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Ryanair-Chef Michael O’Leary: Reisende sollten sich auf 5 Jahre Flugchaos einstellen

veröffentlicht2. Juli 2022, 19:25 Uhr

Ryanair-Chef Michael O’Leary glaubt, dass die Normalität erst dann in die Reisebranche zurückkehren wird, wenn sich die Fluggesellschaften „vom russischen Öl lösen“ können. Das kann vier bis fünf Jahre dauern.

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Im Sommer 2022 werden Fluggesellschaften und Flughäfen vor allem über den Personalmangel besorgt sein.

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Flüge werden gestrichen und an Flughäfen gibt es lange Schlangen.

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Viele Stellen wurden wegen der Corona-Pandemie abgebaut.

Reuters

Personalmangel sorgt an europäischen Flughäfen für lange Warteschlangen, Verspätungen und Flugausfälle machen das Fliegen in diesem Sommer zur Geduldsprobe. Aber wird nach den Sommerferien wieder alles gut? Nicht deswegen, warnt Ryanair-Chef Michael O’Leary. Das “totale Chaos” wird noch Jahre andauern. Laut O’Leary dürften die Flugticketpreise in den nächsten fünf Jahren steigen, weil Fliegen “zu billig” geworden sei.

Angesichts steigender Kosten in der Branche sind keine Gewinne zu erzielen. „Ich finde es absurd, dass jedes Mal, wenn ich nach Stansted fliege, der Zug ins Zentrum von London teurer ist als das Flugzeug“, sagte O’Leary der Financial Times. Der irische CEO von Ryanair leistete unter anderem Pionierarbeit bei Billigfliegern in Europa.

Flüge sollen 50 Prozent teurer werden

Die Lösung für die aktuellen Probleme in der Tourismusbranche sieht der Geschäftsmann in der Verteuerung von Flugtickets. O’Leary erwartet, dass eine Kombination aus hohen Ölpreisen und Umweltsteuern den Durchschnittspreis von Ryanair mittelfristig von 40 Franken auf 50 bis 60 Franken steigen lassen wird.

Außerdem werde die Luftfahrtindustrie im nächsten Jahr “einem stärkeren Inflationsdruck ausgesetzt”, Personalkosten und Flugsicherungsgebühren würden steigen. O’Leary glaubt, dass die Ölpreise für die nächsten vier oder fünf Jahre “strukturell höher” bleiben werden, “bis wir uns von russischem Öl und Gas lösen können”.

Personalmangel durch Brexit – Löhne bleiben niedrig

Im konkreten Fall von Ryanair – einem irischen Unternehmen mit Hauptsitz in Dublin – ist der Personalmangel nicht nur eine Folge der Corona-Pandemie. O’Leary kritisierte vor allem die britische Regierung für den Brexit, den er als „Katastrophe“ bezeichnete. Der Austritt aus der EU werde britische Fluggesellschaften daran hindern, europäische Arbeitnehmer einzustellen, sagt er.

Auch die britische Fluggesellschaft Easyjet klagt: Im vergangenen Monat gab die in London ansässige Fluggesellschaft bekannt, dass sie dieses Jahr 8.000 Bewerber wegen ihrer Nationalität abgelehnt habe, von denen die meisten aus der EU stammten.

Doch während Ryanair und Easyjet über Personalmangel jammern, nimmt die Streikwelle im Flugverkehr in Spaniens beliebtem Urlaubsziel weiter zu: Am Samstag kündigte die USO-Gewerkschaft an, dass das Ryanair-Kabinenpersonal im Juli für weitere 12 Tage für bessere Arbeitsbedingungen streiken werde. Auch in Spanien wurden an diesem Wochenende fast 450 Flugbegleiter von Easyjet zum Streik aufgerufen. Das Kabinenpersonal fordert deutlich höhere Löhne und Flugzeitbeschränkungen.

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