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Stadt Zürich beschließt bedingungsloses Grundeinkommen

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2016 hat die Schweiz über das Grundeinkommen abgestimmt. Für die Aktion wurden auf dem Bundesplatz 8 Millionen und fünf Cent geleert.

Lea Hartmann

Die Volksinitiative hatte keine Chance. 2016 lehnte die Schweiz die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens mit mehr als zwei Dritteln der Nein-Stimmen ab. Ein Gehalt für alle, egal ob und wie viel Sie arbeiten? Die Schweizer wollten damit nichts zu tun haben.

Für mehrere hundert Menschen in Zürich könnte der Traum jedoch bald wahr werden. Trotz der nationalen Niederlage wollen es die Befürworter des Grundeinkommens in der grössten Stadt der Schweiz noch einmal tun. Am 25. September wird die Stadt darüber abstimmen, ob ein Pilotversuch gestartet werden soll.

Das Pilotprojekt soll mindestens drei Jahre dauern

Die Idee: Mindestens 500 Einwohner sollen für mindestens drei Jahre ein Grundeinkommen erhalten. Wie genau das ist, bleibt abzuwarten. Die Initiative sieht vor, dass das Grundeinkommen mindestens dem Sozialgeld entspricht. Das sind rund 2500 Franken, in Zürich dürfen es etwas mehr sein. Wer Geld verdient, erhält je nach Einkommen weniger oder kein Geld vom Staat. Deshalb sollte das Grundeinkommen keine Zulage sein, die jeder unabhängig von seinem Einkommen erhält, sondern eine Art finanzielles Auffangnetz.

„Wir wollen kein Grundeinkommen einführen, wenn es keiner will. Es geht darum, Dinge auszuprobieren und Wissen zu sammeln“, sagt Sylvan Grocher (47), Geschäftsführer des Vereins Grundeinkommen. Werden Menschen faul, wenn sie ein Grundeinkommen bekommen? wie hoch darf er sein UND wie viel kostet er die öffentliche Hand? Auf diese und weitere Fragen wollen wir Antworten finden.

Für Groer ist klar, dass das derzeitige Gesellschaftssystem über kurz oder lang grundlegend umgebaut werden muss. Das Grundeinkommen ist ungefähr dasselbe wie die Sozialhilfe, aber es sind zwei sehr unterschiedliche Konzepte. „Die Sozialhilfe greift zum Beispiel erst, wenn man sein Erspartes fast aufgebraucht hat. Man muss sie auch zurückgeben“, erklärt Groer.

Es kann funktionieren

Auch in den Städten Bern und Luzern lancierte der Verein Grundeinkommen Initiativen. In der Zürcher Gemeinde Reinau ist 2018 während der Crowdfunding-Phase ein Grundeinkommensexperiment gescheitert.

Im linken Zürich ist es durchaus möglich, dass das Thema eine Mehrheit findet. SP, Grüne und Alternative Liste (AL) empfehlen die Initiative zur Annahme, GLP und Mitte entschieden sich zur Abstimmung. Die einfachen Leute sind dagegen.

Aber auch auf nationaler Ebene ist das Thema noch nicht verstummt. Vor einem Jahr startete eine Kommission unter der Leitung des ehemaligen Bundesratspräsidenten Oswald Sigg (78), der Mitinitiator der ersten Volksinitiative war, einen zweiten Anlauf einer Initiative. Befürworter sind überzeugt, dass Netto 2016 keine grundsätzliche Absage an das Grundeinkommen in der Schweiz war, sondern dass der damals auf dem Tisch liegende Vorschlag nicht ausgereift genug war.

Zweiter Versuch auf nationaler Ebene

Nun, bei der zweiten Initiative sei beispielsweise festgelegt worden, wie das Grundeinkommen finanziert werde, sagt Raphael Wüttrich (36), Sprecher des Initiativkomitees. Nämlich durch Steuern auf Finanztransaktionen, Verkäufe von Technologieunternehmen und Veräußerungsgewinne wie Dividenden und Börsengeschäfte.

Derzeit werden Unterschriften jedoch nur langsam gesammelt. Vor einigen Wochen stand die Initiative auf der Kippe und das Komitee hätte beinahe aufgegeben. Doch anstatt sich selbst zu entbehren, will man wieder Gas geben.

„Wir haben gemerkt, dass die Menschen sehr sympathisch für das Problem sind, aber zu wenige wissen, dass es die Initiative gibt“, sagt Wuthrich. Außerdem ist das Thema einfach zu wichtig, um den Kampf einzustellen. “Die Erhebung darf nicht scheitern, sonst wird die ganze Grundeinkommensbewegung um Jahre zurückgeworfen.”

gemeinsame Kampagne

Die Abstimmung in Zürich wird ein wichtiger Meilenstein für die Nationalkommission. Daher arbeiten die beiden Ausschüsse zusammen und werden diese Woche eine gemeinsame Kampagne für die Abstimmung starten.

Wenn die Stadt Zürich dem Pilotprojekt zustimmt, könnte dies möglicherweise neue Impulse für die nationale Debatte geben. Sonst dürfte der Traum vom Grundeinkommen ausgeträumt sein.