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Sportausschuss: Unterschiedliche Ansichten zum E-Sport

Die Arbeitsgruppe empfiehlt die Schaffung eines Rechtsrahmens

Wien (PC) – Auch die Sportkommission des Nationalrates hat sich heute mit dem Thema E-Sport befasst. Grundlage dafür sind ein Bericht von Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler und ein Antrag auf NEOS-Entschließung. Wie die Debatte gezeigt hat, gibt es in diesem Bereich noch viele offene Fragen, etwa zur Gleichstellung von E-Sport mit anderen Sportarten. Die FPÖ ist hier besonders skeptisch. Allerdings sind sich die Parteien einig, dass zumindest in bestimmten Bereichen Handlungsbedarf besteht, obwohl eine von Kogler eingesetzte Arbeitsgruppe bereits Vorarbeit geleistet hat, um die Probleme zu identifizieren.

Sportminister Kogler will jedenfalls auf dem Laufenden bleiben. Die Einbettung von E-Sport in den Sport sei sinnvoll, sagte er. Schließlich passieren „Ereignisse“, wenn Politiker sich nicht damit befassen. Natürlich seien die Fallstricke und Risiken zu bedenken, sagte der Minister, aber man könne nicht von vornherein – unabhängig von der Frage der Finanzierung – sagen, E-Sport habe nichts mit Sport zu tun. Schließlich handelt es sich aus seiner Sicht um eine sehr sportliche und intellektuelle Tätigkeit.

Für den Entschließungsantrag der NEOS gab es keine Mehrheit, der Abgeordnete Yannick Shetty forderte ein Gesetzespaket zum E-Sport bis Herbst dieses Jahres. Wie andere Vorschläge der Opposition wurde er verschoben. Die Oppositionsparteien drängen unter anderem auf den Ausbau von Schwimmunterricht und Schwimminfrastruktur sowie auf einen Ausgleich der Lebenshaltungskosten für Sportvereine. Der Antrag der FPÖ gegen alle kronenbezogenen Auflagen für die Ausübung von Sport und Sportveranstaltungen wurde von anderen Fraktionen abgelehnt.

E-Sport: Der Arbeitskreis identifiziert verschiedene Problemfelder

Laut einer von Kogler auf Initiative des Nationalrats eingerichteten E-Sport-Arbeitsgruppe (III-651 dB) spielen in Österreich 5,2 Millionen Menschen Videospiele, davon 1,3 Millionen in E-Sport-Wettkämpfen. E-Sportvereine und E-Sportler stehen jedoch vor unterschiedlichen Herausforderungen. So gibt es beispielsweise keine Garantie dafür, dass gemeinnützige E-Sport-Vereine als solche anerkannt werden, und es gelten auch keine steuerlichen Sonderregelungen für Profisportler. Gäbe es ein interministerielles Gremium für E-Sport, könnte laut Arbeitskreis der bereits erarbeitete Jugendschutzkodex durch einen Grundsatzerlass gemeinsam mit dem E-Sport-Verband gestärkt werden. Auch geförderte Projekte für junge Menschen werden möglich sein.

Zur Förderung der Gesundheit von E-Sportlern empfiehlt der Arbeitskreis die Sitzpause bei Wettkämpfen, die Verordnung regelmäßiger Bewegungs- und Sporteinheiten im Training sowie einen nationalen Aktionsplan zur Ernährung. Auch an präventive Maßnahmen bei Suchtverhalten wird erinnert. Der Arbeitskreis ist davon überzeugt, dass der E-Sport, wenn er diesen Empfehlungen entspricht, das kognitive und motorische Potenzial sowie die sozialen Kontakte der Spieler fördern kann.

Die FPÖ sieht im E-Sport keinen gesellschaftlichen Mehrwert

Die Abgeordneten sind sich einig, dass in einigen Bereichen Handlungsbedarf besteht. FPÖ-Sportsprecherin Petra Steger ist jedoch skeptisch, was die Gleichstellung von E-Sport mit anderen Sportarten angeht. Sie forderte, dass die Gefahren und Risiken des E-Sports sorgfältiger angegangen werden als die Arbeitsgruppe. Als Beispiel nannte sie die Auswirkungen von E-Sport auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und die Integrität von Wetten. Steger stellte auch die Förderfähigkeit von eSports in Frage, weil er keinen gesellschaftlichen Mehrwert sieht. Gerade im Bereich der Sportförderung muss aus ihrer Sicht zwischen E-Sport und klassischem Sport unterschieden werden.

Auch SPÖ-Europaabgeordneter Maximilian Kölner kann sich eine Trennung zwischen E-Sport und anderen Sportarten vorstellen. Seine Fraktion selbst sei zwar nicht gegen die Anerkennung von E-Sport als Sport, aber es dürfe keine Kürzung der Förderung für den klassischen Breiten- und Spitzensport geben. Koelner forderte zudem einen Zeitplan für das weitere Verfahren.

Grüne: Subventionen eröffnen auch Steuerungsmöglichkeiten

Seitens der Grünen wies Suleiman Zorba darauf hin, dass die internationale Entwicklung nicht aufzuhalten sei. Es gibt bereits E-Sportler in Österreich, die bei internationalen Turnieren spielen und mit diversen Problemen zu kämpfen haben. Gleiches gilt für E-Sport-Vereine. In diesem Zusammenhang lobte Zorba die von der Arbeitsgruppe geleistete Vorbereitungsarbeit und betonte, dass die Parteien für die Umsetzung einiger der Empfehlungen verantwortlich sein werden.

