Hülse
Das Unternehmen profitiert von hohen Öl- und Gaspreisen mit Milliardengewinnen.
(Foto: REUTERS)
Düsseldorf Der Öl- und Gaskonzern Shell hat angekündigt, die Mittel aus der geplanten Gassteuer in Deutschland nicht verwenden zu wollen. Wie die Sprecherin von Shell Deutschland, Cornelia Volber, am Sonntag in Hamburg sagte, hat sich das Unternehmen für die entsprechenden Zahlungen nicht angemeldet und wird daher von deren Aufforderung absehen.
Mit der geplanten Umlage will die Bundesregierung systemrelevante Gasimporteure unterstützen. Grund war das ins Stocken geratene Unternehmen Uniper, das vom Staat mit Milliardenbeträgen gerettet werden musste.
Grund dafür sind fehlende Gasmengen aus Russland. Da Einzelhändler wie Uniper monatelang Ersatzteile zu Rekordpreisen von Großhändlern beziehen müssen, häufen sich für viele die Mehrkosten. Aufgrund bestehender Lieferverträge konnten Importeure die höheren Lieferkosten bisher nicht weitergeben. Dies ändert sich mit der Verteilung.
Shell und RWE verzichten auf Einnahmen aus der Gasumlage
Ab Oktober können Rohstoffhändler die Differenz zwischen den vereinbarten Preisen und dem aktuellen Kaufpreis an der Börse kompensieren lassen. Die entstehenden Kosten werden an alle Gasverbraucher, sowohl Geschäfts- als auch Privatkunden, weitergegeben. Die genaue Höhe der Gebühr wird am Montag bekannt gegeben. Er kann zwischen 1,5 und 5 Cent pro Kilowattstunde betragen.
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Der Aufschlag steht im Prinzip jedem Gashändler zu, Firmen wie Shell oder RWE, die im Gegensatz zu Uniper derzeit Milliardengewinne machen, bekommen also die höheren Kosten. RWE-Chef Markus Krebber hatte vergangene Woche angekündigt, die Unterstützung nicht in Anspruch nehmen zu wollen.
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„Wir erheben keinen Gaszuschlag und tragen die Mehrkosten für die Ersatzbeschaffung selbst“, sagt der Manager. Das Unternehmen ist finanziell stabil. Allein im ersten Halbjahr konnte RWE seinen Gewinn (bereinigtes EBIT) um mehr als ein Drittel auf 2,8 Milliarden Euro steigern. Auch Shell verzeichnete im zweiten Quartal starke Gewinne. Der britische Konzern verkündete Ende Juli einen Rekordgewinn von 11,5 Milliarden Dollar.
Gaszuschlag: Shell und RWE wollen mit einem Ausstieg Druck aus der Situation nehmen
In den vergangenen Wochen wurde aufgrund hoher Energiepreise für Verbraucher und der Milliardengewinne mancher Energiekonzerne immer wieder eine Steuer auf Mehrgewinne gefordert. Andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben bereits eine Sondersteuer auf sogenannte Mehrgewinne in Krisenzeiten eingeführt, um die Bevölkerung zu entlasten.
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In Deutschland scheint die Diskussion bisher keine Folgen zu haben. Mit dem Wegfall der Gasabgabe versuchen RWE und Shell, die Debatte zu entlasten. Wie es anders hätte ausgehen können, zeigt sich für Shell im Heimatland Großbritannien. Im Juli führte die konservative Regierung des noch Premierministers Boris Johnson eine Sondersteuer von 25 Prozent auf Krisengewinne aus Nordseeaktivitäten ein.
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Erstveröffentlichung: 14.08.22, 17:00 Uhr
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