Migranten versuchen weiterhin, den Grenzzaun zwischen Marokko und der spanisch-nordafrikanischen Exklave Melilla zu stürmen. Es gab jetzt viele Tote und Verwundete.
Mindestens 18 Migranten starben, während bis zu 2.000 Menschen zum Grenzzaun eilten. Das berichteten die spanischen Zeitungen „El País“ und „La Vanguardia“. Zuvor wurden fünf Todesfälle gemeldet.
Nach Angaben des marokkanischen Innenministeriums starben Menschen in der Menschenmenge oder als sie vor den Zaun fielen.
Außerdem wurden weitere 63 Migranten und etwa 140 marokkanische Polizisten verletzt. Das marokkanische Innenministerium wirft den Migranten Gewalt vor.
Viele der von den marokkanischen Behörden Festgenommenen sollen sudanesische Staatsangehörige sein. Sie waren aus den umliegenden Wäldern gekommen, wo sie sich in den letzten Tagen versammelt hatten, um gemeinsam zu versuchen, die spanische Stadt in Nordafrika zu erreichen.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez sprach von einem “gut organisierten, gewalttätigen” Angriff und warf der “Mafia Menschenschmuggel” vor.
Zwei Männer überqueren den Grenzzaun Foto: Antonio Ruiz / dpa
133 Migranten schafften es, die beiden parallelen sechs Meter hohen Zäune zu passieren. Videoaufnahmen im Internet zeigten meist junge Männer, die freudestrahlend, singend und tanzend durch die Straßen von Melilla liefen. Sie wurden in eine Notaufnahme gebracht.
Marokko wurde 1956 von Frankreich und Spanien unabhängig. Allerdings hat Spanien dort noch zwei Exklaven: Melilla und Ceuta, 250 Kilometer westlich der Straße von Gibraltar. Beide werden von Rabat beansprucht.
In der Nähe der beiden Gebiete warten oft Zehntausende Afrikaner, meist aus Subsahara-Afrika, auf eine Chance, der EU beizutreten. Meist versuchen mehrere Hundert Menschen, die Grenzposten zu überraschen und die Grenze zu überqueren.
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