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U-Ausschuss: Mit Steuerprüfer und Wallner während der Vorarlberg-Woche

Nachdem in den letzten Wochen Informanten aus dem Innen- und Justizdienst im Fokus standen, befasst sich der Untersuchungsausschuss der ÖVP nun mit Werbung und der Steueraffäre in Vorarlberg. Zu Beginn wird ein Großbetriebsprüfer befragt. Die Abgeordneten hoffen, dass der Kommissar hinter die Kulissen des Steuerverfahrens gegen den Vorarlberger Wirtschaftsbund blicken wird.

Im Raum stehen Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit Anzeigen in der Vorarlberger Wirtschaft der ÖVP sowie der Verdacht auf geheime Parteienfinanzierung. Zudem sollen die Steuern nicht ordnungsgemäß abgeführt worden sein, weshalb ein Finanzstrafverfahren bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch geführt wird. Zudem enthüllte Ö1 neue Details: Angeblich sollen die Vorarlberger Unternehmen nicht nur für Anzeigen in der Wirtschaftsbund-Zeitung bezahlt haben, sondern auch für redaktionelle Beiträge. Und offenbar gab es sogar Unterstützungszahlungen, ohne der Zeitung nachzukommen. Das geht aus Dokumenten hervor, die in Ö1 geleakt wurden.

die Stimmung ist heiß

Die ÖVP bezweifelt jedoch, dass der Vorarlberger Werbeskandal Gegenstand einer Untersuchungskommission des Bundes sein könnte. Die Vermutung, dass dies zu langwierigen Diskussionen über die Geschäftsordnung führen würde, bestätigte sich schnell. Nach der ersten Frage standen die bei Präsident Wolfgang Sobotka (ÖVP).

Die Stimmung heizte sich sofort auf, die ÖVP pochte gegen den Widerstand der Opposition darauf, keine Fragen zur Steuerursache zuzulassen. Innerhalb der ersten Stunde wurden drei Rankings durchgeführt. Letztlich wurde nur die Frage zugelassen, ob politische Einflussnahme auf die Wirtschaftsprüfer in Bezug auf Werbung bestand. Nein, antwortete der Informant. Nach Angaben des Finanzfahnders hatte er damals ein Verfahren, in dem versucht wurde, Einfluss zu nehmen. Aber solche Erfahrungen gab es im Zusammenhang mit dem Unternehmerverband nicht.

Wallner: Verleugnung oder Antworten?

Am Mittag wird der Vorarlberger Landeshauptmann Marcus Wallner befragt. Gegen ihn ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wegen des Verdachts der Vorteilsnahme. Laut einer eidesstattlichen Erklärung eines anonymen Unternehmers trat er der Wirtschaftsbund-Zeitung bei und bot im Gegenzug eine Prämie an. Wallner weist dies kategorisch zurück, es gilt die Unschuldsvermutung. Aufgrund laufender Ermittlungen kann Wallner jedoch die Beantwortung vieler Fragen verweigern.

eine Frage der Verantwortlichkeiten

Früher am Tag bestanden die NEOS darauf, dass Wallner für die Durchsetzung der Bundesgesetze durch die „indirekte Bundesverwaltung“ verantwortlich sei. Sie kann auch Weisungen erteilen, beispielsweise mit Betriebserlaubnissen. Daher könnte auch Wallner im Unterausschuss befragt werden. Die ÖVP habe „mit beiden Händen zugeschlagen, wo es Geld gab“, obwohl sie bereits über „unglaublich hohe“ Parteienfinanzierungen verfüge, so Fraktionschefin Stephanie Crispper, die heute von Gerald Locker, ihrem Parteikollegen aus Vorarlberg, erzählt wurde.

Der Vorsitzende der ÖVP-Bundestagsfraktion, Andreas Hanger, betonte, er habe mit dem Untersuchungsgegenstand auch über die mittelbare Bundesverwaltung nichts zu tun. In Vorarlberg kann eine gesonderte Kommission abgehalten werden. In Wien darf der U-Ausschuss nicht missbraucht werden, etwa von der Grünen-Abgeordneten Nina Tomaseli, die sich politisch einen Namen machen will. Laut Hanger wird das Komitee wieder zu einem politischen Tribunal.

Auch die SPÖ erwartet einen schwierigen Tag, zumal die ÖVP laut Fraktionschef Kai Jan Krainer keine Aufklärung will, sondern die Aufklärungsarbeit behindern will. Deshalb wurde in dem Fall bereits ein Schreiben an den Richter geschickt. Die Frage sei, wie sich Wallner verhalte – ob er sich hinter seinen ÖVP-Kollegen verstecke oder zur Transparenz beitrage, sagte Krainer.

Bruner wird im Ausschuss erwartet

Der frühere Wirtschaftsbund-Chef Jürgen Kessler sagte seinen Besuch aus gesundheitlichen Gründen ab. FPÖ-Fraktionschef Christian Hafenecker zeigte sich enttäuscht, Kessler sei „Thomas Schmidt vom Bodensee“. Hafenecker sagte, er wolle noch einmal versuchen, Kessler zu verladen. Da Ihnen die Ereignisse in Vorarlberg „die Haare zu Berge standen“, hieß es „Kasknöpfle-Camorra“.

Morgen wird unter anderem Finanzminister Magnus Bruner (ÖVP) zum Informanten ernannt. Der Vorarlberger selbst war ehemaliger politischer Vorstand des Wirtschaftsbundes.