Timoschenko bei ntv „Für uns gibt es nur den Sieg auf dem Schlachtfeld“
27. Juni 2022, 21:28 Uhr
Sanktionen sind gut und wichtig – aber die Ukraine braucht schwere Waffen. Die frühere Kiewer Ministerpräsidentin Timoschenko sieht derzeit keine Möglichkeit, eine diplomatische Lösung des Konflikts zu finden. Weil der russische Präsident Putin die Ukraine zerstören will. Deshalb ist ein militärischer Sieg erforderlich.
Die ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko begrüßt die angekündigten neuen G-7-Sanktionen gegen Russland. „Wir sind Deutschland und anderen Ländern sehr dankbar, dass sie sich auf neue Sanktionen geeinigt haben“, sagte sie gegenüber ntv. Sanktionen würden helfen, Russland zu schwächen, aber der einzige Weg, den Krieg zu beenden, wird letztendlich die Lieferung schwerer Waffen sein. „Schwere Waffen werden nicht nur dazu beitragen, den Krieg zu beenden, sondern der Ukraine auch helfen, so schnell wie möglich zu gewinnen.
Timoschenko verlor bei der Präsidentschaftswahl 2019 gegen Wladimir Selsenky und schied im ersten Wahlgang aus. Doch jetzt betont sie, dass es derzeit keine innenpolitischen Lager gebe, sondern alle an einem Strang ziehen würden. „Ich habe Selenskyj mit aller Kraft unterstützt. Wir alle haben nur ein Ziel – Putin aufzuhalten“, fuhr sie fort. Im Moment glaubt sie, dass dies keine diplomatische und friedliche Lösung ist. Der russische Präsident Wladimir Putin „will die gesamte Ukraine zerstören und das gesamte ukrainische Volk töten“.
Ihr Land wird Russlands Vorschlag, die besetzten Gebiete zu annektieren und die ukrainische Armee effektiv aufzulösen, niemals zustimmen. “Sie wollen, dass wir unsere Kultur begraben”, sagte der 61-Jährige. “Viele Ukrainer werden jeden Tag getötet – das werden wir nie vergeben und das werden wir nie vergessen.” Auch Russlands Vorschläge würden den Krieg nicht beenden, sondern verlängern. „Für uns gibt es nur einen Weg – den Sieg auf dem Schlachtfeld.“
„Die Welt steht vor dem Dritten Weltkrieg“
Für Timoschenko ist der Krieg in ihrer Heimat kein Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, sondern ein Krieg der ganzen freien Welt gegen Russland. „Die ganze Welt steht vor dem Dritten Weltkrieg. Wir kämpfen diesen Krieg und wir sind bereit, ihn auf unserem Territorium zu beenden, wenn wir dafür Hilfe bekommen.“
Aus Deutschland sei bereits viel Hilfe gekommen, sagte Timoschenko und lobte die bisherige Rolle von Bundeskanzler Olaf Scholz. Die Ukrainer sind der Bundeskanzlerin und dem deutschen Volk sehr dankbar dafür, dass es Deutschland gelungen ist, seine Beziehungen zu Russland zu verändern. Deutschland hat einige der härtesten Sanktionen gegen Russland verhängt, unterstützt die Ukraine finanziell und nimmt viele ukrainische Flüchtlinge auf. Die Ukrainer würden das alles zu schätzen wissen. Sie wird auch deutlich sehen, dass Deutschland durch den Krieg unter wirtschaftlichen und sozialen Problemen leiden wird. “Je früher der Krieg vorbei ist, desto eher werden diese Probleme gelöst”, sagte sie.
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