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Von Stefan Dickmann
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Der Leiter des Seminars nahm sich nach Vorwürfen des „Missbrauchs“ das Leben.
Limburg – “Es war der letzte dramatische Akt”, trauerte ein Limburger gestern, als er von einem Priesterseminar in Limburg vom Tod des 49-Jährigen erfuhr. Nach Informationen dieser Zeitung hat Dr. Christoph May nahm sich im Wald nahe dem Eschenauer Ortsteil Runkel das Leben. Die Leiche des Priesters wurde am Donnerstagmorgen (9. Juni) gefunden, sein Auto war in der Nähe, von einem Polizeihubschrauber entdeckt, also fuhr die Patrouille dorthin.
May hatte bereits am Mittwoch einen Abschiedsbrief hinterlassen, der kurz darauf gefunden wurde. Er wird seit Mittwochnachmittag vermisst; Angeblich ist er mit seinem Auto davongefahren. Am Nachmittag begann eine großangelegte Suchaktion von Polizei, Feuerwehr und DRC. Die Polizei fand sein Handy und spürte ihn mit Hilfe der Polizei und der Kriminalpolizei auf; Am Mittwoch und Donnerstag war ein Hubschrauber im Einsatz.
Feuerwehren aus Limburg, Eschhofen, Dietkirchen, Lindenholzhausen und Staffel konzentrierten ihre Suche unter anderem mit zwei Booten auf das Lan; Auch die Rettungshundestaffel wurde gerufen. Das DRK seinerseits sucht mit seiner Drohnenstaffel in Waldbrunn nach May, weil er aus Hintermeilingen stammt.
Schock im Bistum Limburg: Die Staatsanwaltschaft gibt Einzelheiten bekannt
Seitdem bestätigt die Staatsanwaltschaft Limburg, dass es sich um Suizid gehandelt hat. „Nach eingehenden Ermittlungen gibt es keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden oder eine strafbare Handlung, die zum Tod des Verstorbenen geführt hat“, bestätigte Oberstaatsanwalt Dominique Mies auf Anfrage der Zeitung.
Nicht nur Limburg ist von diesem Ereignis gelähmt. Niemand weiß etwas Genaues über die Vorgeschichte. Die Stadt sagt jedoch, dass Christophe May kürzlich plötzlich wegen “Missbrauchs” angeklagt wurde. Deshalb war Regens am Mittwoch für ein persönliches Gespräch mit Bischof Dr. Georg Betzing, der ihn gemäß der bestehenden Kirchenordnung von allen Gottesdiensten entließ, damit er die Vorwürfe prüfen und aufklären konnte. Das bestätigte das Bistum Limburg in einer offiziellen Stellungnahme. „Die Ereignisse haben uns in der Diözese Limburg und weit darüber hinaus erschüttert. „Der Tod trifft uns hart, löst Entsetzen und Fassungslosigkeit aus und hinterlässt viele Fragen“, hieß es.
Limburg: Der Fall ist auch für den Bischof brisant
Einzelheiten zu dem “missbräuchlichen Verhalten” und den genauen Todesumständen wurden auf Anfrage nicht genannt. Der Tod des Priesters ist für alle in der Diözese sehr bedrückend, insbesondere für den Bischof, die Personalverantwortlichen und die Leitung der Diözese. Die Diözese spricht der Familie des Verstorbenen ihr aufrichtiges Beileid aus. Einer will die offenen Fragen klären, vor allem aber hält er inne.
Das Bistum betonte ausdrücklich, dass „ihre Gedanken bei denen sind, die die Vorwürfe angezeigt haben“. Brisant ist die Frage auch für den Bischof, der als verständnisvoller und sympathischer Chef bekannt ist und keineswegs stur – schließlich ist Betsing auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Kürzlich wurde ihm sogar vorgeworfen, in seiner Beziehung zu einem anderen Priester zu locker zu sein.
