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So ansteckend sind die Varianten Omikron BA.4 und BA.5

In Portugal steigt die Zahl der Kronen durch die Verbreitung der ansteckenderen Untervariante Omicron BA.5 wieder an. Das Nationale Gesundheitsinstitut INSA schätzt, dass etwa 87 Prozent aller Neuinfektionen auf sie zurückzuführen sind. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen hat sich seit Mitte April auf zuletzt etwa 1.800 vervierfacht. Zum Vergleich: In Deutschland lag der Wert laut Robert-Koch-Institut (RKI) am 1. Juni bei 207.

Trotz der hohen Impfrate von 87 Prozent in Portugal ist die Zahl der Krankenhauspatienten und die mit Covid-19 verbundene Sterblichkeit zuletzt gestiegen. 230 Tote in einer Woche, die meisten davon ältere Menschen. Auch in Portugal erleben Krankenhäuser die sechste Kronenwelle: Die Belegung der Betten mit Kronenpatienten ist in einer Woche um 27 Prozent gestiegen.

Seit dem 21. April hat das Land mit mehr als zehn Millionen Einwohnern fast keine Beschränkungen für die Krone. Masken sind nur in öffentlichen Verkehrsmitteln, Pflegeheimen und Krankenhäusern obligatorisch. Behörden raten jedoch zum freiwilligen Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bei erhöhter Ansteckungsgefahr.

Montgomery warnt vor der Verbreitung von BA.5 in Deutschland

Angesichts steigender Infektionszahlen in Portugal warnte der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, vor einer Ausbreitung der omicron-Variante BA.5 in Deutschland. „Die Krone ist noch nicht zu Ende – wie die heftige Explosion des Omicron in Portugal gezeigt hat“, sagte Montgomery am 31. Mai in einem Interview mit der Rheinischen Post. „Die BA.5-Variante des Virus wird sich auch bei uns ausbreiten. Viele, auch die Geimpften, werden erkranken.“ Wer geimpft wurde, erkrankt deutlich milder. Das Sterberisiko sei um 99 Prozent geringer als bei ungeimpften Menschen, sagte Montgomery. Er forderte daher eine gute Vorbereitung für Herbst und Winter.

Die Gesundheitsbehörde der Europäischen Union (ECDC) sieht derzeit keine Hinweise darauf, dass BA.5 zu einem schwereren Verlauf der Covid-19-Erkrankung führt als bisherige Omikron-Linien. Gleiches gilt für Unteroption BA.4. Da beide Untervarianten leichter übertragbar sind, ist mit einer Verbreitung in Europa zu rechnen und könnte in den kommenden Wochen und Monaten zu einem deutlichen Anstieg der Covid-19-Fälle in Europa führen. In diesem Fall erwartet das ECDC wie in früheren Krankheitswellen eine Zunahme der Einweisungen in Krankenhäuser und Intensivstationen.

Mutationen bieten eine höhere Portabilität

BA.4 und BA.5 sind Untervarianten der Omicron-Variante des SARS-CoV-2-Coronavirus. Omikron hat es in kurzer Zeit geschafft, die bis Ende 2021 in Deutschland vertriebene Delta-Variante abzulösen, da diese deutlich ansteckender ist. Konkret setzte sich die Untervariante omicron BA.1 durch, wurde aber bald innerhalb weniger Wochen durch die noch ansteckendere Untervariante BA.2 ersetzt. In den letzten Monaten haben Wissenschaftler weitere Untereinheiten von Omicron identifiziert, die noch ansteckender sind als BA.2. Sie können die Immunabwehr durch Impfung, frühere Coronavirus-Infektion oder eine Kombination aus beidem sogar besser umgehen als Omikron BA.1 und BA.2.

In Südafrika führten die Unteroptionen BA.4 und BA.5 Ende April und Anfang Mai zu einem starken Anstieg der Fallzahlen. Allerdings wurden dort seit Mitte Mai weniger Infektionen gemeldet.

In den USA hingegen dominiert eine andere Untervariante: Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC wurde Mitte Mai bei fast der Hälfte der Infektionen die Unteroption BA.2.12.1 gefunden. Dies basiert auf BA.2, aber es gibt zusätzliche Mutationen im Spike-Protein. Auch die Untervarianten BA.4 und BA.5 tragen eine dieser Mutationen. Dies ist wahrscheinlich für die höhere Portabilität der drei Unteroptionen verantwortlich.

Der Anteil der Unteroptionen BA.4 und BA.5 wächst in Deutschland langsam

In Deutschland dominiert weiterhin die ursprüngliche Untervariante BA.2. Allerdings wächst der Anteil von BA.5. Für die Woche zum 22. Mai meldete das Robert-Koch-Institut einen Anteil von 5,2 Prozent. Im Vergleich zur Vorwoche hat sich der Anteil der Omikron-Variante BA.5 verdoppelt. Auch für BA.4 steigen die Zahlen, wenn auch auf deutlich geringerem Niveau. In Südafrika haben diese beiden Teiloptionen zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen geführt.

Das dürfte in Deutschland aber nicht so sein, auch wenn der Anteil der BA.4- und BA.5-Infektionen weiter steigen dürfte. In Südafrika war BA.2 nie weit verbreitet. Dort war die Unteroption BA.1 für die letzte Welle verantwortlich. Aber diese Welle war vor ein paar Monaten. Für viele damals Infizierte war der Infektionsschutz offenbar wieder reduziert. In Deutschland geht die Zahl der Infizierten erst seit wenigen Wochen langsam zurück. Hier sind viele wohl noch vor einer erneuten Ansteckung geschützt. Außerdem haben die Untervarianten BA.4 und BA.5 mehr mit BA.2 gemeinsam als mit dem ursprünglichen Omicron BA.1. Nach einer Infektion kann dies eine erneute Infektion zumindest für eine Weile verhindern.