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Schwangere mit Todesgefahr nach Komplikationen durch Abtreibungsverbot

Striktes Abtreibungsverbot in Malta

Mama hofft, dass ihr Baby stirbt, um ihr eigenes Leben zu retten

In der 16. Schwangerschaftswoche erlitt eine amerikanische Touristin auf Malta schwere Blutungen und Wasserbruch. Das fetale Herz schlägt noch, aber das Baby hat keine Überlebenschance. Der Frau droht eine tödliche Infektion. Ärzte haben das Recht einzugreifen, nur wenn sie stirbt.

Gepostet: 03:24

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Aktualisiert: 15:40 Uhr

Andrea Prudente ist eine schwangere Touristin aus den USA. Sie fuhr mit ihrem Partner in den Urlaub nach Malta. Das Wetter ist schön, es gibt viel Kultur – und als sicheres EU-Land geht es auch der Gesundheit gut. Jetzt fürchtet Prudente um sein Leben – im Krankenhaus. Sie bekam plötzlich starke Blutungen und Wasserbruch. Der Ultraschall zeigte einen Blasensprung und eine Ablösung der Plazenta. Das Herz des 16 Wochen alten Fötus schlägt noch. Die Ärzte teilten der jungen Frau mit, dass ihr ungeborenes Kind nicht lebensfähig sei. Allerdings muss sie sich um das Baby kümmern.

Denn die Ärzte weigern sich, die Schwangerschaft der Amerikanerin abzubrechen. Abtreibung ist in Malta strengstens verboten. Und das, obwohl das Leben der Mutter jetzt auf dem Spiel steht. Die Ärzte sagten ihr, sie könnten laut Malta Today nur eingreifen, wenn der Patient kurz vor dem Tod stehe. Auch eine Infektion reicht nicht aus. Und Ärzte dürfen mit der Patientin nicht über die Möglichkeit einer Abtreibung sprechen.

„Ich will nur lebend hier raus“, sagte Prudente dem Guardian von seinem Bett in der maltesischen Hauptstadt Valletta aus. “In meinen kühnsten Träumen hätte ich mir nie einen solchen Albtraum vorstellen können.”

Prudente “warten, bis die Frucht stirbt”

„Die Patientin ist bereits gezwungen, im Krankenhaus zuzusehen und zu warten, was ihr Leben in Gefahr bringt“, sagte Doctors for Choice Malta, eine humanitäre Organisation, die für Abtreibungsrechte auf der überwiegend katholischen Mittelmeerinsel kämpft. Prudent und ihr Partner seien „zu Recht verzweifelt und suchen nach einer Lösung“. In Großbritannien ist eine medizinische Evakuierung geplant. Dafür kann es zu spät sein.

Nach internationalen geburtshilflichen Richtlinien ist eine Abtreibung erforderlich, wenn der Fötus nicht vor 24 Wochen lebensfähig ist. Dies geschieht, um das Risiko einer Infektion und des Todes der Mutter zu vermeiden. Die Infektion kann durch zerrissenes Gewebe in der Gebärmutter und dann in die Blutbahn der Patientin gelangen – und zum Tod führen.

Malta Today zitiert die Gynäkologin Isabel Stabile von Doctors for Choice. Die Fruchtblase der Amerikanerin ist vor etwa einer Woche geplatzt und hat praktisch kein Fruchtwasser hinterlassen. Aufgrund von Komplikationen hat der Fötus keine Überlebenschance. Der Patient „wartet darauf, dass der Fötus stirbt“. (ke)