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Trinkwasserverbot in Luzern: „So ein Ereignis hat es seit mehr als 20 Jahren nicht gegeben“

Veröffentlicht3. August 2022, 18:35 Uhr

Trinkwasserverbot in Luzern: „So ein Ereignis hat es seit mehr als 20 Jahren nicht gegeben“

Seit knapp einer Woche ist das Trinkwasser im Familien- und Wohnquartier Langensand-Matthof in der Stadt Luzern mit Bakterien verseucht und muss abgekocht werden. Und eine Verbesserung ist nicht sichtbar, der genaue Grund ist noch nicht klar.

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Seit dem 29. Juli ist das Trinkwasser im Raum Langensand-Matthof verseucht. Fünf Tage später ist das Wasser immer noch ungenießbar. Ebenso ist unklar, was die Ursache ist.

20 Minuten/Matthias Giordano

Anwohner im betroffenen Gebiet werden angewiesen, ihr Trinkwasser abzukochen.

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Am Sonntag, 31. Juli, gab EWL bekannt, dass das Trinkwasser in bestimmten Gebieten verunreinigt ist und das Trinken nicht gestattet ist. Viele Betroffene sind frustriert über die spärlichen und verspäteten Informationen.

EWL

  • Der kommunale Energieversorger EWL hat am Freitag, 29. Juli, eine bakterielle Verunreinigung im Trinkwasser festgestellt. Betroffen ist das Quartier Langensand-Matthof in der Stadt Luzern.

  • Die Anwohner wurden erst am Sonntagmorgen mit einem Flyer an der Haustür informiert.

  • Seit Tagen müssen sie das Wasser erst abkochen oder auf Mineralwasser umstellen.

  • Wie eine Feldbefragung zeigt, beklagen sich viele Anwohner des Quartiers über die schlechte Kommunikation seitens EWL. Sie fühlen sich frustriert und unzureichend informiert.

  • Woher das Trinkwasser kommt, ist noch unklar.

Tagelang mussten sich die Bewohner des Stadtteils Langensand-Matthof gedulden. Sämtliches Leitungswasser muss vor der Verwendung zunächst abgekocht werden – oder Sie steigen direkt auf Mineralwasser aus der Flasche um. Am Freitag stellte das städtische Energieunternehmen EWL fest, dass das Trinkwasser mit gefährlichen Milchsäurebakterien verseucht war (20 Minuten wurde gemeldet).

Der Status ist noch immer unverändert, heißt es in einer aktuellen Mitteilung von EWL. Es werden laufend Proben genommen, zuletzt am Dienstagabend. Es dauert jedoch 24 Stunden nach der Einnahme, bis Bakterien im Labor auftauchen. „Seit über 20 Jahren hat es in der EWL keine Veranstaltung wie diese gegeben. Das ist auch für uns eine ganz neue Situation», sagt die Co-Leiterin Marketing und Kommunikation der EWL, Nadia Kunz, in einer Anfrage für 20 Minuten.

Die Ursache ist noch unbekannt

Ob eine Baustelle die Verkeimung verursacht hat, ist noch unklar. „Wir versuchen, das Leck so schnell wie möglich zu lokalisieren, können aber zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Angaben machen“, sagte Kunz. EWL steht in intensivem Kontakt mit der Abteilung Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz, um den Grund zu klären.

Die Wassertanks von EWL wurden bereits unzählige Male restlos geleert. Durch Spülen soll kontaminiertes Wasser entfernt werden. Die Werte der entnommenen Proben deuten darauf hin, dass die Kontamination von Milchsäurebakterien stammt. Milchsäurebakterien kommen bei Menschen, Tieren und in Lebensmitteln wie Milch vor und werden zur Konservierung von Lebensmitteln wie Joghurt oder Käse verwendet. Einige Arten können jedoch auch Krankheiten verursachen. Dies kann besonders gefährlich für ältere, geschwächte Menschen, Menschen mit schwachem Immunsystem und Babys sein.

Anwohner verärgert über die Kommunikation von EWL

Obwohl viele Anwohner Verständnis für die notwendigen Maßnahmen haben, ärgern sie sich über die spärliche und verzögerte Kommunikation seitens der EWL. Ramon Huscay lebt in dem betroffenen Gebiet. Auf 20 Minuten schildert er die Situation: „Es ist hart, weil wir nicht genau wissen, was los ist. Wir wurden erst am Sonntagmorgen mit einem Zettel an der Haustür informiert. Bis dahin haben wir das kontaminierte Wasser getrunken». Chad Salzer, ein weiterer Betroffener, bedauerte: „Es wäre schön gewesen, wenn wir früher informiert worden wären. Sie wissen es schon lange und wir trinken seit einigen Tagen das verseuchte Wasser. Zum Glück konnte ich an der Tankstelle ein paar Flaschen Wasser ergattern.”

EWL ist besorgt. “Es ist ein emotionales Thema. Wir verstehen, dass es für die Betroffenen schwierig ist. Die Anwohner werden jedoch sofort benachrichtigt. Deshalb haben wir am Sonntagabend Flugblätter in den betroffenen Häusern verteilt», erklärt Kunz. Außerdem wurden umgehend Polizei und Presse informiert.

Wie lange die Bewohner des Landkreises Langensand-Matthof noch ihr Trinkwasser abkochen müssen, steht in den Sternen. EWL berief am Freitag eine Pressekonferenz ein. Hoffentlich wird das Leck bis dahin entdeckt und die Ursache so schnell wie möglich behoben.

Kochendes Wasser, zum Beispiel beim Zähneputzen, Essen waschen, Essen kochen oder Geschirr von Hand spülen.

Verwenden Sie Mineralwasser zum Trinken und als Babynahrung.

Steht bereits kontaminiertes Trinkwasser auf dem Prüfstand, sollten Betroffene vorsichtig sein. Wenn innerhalb von 48 Stunden Fieber, Durchfall und/oder Erbrechen auftreten, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

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