Stand: 24.06.2022 00:00h
Gas in Deutschland wird immer knapper, daher sucht die Regierung händeringend nach Alternativen. Laut ARD DeutschlandTrend spricht sich die Mehrheit für einen längeren Betrieb der Atomkraftwerke aus. In der Sonntagsfrage liegen die Grünen vor der PSD.
Angesichts des rückläufigen Angebots an russischem Gas werden in Deutschland derzeit sowohl die Reaktivierung von Kohlekraftwerken als auch längere Laufzeiten von Kernkraftwerken diskutiert. Beide sind in der aktuellen Situation bei Bundesbürgern beliebt.
Laut ARD-Trend für das Morgenmagazin würden 56 Prozent der Deutschen den verstärkten Einsatz von Kohlekraftwerken in Betracht ziehen, so Wirtschaftsminister Robert Habeck. 36 Prozent lehnen die Maßnahme ab.
61 Prozent befürworten die von Union und FDP vorgeschlagene Weiterführung der Atomkraftwerke nach Jahresende, 32 Prozent finden dies falsch.
Viel Ablehnung bei Grünen-Anhängern
Die längere Umsetzungszeit von AKW wird vor allem von Anhängern der Union (77 Prozent), der FDP (84 Prozent) und der AfD (88 Prozent) befürwortet, aber auch bei den Anhängern der SPD (54 Prozent) überwiegt die Zustimmung. Auch bei SPD (65 Prozent), CDU/CSU (64 Prozent) und AfD (66 Prozent) stieß der verstärkte Einsatz von Kohlekraftwerken auf große Zustimmung, wenn auch weniger deutlich bei den FDP-Anhängern (52 Prozent).
Anhänger der Grünen lehnen dagegen nicht nur die längeren Betriebszeiten des Atomkraftwerks ab (57 Prozent). Kritisch sehen sie auch die von Wirtschaftsminister Habek vorgeschlagene Reaktivierung von Kohlekraftwerken.
Anders als beim Weiterbetrieb von Kernkraftwerken gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen, insbesondere bei der breiteren Nutzung von Kohle. Während die Mehrheit der 50- bis 64-Jährigen (62 Prozent) und der über 65-Jährigen (69 Prozent) eine stärkere Energieerzeugung aus Kohle befürwortet, lehnt die Mehrheit der unter 35-Jährigen dies ab (48 Prozent vs. / 38 Prozent).
Fördern Sie das obligatorische Tragen von Masken in Innenräumen
Fast zwei Drittel der Deutschen (63 Prozent) befürworten inzwischen die Wiedereinführung der Maskenpflicht in Innenräumen als mögliche Reaktion auf die steigende Zahl von Kroneninfektionen im Herbst. Ein Drittel (32 Prozent) stimmt dem nicht zu.
Die Anhänger der drei Regierungsparteien vertreten in dieser Frage gegensätzliche Positionen. Während eine Mehrheit der Anhänger der SPD (78 Prozent) und der Grünen (82 Prozent), aber auch des Oppositionsbündnisses (69 Prozent) für eine Wiedereinführung sind, sind FDP (55 Prozent) und AfD (69 Prozent) dafür der Ablehnung.
Die klare Zustimmung zur Maskenpflicht im Herbst kommt von älteren Menschen, die sich mit großer Mehrheit (77 Prozent) dafür aussprechen. Jugendliche hingegen sind zurückhaltender (52 Prozent). Bei den 18- bis 34-Jährigen halten sich Zustimmung (48 Prozent) und Ablehnung (47 Prozent) nur etwa die Waage.
Grüne vor SPD
Wäre am Sonntag Bundestagswahl gewesen, hätte das Bündnis CDU-CSU 26 Prozent der Stimmen erhalten. Zweitstärkste Kraft werden die Grünen mit 23 Prozent und damit vor der SPD. 20 Prozent würden die Sozialdemokraten und 12 Prozent die AfD wählen. Die FDP erhält 8 Prozent der Stimmen. Die Linke erhält 4 Prozent. Insgesamt erhält die Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP 51 Prozent der Stimmen.
Im Vergleich zum Trend der ARD Deutschland vom 2. Juni 2022 verlieren CDU und CSU sowie SPD einen Prozentpunkt. Die Grünen gewinnen zwei Prozentpunkte hinzu. AfD kann um einen Prozentpunkt verbessert werden. Die Werte für FDP und Linke bleiben unverändert.
Untersuchungseinrichtung
Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland Erhebungsmethode: Telefonische und Online-Stichprobenbefragung Erhebungszeitraum: 21. bis 22. Juni 2022 Fallzahlen: 1248 Befragte (816 Telefoninterviews und 432 Online-Interviews) Gewichtung: nach soziodemografischen Merkmalen und Erinnerung an das Wahlverhalten; Wöchentliche Frage mit separater Wägung. Fehlertoleranz: 2 * bis 3 ** Prozentpunkte Executive Institute: infratest dimap
* bei einem Anteilswert von 10 Prozent ** bei einem Anteilswert von 50 Prozent
Die Ergebnisse werden auf ganze Prozentsätze gerundet, um falsche Erwartungen an die Genauigkeit zu vermeiden. Denn bei allen repräsentativen Studien müssen die Schwankungsbreiten berücksichtigt werden. Bei einer Befragung von 1.000 Befragten betragen sie bei großen Parteien etwa drei Prozentpunkte und bei kleineren Parteien etwa einen Prozentpunkt. Außerdem ist der Rundungsfehler bei kleinen Chargen erheblich. Aus diesen Gründen wird in der Sonntagsausgabe keine Partei unter drei Prozent gezeigt.
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