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Schatdorf verwendete ein Bild eines Konzentrationslagers für eine Website

Der Slogan „Arbeit macht frei“ prangte an den Eingangstüren mehrerer Konzentrationslager, eine zynische Umschreibung der Nazis für den angeblichen Bildungszweck der Lager, in denen Millionen starben.

Entsprechend negativ ist die Aussage bis heute und wird nur von Neonazis verwendet. Und jetzt auch von der Gemeinde Schatdorf, berichtet „20 Minuten“.

Die Urner Verwaltung gibt auf ihrer Website bekannt, dass die Gemeinde an Mariä Himmelfahrt geschlossen bleibt. Auf die Meldung «Montag, 15. August 2022 geschlossen!» Sie hat ein Foto mit der Überschrift „Arbeit macht frei“ hochgeladen.

Ein dummer Fehler, so die Community

Das Foto zeigt den Eingang zum ehemaligen Konzentrationslager Dachau, dem ersten als Dauereinrichtung errichteten Konzentrationslager. Etwa 20 Kilometer nördlich von München gelegen, wurde es zunächst für politische Attentate und zur Ausbildung von KZ-Wächtern und SS-Führern genutzt. Nach offiziellen Angaben starben etwa 41.500 von mindestens 200.000 Häftlingen.

Warum wirbt die Kirche mit einem solchen Bild für ihren Feiertag? Es sei “ein sehr peinlicher Fehler eines Mitarbeiters” gewesen, sagte Daniel Münch, Geschäftsführer der Gemeinde Schatdorf, gegenüber Blick. Weder sie noch die Gemeinde oder der Kanton Uri seien in irgendeiner Weise antisemitisch oder rassistisch, der Fehler sei aus “reiner politischen Unwissenheit” entstanden. Für ihn als gebürtigen Deutschen sei der Vorfall „doppelt schlimm“. Münch: „Dafür kann ich mich nur entschuldigen, ich erwarte kein Verständnis für den Fehler. Er ist unverzeihlich. Aber ich bitte um Verständnis, dass dies nur an einem Loch in der politischen Bildung liegt, ohne weitere Gedanken.”

Er sprach die Mitarbeiterin ernst an und klärte sie auf. Für Sie ergeben sich daraus keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen, es wäre unverhältnismäßig. “Aber heute kann sie guten Gewissens herumlaufen.” Er beschloss auch, eine interne Untersuchung des dunklen Kapitels des Zweiten Weltkriegs einzuleiten, um solche Bildungslücken zu schließen. Und: „Künftig werde ich alle Bilder und Texte prüfen, bevor sie veröffentlicht werden. Denn der Fall hat mir gezeigt, wie groß die Macht von Bild und Text nicht nur für Medienunternehmen, sondern auch für andere ist. »

Das Bild wurde inzwischen geändert.

Der Moderator musste gehen, andere entschuldigten sich

Die Verwendung dieses Satzes führte in der Vergangenheit regelmäßig zu Skandalen. Der damalige Vizevorsitzende der GSDP, Ludwig Stiegler (78), erklärte im Bundestagswahlkampf 2005, dass ihn der CDU-Wahlkampfslogan „Soziales schafft Arbeit“ an „Arbeit macht frei“ erinnert. Später entschuldigte er sich für diesen Vergleich.

Im Jahr 2012 wurden ein Moderator und Mitarbeiter des lokalen Radiosenders Gong 96.3 entlassen, weil der Moderator in einer Sendung Hörer, die am letzten Samstag im Juli arbeiten sollten, mit den Worten „Arbeit macht frei“ ansprach.

2019 gab es einen Skandal, als VW-Chef Herbert Diess (63) versuchte, seine Mitarbeiter auf einer Veranstaltung mit dem Slogan „Ebit macht frei“ mehrfach zu motivieren. Später entschuldigte er sich dafür. (an)