Germany

Top „Jedermann“ Curd Jürgens ist vor 40 Jahren gestorben

Er wurde nur 66 Jahre alt. Sein Todestag ist am kommenden Samstag. 1982 war ein Jahr, in dem besonders viele Charismatiker vom Tod heimgesucht wurden. Damals verlor die Filmwelt etwas von ihrer Größe – zu früh: Romi Schneider, Ingrid Bergman, Grace Kelly, Rainer Werner Fassbinder, aber auch Kurd Jürgens.

Er liebte Luxus und Frauen

Jürgens spielte die beste Rolle seines Lebens im Alltag, nicht auf der Bühne oder auf der Leinwand: die eines Lebemanns, der Luxus und Frauen liebte, ein Mann, der nur mit seiner Ausstrahlung beeindruckte.

Aus dem charmanten Rohling mit strahlendem Weitblick gingen fünf Ehen hervor: Er war verheiratet mit den Schauspielerinnen Lulu Basler, Judith Holtmeister und Eva Bartok, sowie mit Model Simone Bischeron und zuletzt mit Margie Schmitz. In seiner Villa befinden sich auch Liebesbriefe der jungen Romi Schneider, mit der er 1959 König Schmontzets „Katya, die ungekrönte Kaiserin“ drehte.

Wurzeln in Dänemark und Frankreich

Er wurde am 13. Dezember 1915 in Soln, das 1938 ein Stadtteil von München wurde, als Hüttenkäse von Gustav Andreas Gottlieb Franz Jürgens geboren. Sein Vater ist dänischer Abstammung aus Hamburg, seine Mutter Französin. Als er zehn Jahre alt war, zog sie mit ihm nach Berlin. Schon früh nahm er an einer Theatergruppe teil.

Doch vor seiner Ausbildung zum Schauspieler war er kurzzeitig Reporter. Von 1941 bis 1953 war er Ensemblemitglied des Burgtheaters. Unsterblich wurde der Mann mit der Whiskey-Stimme jedoch vor allem durch das Kino. Insgesamt spielte er in etwa 160 Filmen mit. Er drehte viele Werbefilme, wahrscheinlich um seinen teuren Lebensstil bezahlen zu können. In anspruchsvollen Werken wie Zuckmeiers Verfilmung von Helmut Koitners „Des Teufels General“ oder Literaturverfilmungen wie „Der Schinderhannes“ oder „Die Schachnovelle“ sticht er immer wieder hervor. 1955 erhielt er bei den Filmfestspielen von Venedig den Preis als bester Schauspieler für Les héros sont fatigués (Helden sind müde).

Roger Moores Nemesis in James Bond

Der Weltstar, zu dem sie spätestens 1977 mit Roger Moore in „James Bond 007 – Der Spion, der mich liebte“ wurde, war auch nicht im Fernsehen zu sehen. So spielt er beispielsweise im “Tatort: ​​​​Rot – rot – tot” einen gedemütigten Mörder eines Ehepaares. Der Neujahrs-TV-Thriller von 1978 war bei seiner Erstausstrahlung noch der meistgesehene „Tatort“.

Das Schicksal traf Jürgens immer wieder: Seit den 1960er-Jahren erforderte eine schwere Herzerkrankung eine Operation. Das Image eines Lebemanns bewahrte er sich jedoch bis zu seinem Tod.