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Teures Benzin: Transport von Risikopatienten

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Rettungsdienste sind alarmiert: Wegen hoher Spritpreise müssen Transportfahrten womöglich bald eingeschränkt werden, befürchtet der Arbeiter-Samariterbund. Davon würden besonders chronisch kranke Menschen betroffen sein.

16.06.2022 19.05

Heute online, 19:05

Mehr als sechshundert Mal am Tag gehen Sanitäter des Arbeiter-Samariterbundes zur Arbeit. Die meisten davon sind Krankentransporte, dh. Fahrten ins Krankenhaus für Personen, die regelmäßig eine Chemotherapie oder Dialyse erhalten. Doch das wird bald nicht mehr möglich sein, befürchtet der Geschäftsführer des Samariterbundes, Reinhard Hundsmüller, im Gespräch mit Wien Heute. Denn steigende Preise für Benzin, Strom und medizinische Produkte sind nicht mehr zu bewältigen.

Dies kann sogar dazu führen, dass chronisch Kranke in naher Zukunft nicht mehr transportiert werden können. „Das darf in einem Land wie Österreich nicht passieren, das darf nicht passieren. „Ich denke, es ist höchste Zeit, dass diese Bundesregierung und die Verantwortlichen aufwachen und die Dramatik der Lage erkennen“, sagte Hundsmüller.

200.000 Euro Nebenkosten pro Monat

Andere Rettungsdienste in Wien, wie das Rote Kreuz, das Grüne Kreuz oder die Johanniter, sind in der gleichen Situation: „Wir haben bereits 200.000 Euro Mehrkosten im Monat – für alle Rettungsorganisationen insgesamt. Deshalb drängen wir auch auf eine Steuerbefreiung von Mineralölen, wie sie jetzt auch für andere Unternehmen wie landwirtschaftliche Betriebe und die Feuerwehr möglich ist“, sagte Robert Lorenz, Einsatzleiter der Johanniter.

Sollte die Mineralölbefreiung nicht möglich sein, wollen die Organisationen eine Sonderförderung – ähnlich wie beim 120-Millionen-Euro-Paket für die Landwirtschaft, das die Versorgungssicherheit in Österreich gewährleisten soll. „Uns geht es gut, wir sind auf niemanden eifersüchtig. Aber das sind kranke Menschen, keine Produkte. Man muss darauf hinweisen, dass auch kranke Menschen wichtig sind“, sagt Hundsmüller.

Die Spenden sind rückläufig

Die Organisationen werden von der Österreichischen Krankenkasse und Spenden finanziert. „Natürlich sehen wir auch einen Preisanstieg in der Bevölkerung – also gehen auch die Spenden zurück“, beklagte Lorenz. Die Bevölkerung wolle man nicht verärgern, aber jetzt sei eine rechtzeitige Warnung vor möglichen Versorgungsschwierigkeiten gefragt, sagen Rettungsdienste.