzen Meer drei Flugabwehrpanzer, das Flugabwehrsystem Strela-10 und ein Funkwagen zerstört worden, teilte die South Task Force auf Facebook mit.
Zivilisten aus Mariupol Steel evakuiert
Nach Angaben des stellvertretenden Kommandeurs des ukrainischen Asow-Regiments wurden 20 Frauen und Kinder aus der belagerten Stahlmine Azovstal in Mariupol evakuiert. Zuvor hatten russische Nachrichtenagenturen berichtet, dass 25 Zivilisten die Fabrik verlassen hätten.
Ukrainischen Quellen zufolge wurden etwa 1.000 Zivilisten in den Bunkern des Stahlwerks eingeschlossen. Russland hingegen spricht von 2.500 ukrainischen Kämpfern und ausländischen Söldnern, die sich ebenfalls dort verstecken sollen.
Scholz verteidigt die Politik der Ukraine
Derweil verteidigt Bundeskanzler Olaf Scholz seine Politik in der Ukraine gegen den Vorwurf, er handle angesichts der russischen Aggression zu zögerlich und feige. „Ich treffe meine Entscheidungen schnell – und im Einvernehmen mit unseren Verbündeten. „Ich bin misstrauisch gegenüber den übereilten Aktionen und den Deutschen, die es selbst tun“, sagte der PSD-Politiker der Bild am Sonntag. Diesen Kurs will er weiterverfolgen.
Die Bundesregierung hat am Dienstag die Lieferung von Gepard-Flugabwehrpanzern an die deutsche Rüstungsindustrie genehmigt. Es sind die ersten schweren Waffen, die direkt aus Deutschland in die Ukraine geliefert werden. Vor dem Krieg in der Ukraine galt das Prinzip, Waffen in Krisengebieten nicht abzugeben.
Baerbock: Frieden erst nach Abzug aller russischen Truppen
Bundesaußenministerin Analena Burbock sagte der Bild am Sonntag, der Abzug aller russischen Truppen aus der Ukraine sei eine Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden in Europa und ein Ende der Sanktionen gegen Russland. „Ein Waffenstillstand kann nur der erste Schritt sein.“ Man müsse der Ukraine helfen, stark genug zu sein, um für sich selbst zu entscheiden, sagte der Minister. “Niemand hat das Recht, ihnen etwas vorzuschreiben.”
Burbock hat im Wahlkampf am Samstag in Ahrensburg bei Hamburg erneut seine Unterstützung für die Lieferung schwerer Waffen verteidigt. „Wir wollen den Menschen in der Ukraine helfen, sich vor Putins Angriffskrieg zu schützen, der gegen das Völkerrecht verstößt“, sagte sie. “Aber was würde es bedeuten, wenn wir nichts tun würden?” Fällt dann eine Bombe weniger? Nein, sagte sie.
Melnik: „Deutschland ist für Putin schon lange eine Militärpartei“
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andriy Melnik, besteht weiterhin auf modernsten deutschen Waffen für den Abwehrkampf der Ukraine gegen die russische Armee. Die versprochenen Gepard-Panzer seien bereits 40 Jahre alt, sagte er der Bild am Sonntag. Aber um Russland zu besiegen, “brauchen wir die modernsten deutschen Waffen”. Insbesondere nannte er den schnellen Export von 88 Leopard-Panzern, 100 Marder-Panzern, selbstfahrenden Haubitzen “und vielen anderen”.
Die Angst, durch Waffenlieferungen eine Militärpartei zu werden, bezeichnete Melnik als völligen Unsinn: „Deutschland ist für Putin längst eine Militärpartei. Wer die Eskalation des Krieges verhindern will, muss uns jetzt helfen, Putin in seine Schranken zu weisen.
Merz will nach Kiew reisen
HDZ-Vorsitzender Friedrich Merz will nach Kiew reisen. Die HDZ verbreitete auf Twitter eine Nachricht ihres Stabschefs Jacob Schrott, in der er ohne Terminangabe schrieb: „Friedrich Merz plant tatsächlich eine Reise in die Ukraine.“ Medienberichten zufolge ist die Reise für Montag geplant.
-
Gepostet / Aktualisiert: vor 14 Minuten
-
Empfehlungen: 2036
-
Friedrich Schmidt
-
Veröffentlicht / aktualisiert:
-
Empfehlungen: 116
-
Peter Khores
-
Veröffentlicht / aktualisiert:
-
Empfehlungen: 23
-
Eckhart Loze
-
Veröffentlicht / aktualisiert:
-
Empfehlungen: 111
Schrott weiter: „Deutschlands Unterstützung für die Ukraine ist keine Sache der Regierung gegen die Opposition. Deshalb hat die Demokratische Mitte des Deutschen Bundestages diese Woche einen gemeinsamen Vorschlag zur Unterstützung der Ukraine beschlossen. Merz will mit seinem Besuch die gemeinsame staatliche und politische Verantwortung von Opposition und Regierung zum Ausdruck bringen.
Das wird heute wichtig sein
Auch der Tag der Arbeit am Sonntag stand ganz im Zeichen der russischen Aggression gegen die Ukraine und deren Folgen für Deutschland. Der Präsident des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Rainer Hoffmann, hat bereits eine stärkere Beteiligung der Reichen an der Bewältigung der Lasten gefordert.
Verdi-Chef Frank Verneke warnte vor …
Add Comment