Nach dem Besuch von Außenminister Alexander Schalenberg (ÖVP) in Slowenien hat die slowenische Tageszeitung Dnevnik seine Behauptung in Frage gestellt, es gebe derzeit keine Alternative zur Grenzkontrolle.
Österreichische Statistiken zu illegalen Grenzübertritten rechtfertigen nicht die Fortführung der österreichischen Grenzkontrolle zu Slowenien, kommentierte die Zeitung heute.
„Wer sich die Statistiken des Bundeskriminalamts und österreichische Statistiken der letzten Jahre anschaut, fragt sich zu Recht, warum zum Teufel die Österreicher die Grenze zu Ungarn sowie die Grenze zu Slowenien kontrollieren“, berichtete Dnevnik.
Was Ungarn anbelangt, so ist es laut der Zeitung nachvollziehbar, denn im Burgenland, das vor allem an Ungarn grenzt, seien im vergangenen Jahr die meisten illegalen Einwanderer aufgegriffen worden.
Die zweitgrößte Zahl illegaler Grenzübertritte gibt es in Niederösterreich, das an Tschechien und die Slowakei grenzt. „Aber Österreich kontrolliert die Grenzübergänge für die beiden Länder nicht mehr“, teilte die Zeitung mit.
Zahlen „aus dem Ärmel geholt“
Die Mariborer Tageszeitung Vecer schreibt, dass die mitten in der Flüchtlingskrise 2015 eingeführten Kontrollen „auf unbestimmte Zeit“ verlängert werden. Laut der Zeitung unter Berufung auf eine Erklärung auf einer Pressekonferenz in Ljubljana am Montag hat Schalberg “die Zahlen aus dem Ärmel gezogen” über die 120-prozentige Zunahme illegaler Grenzübertritte mit Slowenien in den letzten Monaten.
„Typisch. Wenn er die absoluten Zahlen angegeben hätte, hätten sie im Vergleich zu 2015 winzig und lächerlich ausgesehen. Aber das erleichtert die Feststellung, dass die Grenzkontrolle zu Österreich alternativlos ist“, so die Zeitung.
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