Stand: 20.09.2022 07:34 Uhr
Trotz der Unterbrechung der russischen Lieferungen über die Gaspipeline Nord Stream 1 sind die deutschen Gasspeicher zu 90 Prozent ausgelastet. Volle Vorratstanks gelten als wichtiger Posten, um über den Winter zu kommen, ohne das Gas abstellen zu müssen.
Trotz der Einstellung der Gaslieferungen aus Russland im August sind die deutschen Gasspeicher inzwischen zu mehr als 90 Prozent gefüllt. Diese basiert auf Daten von europäischen Speicherbetreibern. Demnach erreichte der Speicher am vergangenen Sonntag einen Stand von 90,07 Prozent. Informationen werden immer spät kommuniziert.
Deutschland hat laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die Chance, trotz fehlender russischer Gaslieferungen gut durch den Winter zu kommen. Allerdings müssten dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, sagte Habek gestern. In Deutschland muss man viel Energie sparen und Glück mit dem Wetter haben. Im Winter muss Gas aus Speichern bereitgestellt werden. „Das heißt aber auch, dass die Speicher am Ende des Winters wieder leer sind, in diesem Fall wirklich leer, weil wir das Gas verbrauchen.“ Dann heißt es schnell wieder sparen.
Das Ziel sind 95 Prozent bis November
Für den Winter strebt die Bundesregierung an, die Speicher bis Anfang November zu 95 Prozent gefüllt zu haben. Diese Gasmenge entspricht in etwa dem Gesamtverbrauch Deutschlands in den ersten beiden Monaten des Jahres 2022. Die Zwischenziele von 75 Prozent und 85 Prozent wurden Mitte August und Anfang September früher als geplant erreicht.
Gasspeicher dienen als Puffer für den Gasmarkt und sollen Schwankungen im Gasverbrauch ausgleichen. In der Regel sind sie gut gefüllt, wenn im Herbst die Heizperiode beginnt. An besonders kalten Tagen im Winter werden bis zu 60 Prozent des Gasverbrauchs durch Speicher gedeckt.
Gas aus Norwegen, Holland, Belgien
Um einen möglichen Komplettausfall der russischen Versorgung im Winter besser zu verkraften, will die Bundesregierung mit verschiedenen Maßnahmen möglichst hohe Werte zu Beginn der Heizperiode erreichen. Deutschland bezieht derzeit Erdgas über Pipelines aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien. Bis Ende des Jahres sollen die ersten beiden LNG-Entladeterminals an der deutschen Nordseeküste in Betrieb genommen werden.
Nach Angaben der Betreiber sind die Gasspeicher in der EU im Durchschnitt zu fast 86 Prozent gefüllt. EU-weite Vorschriften schreiben seit dem Frühjahr dieses Jahres vor, dass die Lagertanks bis zum 1. November zu 80 Prozent gefüllt sein müssen, ein Ziel, das bereits Ende August erreicht wurde. 18 Mitgliedstaaten verfügen über unterirdische Gasspeicheranlagen.
Deutschlands größter Speicher im niedersächsischen Reden hat derzeit eine Kapazität von fast 75 Prozent. Aufgrund einer geplanten Wartung dieses Lagers wurde seit vergangenem Montag keine weitere Einlagerung mehr durchgeführt. Die Wartungsarbeiten sollen bis nächsten Samstag andauern.
Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu mehr als 90 Prozent gefüllt
Alfred Schmidt, ARD Berlin, 20.09.2022 06:38 Uhr
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