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Trinkwasserverbot: Gibt es gefährliche Milchsäurebakterien im Luzerner Trinkwasser?

Aktualisiert1. August 2022, 18:03 Uhr

Trinkwasserverbot: Gibt es gefährliche Milchsäurebakterien im Luzerner Trinkwasser?

Erst am Sonntagmorgen wurde den Anwohnern des Landkreises Langensand-Matthof mitgeteilt, dass ihr Trinkwasser verseucht sei. Das ist seit Freitag bekannt.

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Das Gebiet Langensand-Matthof (von Eisfeld in Richtung Horw und Hirtenhofstraße auf der Seeseite) ist von kontaminiertem Trinkwasser betroffen.

EWL

Am Sonntag, 31. Juli 2022, teilte EWL mit, dass das Trinkwasser in bestimmten Gebieten verunreinigt ist und das Trinken nicht gestattet ist.

EWL

  • Bereits am Freitag, 29. Juli 2022, stellte EWL eine Trinkwasserverunreinigung fest.

  • Vorerst geht man davon aus, dass Milchsäurebakterien ins Wasser gelangten. Sie können zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen.

  • Die Firma Energie Wasser Luzern (EWL) empfiehlt, Wasser abzukochen und nur Mineralwasser zum Trinken zu verwenden.

  • Die Ursache der Kontamination ist noch nicht geklärt. Derzeit wird angenommen, dass eine Baustelle die Kontamination verursacht hat.

  • Aktuelle Analysen zeigen einen positiven Trend. Allerdings kann das Trinkwasserverbot noch nicht aufgehoben werden.

Am Freitag, den 29. Juli, stellte EWL bei seinem wöchentlichen Trinkwassertest eine Verunreinigung fest. Eine zweite Untersuchung am Samstagabend bestätigte den Verdacht: Das Trinkwasser im Raum Langensand-Matthof ist verseucht.

Anschließend wurden Informationsblätter gedruckt und an die Haushalte verteilt. Nach Angaben des kommunalen Energieversorgers sind 600 Einheiten betroffen und damit rund 1.800 Haushalte. Andere Bereiche sind nicht betroffen.

Milchsäurebakterien im Trinkwasser?

Wie Nina Kunz Rütimann, EWL-Ansprechpartnerin, erklärt, könnte die Kontamination durch Milchsäurebakterien verursacht worden sein – ganz sicher ist es aber noch nicht.

Wenn das Wasser tatsächlich Milchsäurebakterien enthielte, wäre das ein schlechter Fund. Denn Milchsäurebakterien kommen in Menschen, Tieren und Lebensmitteln wie Milch vor oder werden zur Konservierung von Lebensmitteln z. B. mit Joghurt, Sauermilch oder Käse.

Einige Arten können aber auch Krankheiten verursachen. Dies kann besonders gefährlich für ältere, geschwächte Menschen, Menschen mit schwachem Immunsystem und Babys sein. Besorgniserregend ist auch, dass viele dieser Krankheitserreger Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt haben. Wenn Bakterien also nicht mit Antibiotika behandelt werden können, können sie im Trinkwasser sehr ernste gesundheitliche Komplikationen verursachen.

kochendes Wasser

Die EWL teilte in ihrem Schreiben mit, dass Wasser abgekocht werden sollte, da dies die Abtötung von Krankheitserregern sicherstellt.

  • Kochendes Wasser, zum Beispiel beim Zähneputzen, Essen waschen, Essen kochen oder Geschirr von Hand spülen.

  • Verwenden Sie Mineralwasser zum Trinken und als Babynahrung.

  • Steht bereits kontaminiertes Trinkwasser auf dem Prüfstand, sollten Betroffene vorsichtig sein. Wenn innerhalb von 48 Stunden Fieber, Durchfall und/oder Erbrechen auftreten, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

EWL sucht nach der Ursache

Milchsäurebakterien vermehren sich im Wasser nicht – das bedeutet, dass sie nur durch Fäkalien von außen ins Trinkwasser gelangen. Wie die Bakterien ins Wasser gelangten, ist schwer zu bestimmen. Die Quelle der Kontamination wird derzeit gesucht. „Wir gehen davon aus, dass eine Baustelle die Verseuchung verursacht hat. Wir suchen derzeit nach dem Leck, wo das kontaminierte Wasser hineinfließt», erklärt Nina Kunz Rüttimann.

Auch die Wassertanks von EWL wurden dreimal komplett geleert. Durch Spülen soll kontaminiertes Wasser entfernt werden.

Der Energieversorger hofft, dass die Verunreinigung durch die Spülung nun beseitigt oder zumindest drastisch reduziert wurde. Die Wasserqualität wird derzeit in Labors erneut untersucht. «Wir hoffen, dass die Testresultate bald vorliegen», sagt Kunz Rüttimann auf Anfrage bis 20 Minuten. Laut einer aktuellen Medienmitteilung zeigt die letzte gezogene Stichprobe einen positiven Trend in den einzelnen Teilbereichen. Allerdings müssen wir die Ergebnisse der nächsten Probe abwarten, um das Trinkwasserverbot in einzelnen Gebieten aufzuheben. Die nächsten Ergebnisse werden am Dienstag, 2. August, erwartet. Bis dahin muss Trinkwasser noch abgekocht werden.

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