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Erstellt: 30.06.2022, 16:51
Von: Patrick Hulina
Trennung
Heftige Regenfälle und Hagel haben in Kärnten zu vielen Murenabgängen geführt. Der Schaden ist enorm. Am nächsten Tag beginnt die Reinigung.
- Viele Haushalte ohne Strom: Das volle Ausmaß der Sturmkatastrophe ist noch unklar.
- Ein Toter nach Erdrutsch: Ein 82-Jähriger kann nur noch bei Versammlungen tot aufgefunden werden.
- Schwere Unwetter in Österreich: In mehreren Gemeinden in Kärnten wurde der Zivilschutzalarm ausgelöst.
- Diese Nachrichten zu den schweren Unwettern in Österreich werden laufend aktualisiert.
Update 30. Juni, 15.47 Uhr: Nach dem verheerenden Sturm arbeiten die Einsatzkräfte im Katastrophengebiet Meter für Meter. Laut Polizeihubschrauber Kärnten kommt er ständig zum Einsatz. Auch drei Heereshubschrauber fliegen in geringer Höhe. Der Zivilschutzalarm im Unwettergebiet Kärnten bleibt zunächst bestehen. Besonders betroffen sind dort die beiden Gemeinden Arriach und Treffen. Schlamm, Steine und Edelsteine sind überall. Viele Straßen sind einfach abgeschnitten. Ein provisorischer Hilfspfad wurde am Donnerstag von Aric angelegt, berichtet MeinBezirk.at.
Wie viele Menschen in der Region wegen schlammiger Straßen in ihren Häusern geblieben sind, ist zunächst noch nicht klar. Am Mittwoch wurden neun Personen aus zwei Familien geholt und in Sicherheit gebracht. Strom und Wasser gibt es nicht, die Menschen ernähren sich aus der Luft.
Dies sei eine der schlimmsten Katastrophen, die Kärnten erlebt habe, sagte Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Trefen. Viele Menschen haben alles verloren. Die Politik hat finanzielle Hilfe zugesagt.
Schwere Unwetter in Österreich: Gemeinde noch isolierter – „Der Schaden ist riesig“
Update 30. Juni, 12.15 Uhr: Am Donnerstag gehen die Aufräumarbeiten nach dem Jahrhundertsturm in Kärnten weiter. Bei Versammlungen am Ossiacher See ist ein Mann bei einem Erdrutsch ums Leben gekommen. Laut ORF ist die Gemeinde Ariach noch immer von der Außenwelt isoliert. Alle Zufahrtsstraßen sind unpassierbar. Hunderte Menschen sind laut heute.at immer noch von Strom und Wasser abgeschnitten.
Vor-Ort-Assistenten werden ständig eingesetzt. Fest steht jedoch: „Es wird kein Sprint, sondern ein Marathon. Die Reinigungsarbeiten werden Monate dauern“, sagte Kärntens Katastrophenschutzbeauftragter Daniel Fellner, Kurier.
Aufräumarbeiten in den Sturmgebieten Kärntens dürften Monate dauern. © IMAGO/B&S/Bernd März
Während einige der Unwetteropfer in Kärnten noch zu Hause sind, haben Stürme und Starkregen seit Mittwochnacht auch in Oberösterreich Schäden angerichtet. In der nördlichen Gemeinde Freistadt sind laut APA mehrere Dächer teilweise überdacht. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Die Feuerwache befand sich dem Bericht zufolge hauptsächlich in Linz und Umgebung sowie in der nahe gelegenen Gemeinde Perg wegen überfluteter Keller.
Viele Haushalte ohne Strom: Das Ausmaß der Katastrophe in Österreich ist noch unklar
Update vom 29. Juni, 21.42 Uhr: Bis zum Abend sei es schwierig gewesen, das Ausmaß des Hochwassers zu überblicken, sagte Revierhauptmann Bernd Ripan dem ORF. „Wie viele Häuser betroffen sind, lässt sich wohl erst morgen oder gar in den nächsten Tagen abschätzen. Was sich aber schon jetzt sagen lässt, ist, dass der Schaden enorm ist.“
Etwa zehn bis fünfzehn Menschen wurden mit Hubschraubern aus ihren schlammigen Häusern in Ariach gerettet. Wie viele Menschen insgesamt in der Region verbleiben, könne man laut Riepan nur schätzen. Notaufnahmen werden derzeit nicht benötigt. Der Fokus der Helfer liege derzeit darauf, die Hauptstraßenverbindungen wieder befahrbar zu machen, um Trinkwasser zu den Menschen zu bringen, sagt Riepan.
Viele Feuerwehrleute helfen dabei, die Dörfer in der Region Villach von Schäden zu befreien. © Picture Alliance / dpa / APA / Gert Eggenberger
Nach Angaben des Energieversorgers Kelag waren am Nachmittag noch rund 2.000 Verbraucheranlagen ohne Strom, so der ORF weiter. Bezirkshauptmann Riepan kündigte an, dass die Monteure der Kelag am morgigen Donnerstag in die Schadstellen des Netzes entsandt würden.
Ein Toter nach Erdrutsch: 82-Jährige kann nur noch bei Versammlungen tot aufgefunden werden
Update 29. Juni, 14.49 Uhr: In Kärnten sind zwei Hubschrauber und rund 100 Soldaten stationiert, darunter schweres Gerät. Viele Straßen sind aufgrund von Schutt und Trümmern unpassierbar. Die Gemeinde Ariah im Bereich Villach-Land ist derzeit von der Außenwelt abgeschnitten. Ein vermisster Mann (82) konnte bis Mittwochnachmittag nicht tot aufgefunden werden. Von einem vermissten Fahrer, der sich seit etwa vier Stunden bei der Landesalarm- und Warnzentrale gemeldet hat, gibt es laut ORF noch immer keine Spur.
