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Sittensen: Todkranker Einar (13), von Mitschülern geschlagen | Nachrichten

Einars (13) junges Leben war schon immer ein Kampf. Da Einar unheilbar krank ist, wurde er mit einer Reihe von Organfehlbildungen geboren. Einar gab jedoch nie auf, er kämpfte immer für seinen Weg ins Leben. Bis jetzt. Weil ihn drei Mitschüler in der Schule so schikaniert haben, dass er den Lebenswillen verloren hat.

An der Gesamtschule Ostetal in Sittensen wurde Einar in der Pause von drei Mitschülern angegriffen

Foto: Schwack Media

Sittensen (Niedersachsen), 9. Mai. Während einer fünfminütigen Pause wurde Einar im Flur der Ostetalschule von einem Mädchen und zwei Jungen aus seiner Klasse angegriffen. Sie schubsen den schwerkranken Jungen, Einar will fliehen, doch gegen seine drei Mitschüler hat der Kleine keine Chance. “Stimmt es, dass Sie sterben, wenn wir Sie schlagen?”, sollen die Angreifer gefragt haben.

Einar, der nach Nierenversagen einen Blasenkatheter hat und dessen Herzleistung nur noch bei zehn Prozent liegt, ist seinen Angreifern wehrlos ausgeliefert. Das Mädchen soll ihn in die Nieren getreten haben und einer der Jungen habe ihm in den Bauch geschlagen. Als es in der nächsten Stunde klingelte, sollen die Jugendlichen ihn hart getreten haben.

Einar fühlt sich von der Klasse angezogen. Als ihn ein Lehrer wegen seiner Verspätung befragt, flieht der schwer verletzte Junge – aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen seiner Klassenkameraden. Nach dem Unterricht bittet Einar seinen Schulfreund, der sich um den kranken Jungen kümmert, ihn nach Hause zu fahren. Dort geht Einar sofort ins Bett und schläft. Alleinerziehende Carmen H. (37) sagte gegenüber BILD am SONNTAG: „Ich war völlig ahnungslos. Nach einem Schultag ist Einar oft erschöpft.“ Erst am Abend erzählt er ihr von dem Vorfall.

Einars Mutter Carmen H. (37): „Es kostet viel Kraft, den Jungen wieder auf die Beine zu bekommen.“

Foto: Schwack Media

Carmen H. ruft sofort in der Klinik an und spricht mit einem Arzt, der empfiehlt, Einar Schmerzmittel zu verabreichen. Am nächsten Tag bringt ihn Carmen H. in die Klinik und er wird weggeschickt, weil die Wartezeit zu lang ist. Erst durch einen Freund bekam sie einen Termin bei einem Arzt in Itsehou. Zwei Tage nach dem Angriff – und keine Minute später! Die Schläge drohten Einars Nieren zu kollabieren. Lebensgefahr!

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Einar wird nun in der Klinik auf eine Operation vorbereitet, um das Ausmaß der Verletzungen abzuklären. Carmen H. erstattete Anzeige gegen Einars drei Mitschüler. In Sachen Schuldisziplin haben die mutmaßlichen Angreifer wohl nichts zu befürchten.

Das Landesschulamt teilte SONNTAGs BILD mit: „Der Vorfall wurde komplett mit der Klasse abgewickelt.“ Unverständlich für Carmen H.: „Du kannst sogar auf Klassenfahrt gehen, während Einar mit großen Schmerzen hier liegt!“

Nach dem Angriff ist nichts mehr wie es war. Sein Bruder Aryan (15) wurde von Selbstjustiz gequält. Carmen H.: „Karsten Stahl vom Bündnis Kinderschutz hat ihm und uns sehr geholfen.“

Freund und Tröster: Einar mit dem Familienhund Pearl

Foto: Schwack Media

Ihre große Sorge um Einar kann ihr jedoch niemand nehmen. Carmen H.: „Einar hat aufgegeben, der Angriff hat seine Kräfte zerrissen. Er sagt immer wieder, dass er dieses Mal nicht weiterkämpfen kann.”

Foto: BILD

Dieser Artikel ist in BILD am SONNTAG erschienen