Sony PlayStation wird auf bis zu 5 Mrd. £ (5,9 Mrd. €) verklagt, weil es Millionen von PlayStation-Kunden wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht zu viel berechnet hat. Das berichtete die britische Wirtschaftszeitung Financial Times am Montag. Der Fall wurde vom Verbraucherrechtsexperten Alex Neil beim britischen Competition Appeal Tribunal (CAT) eingereicht, das für Kartellverfahren zuständig ist.
Vorwurf: Sony PlayStation soll seine marktbeherrschende Stellung missbraucht haben, um Entwicklern und Publishern von PlayStation-Spielen unfaire Bedingungen aufzuerlegen. Dies wiederum hat zu unfairen Preisen für Benutzer im PlayStation Store geführt. Laut einer vorläufigen Schätzung könnten die Gesamtverluste für die 8,9 Millionen mutmaßlichen Opfer zwischen 0,6 Milliarden Pfund und 5 Milliarden Pfund ohne Zinsen liegen, sagte die Financial Times.
„Sammelklagen wie diese sind wichtig, weil sie uns die Möglichkeit geben, große Unternehmen im Namen der Verbraucher zur Rechenschaft zu ziehen“, zitierte die Zeitung Neal, Geschäftsführer der Resolver Group, einer Verbrauchertechnologieorganisation.
Laut der Klage ist jeder in Großbritannien betroffen, der seit August 2016 digitale Spiele oder zusätzliche Inhalte auf seiner Konsole oder über den PlayStation Store gekauft hat. Sollte der Fall erfolgreich sein, könnten 8,9 Millionen Spieler auf eine Entschädigung hoffen. Schadensersatzansprüche sollen zwischen 67 £ und 562 £ (79 € und 665 €) ohne Zinsen pro Person liegen.
Zunahme der Sammelklagen
Der Fall gegen Sony PlayStation ist der jüngste in einer Reihe ähnlicher Fälle. Laut der Financial Times erlebt CAT derzeit eine Klagewelle gegen große Unternehmen wie BT, Apple und Qualcomm. Eine im vergangenen Jahr eingereichte Sammelklage fordert Schadensersatz in Milliardenhöhe wegen Apples umstrittener App-Store-Regeln.
Solche Kartellklagen im Namen von Millionen von Verbrauchern wegen angeblicher Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht werden durch den Consumer Rights Act 2015 ermöglicht. Allerdings muss jede einzelne Klage zunächst vom CAT als zulässig zertifiziert werden. Diese Bestätigung steht für die Klage gegen Sony PlayStation noch aus.
In den letzten Monaten hat die Zahl der beim CAT eingereichten Gerichtsverfahren zugenommen, nachdem der High Court Ende 2020 ein wegweisendes Urteil erlassen hatte. Es erlaubte dem ehemaligen Finanzombudsmann Walter Merricks, im Namen von 46,2 Millionen auf 10 Mrd. £ (11,8 Mrd. €) zu klagen Menschen gegen den Finanzdienstleister Mastercard. Darüber hinaus setzen kapitalkräftige Prozessfinanzierer ihr Kapital ein und unterstützen Sammelklagen, um im Gegenzug einen Teil der Entschädigung zu erhalten. Laut Financial Times werden die meisten Sammelklagen auf Opt-out-Basis eingereicht, was bedeutet, dass Millionen potenziell betroffener Verbraucher automatisch in die Klage einbezogen werden, es sei denn, sie entscheiden sich gegen eine Teilnahme.
(Akne)
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