Schock im Bistum Limburg: Christoph May hat wichtige Aufgaben übernommen
Der Pfarrer missbrauchte zwei Frauen, doch Jahre später beförderte Betzing ihn zum Kreisdekan des Westerwaldes. Betzing begründete dies damit, dass die Angriffe des Priesters keine Straftaten seien und er sein Verhalten bereue und sich entschuldige. Als der Fall vor zwei Wochen bekannt wurde, löste das eine Welle der Kritik an Betzing aus. Ihm wurde vorgeworfen, bei seiner Entscheidung nicht genügend auf die betroffenen Frauen geachtet zu haben. Der Priester bot daraufhin seinen Rücktritt als Dekan an, den Betsing annahm.
Dr. Christoph May hat in den letzten Jahren wichtige Aufgaben übernommen. Regens ist seit September 2018. Zu den Aufgaben des gebürtigen Westerwälders gehörte die Leitung der Personalausbildungsabteilung und des Priesterseminars in Limburg. Ende 2019 wurde der Geistliche zu einem der sieben Domchefs ernannt. Zuvor war er als Pfarrer in der Pfarrei St. Anna Braunfels (Lahn-Dill-Kreis) und als Kreisdekanin in den katholischen Kreisen Wetzlar und Lahn-Dill-Eder.
Bistum Limburg: Die Erntedankpredigt hat es berühmt gemacht
Auch durch seine Erntedankpredigt im Jahr 2020 war er im Volk bekannt und beliebt. Er setzte sich für die Verwaltung der Sakramente wiederverheirateter Scheidungspaare, das Verständnis gleichgeschlechtlicher Beziehungen und des gemeinsamen Abendessens über Konfessionsgrenzen hinweg sowie für die Ordination von Frauen ein. „Theologinnen, die sich für das ordinierte Frauenamt einsetzen, wurden zum Schweigen gebracht“, kritisierte er. Emotional verfolgten rund 80.000 Menschen die Predigt, die in der Bischofskapelle aufgezeichnet und anschließend auf dem YouTube-Kanal mit rund 150.000 Views immer wieder abgespielt wurde.
Für einige Bekannte, die mit dem Pfarrer in Verbindung standen, war diese „Kartoffelpredigt“ des ortsansässigen Hintermillinger jedoch unverständlich. „Eigentlich war er sehr fromm und hat immer die konservative Seite vertreten“, wundern sie sich heute. In der ihm 2019 übertragenen Rolle des bischöflichen Vikars für die Entwicklung der Kirche scheint er sich zu verändern. „Er war innerlich zerrissen, getrieben und deprimiert“, hieß es in mehreren traurigen Kommentaren.
Schock im Bistum Limburg: Es stehen unterschiedliche Vermutungen im Raum
Jetzt denken alle nach und es stehen viele verschiedene Vermutungen im Raum. Zum Beispiel, dass jemand der Kirche schaden wollte, indem er den Priester angegriffen hat? Missbrauchsvorwürfe sind schwer zu widerlegen. Jedenfalls stellte sich heraus, dass weder Kinder noch die Zeit erwähnt werden, als Dr. Christoph May war bereits im Amt.
In einer Predigt Anfang dieses Jahres gab er zu, dass er manchmal an seiner Berufung zweifelte und das Gefühl hatte, sie nicht erfüllen zu können. Es vergeht kein Tag, an dem er Gott nicht um Vergebung bittet. „Jede Nacht muss ich auf der Bettkante sagen: ‚Christoph, du hast ihn nicht wieder an die Kette gelegt.‘ Da ist die Trauer groß für einen Pfarrer, der oft ein offenes Ohr für die Trauer anderer hatte. Was für ein großes Leid, dass er selbst in seinem Dilemma keine helfende Hand finden konnte. (aic / abv / dick / dpa)
Suizide melden wir grundsätzlich nicht, um mögliche Nachahmer nicht zu ermutigen. Eine Meldung erfolgt nur, wenn die Umstände besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, an einer existenziellen Krise oder Depression leidet, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge unter: 0800-1110111. Hilfe bei Depressionen und anderen psychischen Notlagen gibt es auch unter www.deutsche-depressionshilfe.de. Auch der Krisendienst in Frankfurt bietet unter 069-611375 Hilfe an. Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.bsf-frankfurt.de.
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