War dieses Manöver oder eine gezielte Provokation gegen den Westen Zufall?
Ein russisches Kriegsschiff ist in der Nacht zum Freitag in dänische Gewässer nahe der Ostseeinsel Bornholm eingedrungen. Das dänische Verteidigungskommando teilte mit, die Korvette sei zwei Mal in die Hoheitsgewässer des Landes nördlich der Insel Cristiano bei Bornholm eingedrungen.
Das Schiff fuhr gegen 2.30 Uhr zum ersten Mal in dänische Gewässer ein. „Wenige Stunden später überquerte dieselbe Korvette erneut die Hoheitsgewässerlinie, ebenfalls nördlich von Cristiano“, heißt es in der Militärerklärung. Demnach verließ das Schiff sofort dänisches Hoheitsgebiet, nachdem es vom UKW-Funk der Marine gerufen wurde.
Wegen des Vorfalls rief Außenminister Jeppe Kofod den russischen Botschafter an, um mit ihm über den Vorfall zu sprechen. Bereits Ende April hatte ein russisches Militärspionageflugzeug den dänischen Luftraum verletzt.
Der dänische Außenminister Jeppe Kofod Foto: JOHANNA GERON / REUTERS
Kofod sagte: „Russland ignoriert erneut internationale Regeln und missachtet Grenzen. Wir haben dem russischen Botschafter sehr deutlich gemacht, dass ein solches Vorgehen völlig inakzeptabel ist.
An Russland gerichtet schrieb er auf Twitter: „Rowdytum-Methoden funktionieren nicht gegen Dänemark.“ Er beendete seinen Tweet mit dem Hashtag #WeAreNATO.
Hier finden Sie Inhalte von Twitter
Um mit Inhalten von Twitter und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese anzuzeigen, benötigen wir Ihre Zustimmung.
Soziale Netzwerke aktivieren
Derzeit findet auf Bornholm ein jährliches Festival der Demokratie statt. Auch Ministerpräsident Mete Frederiksen nimmt an dem Festival teil. Die russische Botschaft in Dänemark äußerte sich zunächst nicht.
Ukrainischen Quellen zufolge wurde am Freitag im Schwarzen Meer ein russischer Schmuggler mit aus dem Westen gelieferten Waffen getroffen. Laut dem Verteidigungsminister erhielt die Ukraine vor einem Monat Harpunenraketen aus Dänemark.
Anfang Juni stimmten die Dänen mit überwältigender Mehrheit für den Beitritt zur gemeinsamen Verteidigungspolitik der EU und beendeten damit ein Sonderabkommen, das 30 Jahre in Kraft war.
Add Comment