Um zu untersuchen, wie sich sozialer Stress auf Immunzellen auswirkt, befragte ein Forscherteam 5.744 Erwachsene über 50 zu den unterschiedlichsten belastenden Lebensereignissen und untersuchte ihre Blutproben. Menschen, die stärker gestresst waren, hatten einen höheren Prozentsatz an erschöpften weißen Blutkörperchen und weniger frische Blutkörperchen – ihr Immunprofil ist also biologisch älter. Dieser Zusammenhang bleibt auch sichtbar, wenn verschiedene Einflussfaktoren wie Bildungsniveau, Rauchen, Alkohol oder BMI berücksichtigt werden.
Die Studie ergab auch, dass Menschen, die stärker gestresst sind, tendenziell schlechtere Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten haben. „Dies erklärt teilweise, warum sie eine schnellere Immunalterung haben“, sagte Dr. Eric Klopak von der University of Southern California. Daher kann eine Verbesserung der Ernährung und Bewegung bei älteren Menschen das Potenzial haben, stressbedingte Immunalterung zu kompensieren.
Die Alterung des Immunsystems ist seit langem ein anerkannter Effekt, der Experten als Immunalterung bekannt ist: Mit zunehmendem Alter zirkulieren mehr abgenutzte weiße Blutkörperchen im Blut, während die Zahl der „naiven“ weißen Blutkörperchen, die neue Eindringlinge aufnehmen können, sinkt sinkt. Immunalterung wurde mit Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenentzündung, verminderter Wirksamkeit von Impfstoffen und Alterung von Organsystemen in Verbindung gebracht.
Quelle: DOI 10.1073 / pnas.2202780119
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