Angesichts der Zerstörung meldete sich Bundespräsident Alexander Van der Belen via Twitter zu Wort. Er appellierte an die Bevölkerung: „Passen Sie auf sich und Ihre Brüder auf. Schauen wir uns an!”
Update 29. Juni, 13.36 Uhr: Ein heftiger Sturm hat im österreichischen Bundesland Kärnten eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Nachdem bereits in den Gemeinden Trefen am Osiach und Ariah wegen Erdrutschen und tobenden Strömungen Zivilschutzalarm gegeben wurde, gilt diese Warnstufe nun auch in Tamsweg im Salzburger Land. Laut ORF droht der Leißnitzbach dort seine Ufer zu zerstreuen. Es wird gebetet, dass die Bevölkerung drinnen bleibt, Tiefgaragen und Keller nicht betritt und sich von Ufern und Brücken fernhält.
Schwieriges Wetter in Österreich: Bevölkerungsschutzbedenken wegen Erdrutschgefahr und hoher Starkregengefahr
- Ankunft im Villacher Land
- Treffen am Ossiacher See
- Tamsweg im Bezirk Salzburg
Laut ORF wurden bereits mehrere Eingeschlossene per Hubschrauber gerettet. Allerdings gibt es wohl einen ersten Todesfall. Wie meinbezirk.at berichtet, kann der 82-Jährige nur bei Versammlungen tot aufgefunden werden. Der Mann wird seit mehreren Stunden gesucht. Weitere Informationen wurden zunächst nicht bekannt.
Der Schaden durch die Treffen am Ossiacher See ist riesig. © Gert Egenberger/dpa
Starke Unwetter in Österreich: „Häuser meterweit im Schlamm begraben“
Erstmeldung vom 29. Juni: München/Villach – Starke Unwetter haben in der Nacht zum Mittwoch (29. Juni) im österreichischen Bundesland Kärnten gewütet. Heftige Regenfälle und Hagel führten zu zahlreichen Schlammlawinen. Die Häuser wurden teilweise bis zum ersten Stock begraben. Die Lage ist unklar. Für die Gemeinden Trefen am Osiah und Ariah im Raum Villach-Land wurde sogar Zivilschutzalarm ausgelöst. Laut ORF waren am Mittwochmorgen noch 7.500 Haushalte rund um Villach ohne Strom.
“Es ist schwer vorstellbar. Die Häuser sind meterweit mit Schlamm bedeckt, Autos sind zerfetzt. „Die Menschen stehen unter Schock“, sagte Rettungsschwimmer Michael Sitter dem österreichischen Nachrichtenportal Kurier. Er ist seit 20 Jahren im Wasserrettungsdienst und hat so etwas noch nie erlebt. Wie viele verletzt wurden, ist unklar. „Bisher sind sieben Menschen und ein Hund abgehauen“, sagte Siter.
In Treffen am Ossiacher See sind ganze Straßen mit Schlamm und Überschwemmungen bedeckt. © Gert Egenberger/dpa
Bei dem Rettungsschwimmer handelte es sich nach Angaben des Kuriers um einen der Rettungskräfte, der am Morgen per Helikopter in die betroffenen Gebiete gebracht wurde. Die anderen Wege seien laut Polizei “zu gefährlich” und “zu matschig”. Unter den Rettungsdiensten gibt es 24-Stunden-Pflegekräfte. Sie müssen pflegebedürftige Menschen vor Ort unterstützen. Hinzu kommen Feuerwehren, Bergretter, das Bundesheer und Suchhunde. Sie müssen Menschen finden, die möglicherweise begraben wurden.
Starke Unwetter in Österreich: Katastrophenschutzalarm ausgelöst – „Hundertjähriges Hochwasser“
Besonders betroffen waren nach ersten Meldungen die beiden Gemeinden Trefen am Ossiach und Ariah im Süden Österreichs. Für Versammlungen gegen 3:30 Uhr wurde ein Zivilschutzalarm ausgelöst, der später zu einem Zivilschutzalarm ausgebaut wurde. Laut ORF wurden die Menschen angewiesen, sich an einen sicheren Ort im ersten Stock ihrer Häuser zu begeben und abzuwarten, bis sich die Lage beruhigt habe.
Aufgrund der starken Regenfälle brachen an verschiedenen Stellen mehrere Bäche an ihren Ufern aus. Johannes Moser vom Hydrologischen Dienst sprach mit dem ORF über das „Jahrhunderthochwasser“. Der Bürgermeister der Versammlung, Klaus Glanznig, erklärte, dass ein Krisenstab eingerichtet worden sei. Viele Straßen sind mit Schlamm und Steinen bedeckt und derzeit nicht befahrbar.
Österreich: Ariah, losgelöst von der Umwelt
Um 5:30 Uhr wurde in der Gemeinde Ariach eine Zivilschutzwarnung ausgegeben, die gegen 6 Uhr morgens zu einem Signal für den Zivilschutz erweitert wurde. Laut APA sagte Gerhard Hohenwarter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), dass es in Ariah und anderswo in der Region “in nur wenigen Stunden so viel geregnet habe wie im Durchschnitt im Juni”.
Laut ORF ist Arriach derzeit von der Umwelt isoliert. Die Armee versucht, sich einen Weg durch die verschütteten Straßen zu bahnen. Unterdessen führen Polizeihubschrauber Aufklärungs- und Evakuierungsflüge durch. Auch Kreishauptmann Bernd Ripan sagte, es gebe Berichte über Vermisste. „Wir versuchen, die Situation mit dem Hubschrauber zu überprüfen, damit wir die Menschen so schnell wie möglich retten können“, sagte er.
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