Eine Doppel-Pole für Scuderia Ferrari ist spannend in Miami, Vettel kämpft
07.05.2022, 23:57
Mit einem Fahrfehler in Imola beim Ferrari-Heim-Grand-Prix warf Charles Leclerc leichtfertig einen besseren Platz hin, doch der Monegasse erholte sich schnell: In Miami holte der WM-Spitzenreiter die erste Pole auf der neuen Strecke. Das stresst Piloten, darunter auch Sebastian Vettel.
Der WM-Führende Charles Leclerc wird der erste Fahrer sein, der bei einem Formel-1-Rennen in Miami von der Pole-Position startet. Der Ferrari-Pilot aus Monaco sicherte sich in der Qualifikation den ersten Platz vor seinem spanischen Teamkollegen Carlos Sainz. Am Ende konnte Weltmeister Max Verstappen das Tempo der Scuderia-Fahrer nicht mehr mitgehen und musste sich in Red Bull mit Platz drei begnügen.
Nach seinem Coup nahm Leclerc zur Freude des Publikums ein kurzes Bad. „Die Fans sind wunderbar. Jetzt müssen wir die Arbeit morgen beenden“, sagte der 24-Jährige. Verstappen blieb trotz der Niederlage ruhig. „Wir haben ein gutes Auto und gute Chancen im Rennen. Da kann viel passieren“, sagte der Niederländer. So wie vor zwei Wochen in Imola: Leclerc kam als Favorit zum Heimrennen von Ferrari, musste sich aber geschlagen geben. Und weil er die Fassung verlor. Es war unnötig, ihn kurz vor dem Ende zu verlassen. Sergio Perez auf Platz zwei konnte er im zweiten Red Bull überholen, Verstappen aber nicht. Leclerc riskiert zu viel.
Vettel widerspricht sich
Der Arbeitstag endete ernüchternd für Sebastian Vettel und Mick Schumacher, die beide im zweiten Durchgang scheiterten. „Oh, nein, ich habe ihn in der Schikane verloren“, schimpfte Vettel über Funk in der Box, nachdem ihn ein Fahrfehler im letzten Versuch einen Platz in den Top Ten gekostet hatte. Der Aston-Martin-Pilot musste sich mit Platz 13 begnügen.
Schumacher hat im Heimspiel seines amerikanischen Teams Haas Platz 15 nicht verpasst. „Das war keine gute Qualifikation unsererseits“, gab er gegenüber Sky TV zu. Als er endlich versucht, seine ersten Punkte aus der Formel-1-Weltmeisterschaft mitzunehmen, muss sich der 23-Jährige am Sonntag (21.30 Uhr/Sky) stark steigern.
Vor dem fünften Saisonlauf führt Leclerc die Gesamtwertung mit 27 Punkten Vorsprung auf Verstappen an. Beide gewannen zwei Rennen. Der Miami International Speedway feiert sein Debüt im Rennkalender. Eine 5.412 Kilometer lange Strecke wurde um das Hard Rock Stadium herum gebaut, das Heimstadion der Fußballmannschaft Miami Dolphins.
Komplexe Akklimatisierung
Viele Fahrer hatten noch Probleme mit der Strecke, als sie sich daran gewöhnt hatten. Durch Unfälle musste das Training mehrfach unterbrochen werden, die Piloten machten viele Wendungen und kleine Patzer. Auch Titelverteidiger Verstappen hatte Probleme beim Start und konnte am Freitag wegen eines überhitzten Autos nur wenige Testkilometer sammeln. Damit rächte sich die Jagd am Startpunkt.
Trotz hoher Ticketpreise sind alle drei Tage des Miami International Run-Debüts ausverkauft. Zum Rennen am Sonntag werden 85.000 Zuschauer erwartet. Die Formel 1 erlebte zuletzt einen regelrechten Boom auf dem lange schwierigen US-Markt. Im vergangenen Herbst strömten mehr als 400.000 Fans zum Großen Preis von Amerika nach Austin, Texas.
Nach dem Publikumserfolg der Netflix-Serie „Drive to Survive“ hat die Formel 1 bereits einen Vertrag für den dritten USA-Besuch des legendären Strip in Las Vegas für 2023 unterzeichnet. „Wir sind endlich in Nordamerika gelandet“, sagte Mercedes Teamchef Toto Wolff, der die Atmosphäre in Miami als „mega“ bezeichnet.
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