Zur Frage der Förderfähigkeit von E-Sport betonte Green Sports-Sprecherin Agnes Sirka Pramer, dass staatliche Förderungen auch Kontrollmöglichkeiten eröffnen. Denn Subventionen sind in der Regel an Vorgaben der Verbände geknüpft und haben damit eine gewisse Steuerungsfunktion. E-Sport sei ein florierendes Feld, sagte Pramer, wenn der Verband keine staatliche Förderung bekomme, werde er sich nach anderen Sponsoren umsehen. Allerdings ist fraglich, ob diese Träger die gleichen ethischen Anforderungen stellen wie die öffentliche Hand, beispielsweise in Bezug auf Gesundheitsprävention und Jugendschutz.

Auch Christian Zarits (ÖVP) wies darauf hin, dass eine florierende Branche einen rechtlichen Rahmen für E-Sport braucht. Das Thema sei sehr komplex, da viele Dinge betroffen seien, sagte er. Der Jugendschutz ist eine staatliche Angelegenheit. Es gibt auch Spiele, die Gewalt preisen und sexistisch sind. Auch der Aspekt des Dopings muss berücksichtigt werden. In jedem Fall müsse sich das Parlament mit diesen Fragen befassen, bekräftigte er.

NEOS für die Anerkennung von E-Sport als Profisport

Auch Katarina Werner (NEOS) wies auf eine Reihe offener Fragen hin. Bei NEOS gehe es in erster Linie darum, eSports als Profisport anzuerkennen und klar vom Glücksspiel abzugrenzen. Aber auch andere Fragen wie Ausbildungsrechte, Ausbildungsinhalte oder die Definition von Lootboxen sind zu klären. Allerdings dürfte die Forderung von NEOS, bis Herbst 2022 ein Gesetzespaket für E-Sport vorzulegen, unerfüllt bleiben. Der darauf gerichtete Entschließungsantrag (2525 / A (E)) wurde vertagt. Die Einführung eines Gesetzespakets bis zum Herbst sei eine sehr sportliche Aufgabe, sagte der ÖVP-Abgeordnete Zaritz.

Kogler: Es ist sinnvoll, eSports in den gesetzlichen Rahmen einzubinden

Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler sagte in Richtung der FPÖ-Abgeordneten Petra Steger, dass natürlich auch die Fallstricke und Risiken im Bereich des E-Sports bedacht werden müssen. Die Aufnahme von E-Sport in einen bestimmten Rechtsrahmen hält er jedoch schon deshalb für sinnvoll, weil E-Sport betrieben wird und die Politik kein Interesse daran hat. Man könne von vornherein nicht sagen, E-Sport habe nichts mit Sport zu tun, er sehe es sehr stark als sportliche und intellektuelle Aktivität.

Für Kogler ist klar, dass die Anerkennung des E-Sports bestehende Probleme nicht verschärfen soll. In diesem Sinne sind entsprechende Trennlinien erforderlich. Gewaltverherrlichende Spiele sollten nicht unter dem Namen E-Sport gespielt werden. Zum Thema Doping merkte er an, dass die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA eher bereit sei, einzugreifen, je näher E-Sport als Sportart anerkannt werde.

Die andere Frage sei die Förderfähigkeit, sagte Kogler und wies darauf hin, dass Ministerien und Länder E-Sport-Events nun grundsätzlich finanzieren könnten. Auch eine Sportförderung will Kogler nicht ausschließen, rechnet aber nicht mit der Erfüllung der Auflagen im nächsten Jahr. Der e-Sports-Verband könne zunächst außerordentliches Mitglied von Sport Austria werden, sagte er.

Der eSports-Bericht wurde schließlich gegen die Stimmen der FPÖ verabschiedet. Darüber wird auch im Plenum des Nationalrates beraten.

SPÖ und NEOS fordern mehr Hallenbäder und Schwimmunterricht

Thema der heutigen Sitzung der Sportkommission war auch das Scheitern der Krone im Zusammenhang mit Schwimmunterricht und Schwimmkursen in den letzten Monaten. In einem Entschließungsantrag (2121/A (E)) stellt die SPÖ fest, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien weniger Möglichkeiten hätten, schwimmen zu lernen. Außerdem gebe es vielerorts keine Hallenbäder. Die Europaabgeordnete Petra Werderwinkler (SPÖ) forderte eine Verbesserung der Situation und erinnerte an die aktuelle Regierungsvereinbarung, wonach es Schwimmkurse für alle und ein kostenloses Konzept geben soll.

Einen ähnlichen Fokus hat eine Anwendung von NEOS (2450/A(E)). Henrique Brandstoter wies darauf hin, dass Ertrinken die häufigste Todesursache bei Unfällen mit Kindern unter 14 Jahren ist. Zudem zeigte eine repräsentative Studie, dass rund 162.000 Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 19 Jahren nicht schwimmen können. Daher benötigt NEOS nicht nur eine gezielte Förderung für den Ausbau der Schwimminfrastruktur in Österreich, sondern auch eine bundesweite Versorgung mit Schwimmkursen für das nächste Schuljahr. Petra Steger (FPÖ) bezeichnete beide Anträge als unterstützenswert, zumal schon seit längerem die Alarmglocken zum Thema laut seien.

Es sei unbestritten wichtig, dass Kinder schwimmen lernen, sagte ÖVP-Abgeordnete Martina Disner-Weiss mit Blick auf Schwimmabzeichen und Sportwochen. Die Vorsitzende der Kommission, Agnes Sirka Pramer (Grüne), führt …