Germany

U-Ausschuss: Unternehmer Rauch kommt nicht mehr in Frage

Auch Saftmacher Jürgen Rauch war am späteren Nachmittag zunächst in den Unterausschuss geladen. Aber da es schon spät war, wurde sein Verhör zurückgehalten. Bei Rauch wäre die Doppelrolle besonders interessant. Er ist nicht nur Mitarbeiter des Wirtschaftsverbandes, sondern auch Unternehmer selbst. Seine Fruchtsaftfirma hat immer wieder im Wirtschaftsbund annonciert.

Die Befragung des Wirtschaftsprüfers geht weiter

Die Befragung eines weiteren Prüfers für Großunternehmen im ÖVP-U-Ausschuss dauert noch an. Er ist ein Kollege des Beamten, der am Mittwoch vor dem U-Ausschuss stand. Der Informant bekleidet eine hohe Position im Finanzamt für Betriebsprüfungen von Großunternehmen und muss Abgeordneten Auskunft zu verschiedenen Steuerfragen geben – mehr dazu auf ORF.at.

Bruner schließt Werbekämpfe aus

Finanzminister Magnus Bruner (ÖVP) hat im U-Ausschuss der ÖVP zur Werbeaffäre in Vorarlberg ausgesagt. Er könne ausschließen, dass er selbst Werbefirmen der Wirtschaftsbund-Zeitung angesprochen habe.

Ohne Kenntnis von Anzeigen in der Wirtschaftsbund-Zeitung habe Brunner „keine Ahnung“ von Gründen gehabt, die schon am Vortag ein Problem gewesen seien, etwa der Steuerfall um die Vorarlberger Illwerke. Er könne nicht beurteilen, ob Vorarlberg gegen Werbung in der Wirtschaftsbund-Zeitung eine Gewerbeberechtigung habe und auch nicht in deren Zuständigkeit liege, solche Anzeigen zu schalten.

ORF.at/Peter Pfeiffer

Dass der Wirtschaftsbund „Vorarlberger Wirtschaft“ über die Jahre eine äußerst aktive Werbung entwickelt habe, sei ihm laut Bruner nicht aufgefallen. Er selbst sei als Staatssekretär in der Redaktion der Zeitung aufgetreten, so Hafenecker in 13 „Urlaubsartikeln“ von insgesamt 16 im Jahr 2020. Dies sei geschehen, als der Vorarlberger Regierungsmitglied wurde, sagte Bruner. Er hat nichts dafür bezahlt. Bruner hatte auch “keine Ahnung” von angeblichen Geldflüssen von Unternehmen ohne entsprechende Anzeigen im Gegenzug.

Bruner könnte geklebte Bären bekommen

Er selbst habe kein Geld vom Wirtschaftsverein bekommen: „Ich bin Mitglied im Wirtschaftsverein, wenn es Essen war oder wenn ich auf einer Veranstaltung war, ja, schon. Aber ohne Zuschüsse oder Geldleistungen“, sagt Bruner. Vor rund zehn Jahren zahlte ihm der Wirtschaftsbund das Porto dafür, dass er im Wahlkampf bis zu 150 Menschen, möglicherweise geklebte Bären, zur Verteilung schickte. Er selbst hat Unternehmer jedenfalls nie auf die Möglichkeit der Anzeige in der Zeitung aufmerksam gemacht. Wie viele Anzeigen in die Zeitung gelangten, weiß er nicht.