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Nach Blitz, Donner, Hagel und sintflutartigem Regen am Donnerstag drohen am Freitag neue starke Unwetter. Meteorologen warnen sogar vor Superzellen.
Bereits in der Nacht zum Donnerstag regnete im Nordwesten XXL-Hagel. Innerhalb weniger Minuten war der Boden weiß. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Hagel bis fünf Zentimeter.
Tischtennisballgroße Schablonen in SiegenFoto: IMAGO / Rene Traut
Stürme können sich von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg bis nach Berlin und Brandenburg ausbreiten.
NRW-Innenminister Herbert Raul (CDU) rief die Bevölkerung zu besonderer Wachsamkeit bei Sturmwarnungen auf. „Bitte bleiben Sie zu Hause. Vermeiden Sie es, Zeit im Freien zu verbringen. Halten Sie insbesondere Abstand zu Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen! Betreten Sie keine Keller oder Untergeschosse.”
Der Boden war in wenigen Minuten weiß. Foto: IMAGO / René Traut
Viele Schulen in Nordrhein-Westfalen schließen wegen des drohenden Unwetters am Freitag früher ihren Unterricht. Im Bezirksamt Köln endete der Unterricht um 11:30 Uhr. Zu den betroffenen Regionen gehören neben der Stadt Köln die Regionen um Heinsberg, Aachen, Bonn und Siegburg.
„Heute ab 12 Uhr erreicht das Gewitter Westdeutschland und zieht dann durch Deutschland. Heute können sich knapp über und um Nordrhein-Westfalen Superzellen bilden. Es ist die Verschmelzung mehrerer Donnerzellen zu einer großen. Das könnte zu Orkanböen, schweren Sturzfluten und schwerem Hagel führen“, sagte Dominique Jung, Diplom-Meteorologe von Wetter.net, zu BILD.
Auch uns drohen heute vor allem im Nordwesten und nördlich des Mains Orkanböen von etwa 120 bis 130 km/h!
Spitzenböen, die bei Unwetter bis Samstagmorgen auftreten können! Lila bedeutet Orkanböen Foto: Quelle: meteociel.fr / DWD
Auch der nördliche Teil von Rheinland-Pfalz hat ein erhöhtes Potenzial für Superzellen, wiederum rund um das Arttal. Starkregen kann zu neuen Überschwemmungen führen.
Der Jung-Experte: „Aber die Wetterlage ist nicht vergleichbar mit der vom Juli 2021, der zum Hochwasser geführt hat. Damals gab es einen riesigen Starkregen. Dies kann vier bis fünf Tage im Voraus berechnet werden. Diese Situation ist eine klassische Gewittersituation, die zu lokalen Stürmen führen kann, es wird also kein großflächiges Ereignis wie eine Überschwemmung sein.“
„Ab den Mittagsstunden in NRW und Rheinland-Pfalz flächendeckend starke Gewitter mit erhöhter Unwettergefahr! Lokal extrem starker Regen von etwa 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, heftiger Hagel bis zu fünf Zentimeter und starke Windböen bis Orkanböen mit Geschwindigkeiten zwischen 100 und 130 Stundenkilometern. Vereinzelt sind Tornados nicht auszuschließen“, prognostizierte der Deutsche Wetterdienst heute Morgen.
Superzellen sind rotierende Systeme mit starken Aufwärtsströmungen, die sich völlig selbstständig bewegen und daher schwer vorherzusagen sind. Auch für Tornados und starke Orkane mit Windstärke 12 gebe es „ideale Bedingungen“.
Es gab Hagel und teilweise extrem starken Regen. Bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter können in wenigen Stunden fallen. Die Hagelkörner könnten die Größe von Tischtennisbällen erreichen.
Zur Aufmerksamkeit der Rammstein-Fans. Heute tritt die Band vor 45.000 Menschen in Leipzig auf.
Experte Brand zu BILD: „Die Sturmfront könnte um 20 Uhr Leipzig treffen. Das kann eng werden. Low Emmelinde ist ein Albtraum für einen Sommersturm. Bis 20 Uhr in NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland. Dann ab 20 Uhr in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und BB und Berlin. Wind und Sturm werden mit Windstärken von 8 bis 10 das große Problem sein. Hagel und örtlicher Starkregen. Überschwemmungen durch Flüsse sind unwahrscheinlich.“
Sprecherin des MCT-Konzertveranstalters BILD am Freitagnachmittag: „Wir haben Leute vor Ort, die die Entwicklungen sehr genau verfolgen. Im Moment sieht es so aus, als könnten Rammstein wie geplant auftreten.“
Doch wo genau die Gewitter wehen werden, lässt sich erst wenige Stunden im Voraus mit Sicherheit sagen, und für den Tornado liegen die Prognosen erst in wenigen Minuten vor.
„Heute ist das Wetter lebensgefährlich. Bitte seien Sie wachsam und achten Sie auf Unwetterwarnungen. Erst in der Nacht zum Samstag beruhigte sich die Wetterlage“, erklärt Meteorologe Jung.
Das Wetter hat sich über das Wochenende beruhigt, im Norden bleibt es wechselhaft:
Samstag: 16 bis 23 Grad, kühler, Regen im Norden, sonst freundlich
Sonntag: 18 bis 26 Grad, schönes Sommerwetter, viel Sonne und wenig Wolken, trocken
Montag: 22 bis 29 Grad, ein Mix aus Sonne, Wolken und später neuer Niederschlag und Gewitter aus Westen
Dienstag: 16 bis 22 Grad, kühler, wenig Regen, sonst Sonne-Wolken-Mix.
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