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Überraschungsbesuch in der Ukraine: Baerbock zum zweiten Mal seit Kriegsbeginn in Kiew

Ausland Ein Überraschungsbesuch in der Ukraine

Baerbock zum zweiten Mal seit Kriegsbeginn in Kiew

Stand: 09:09 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Außenminister Berbok reiste zum zweiten Mal nach Kiew

Außenministerin Analena Berbok traf zu einem zweiten Besuch in Kiew ein. Unter anderem soll es um weitere Rüstungslieferungen gehen. WELT-Reporter Max Hermes aus Saporischschja berichtet über die neuesten Entwicklungen.

Annalena Baerbock reiste nach Kiew. Sie wolle zeigen, dass Deutschland die Ukraine weiter unterstütze, “solange es notwendig ist”, sagte der Außenminister bei seiner Ankunft. Die Reise ist aber auch ein innenpolitisches Signal – die Deutschen dürfen keine Anzeichen von Kriegsmüdigkeit zeigen.

Außenministerin Analena Berbok reiste erneut nach Kiew. Sie wolle zeigen, “dass wir die Ukraine so lange wie nötig unterstützen werden – mit Waffenlieferungen, mit humanitärer und finanzieller Unterstützung”, sagte sie am Samstagmorgen bei ihrer Ankunft.

Mit dem Besuch will der Grünen-Politiker auch ein Zeichen gegen die drohende Kriegsmüdigkeit in Deutschland setzen. „Mir ist klar, dass Putin darauf setzt, dass wir es satt haben, mit dem Leid der Ukraine zu sympathisieren“, sagte sie. “Er glaubt, er könne unsere Gesellschaften mit Lügen spalten und uns mit Energielieferungen erpressen.” Und dass es unsere Energie rauben kann, uns gegen diesen brutalen Angriff auf die Werte von uns allen zu wehren.

Annalena Baerbock kommt mit ihren Begleitern im Zug nach Kiew

Quelle: dpa/Michael Fischer

Diese Darstellung Putins soll und wird nicht gelingen. „Weil ganz Europa weiß, dass die Ukraine unsere friedliche Ordnung verteidigt.

Mit dem Sonderzug in die Ukraine

Der Grünen-Politiker reiste am Samstagabend mit einem Sonderzug und einer kleinen Delegation aus Polen nach Kiew. Der Luftraum über der Ukraine ist seit Kriegsbeginn gesperrt. In Kiew will Baerbock unter anderem Gespräche mit Außenminister Dmytro Kuleba führen. Der Rest des Programms wurde aus Sicherheitsgründen zunächst geheim gehalten.

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Bei seiner Ankunft erinnerte sich Baerbock daran, dass die Ukrainer mehr als sechs Monate gegen die russischen Invasoren gekämpft hatten. In dieser schrecklichen Zeit zwischen Hoffen und Bangen vertrauten auch die Menschen in der Ukraine auf die Hilfe Deutschlands. „Ich bin heute nach Kiew gereist, um zu zeigen, dass sie sich weiterhin auf uns verlassen können.

Ukrainer wollen Panzer

Berbock nannte zwei konkrete Themen, die ihr bei dem Besuch wichtig waren: Deutsche Minenräumungshilfe und Unterstützung bei der Aufarbeitung von Kriegsverbrechen. Ihre ukrainischen Gesprächspartner werden wahrscheinlich ihre Forderungen nach schweren Waffen wiederholen. Bei seinem Besuch in Deutschland in der vergangenen Woche hat Ministerpräsident Dennis Schmihal Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) um die Lieferung der deutschen Kampfpanzer Leopard 2 gebeten.

Scholz betonte dann, Deutschland wolle sich auf die Bereitstellung von Luftverteidigungs- und Artilleriesystemen konzentrieren – und vor allem nicht alleine. Bisher hat kein anderer Nato-Verbündeter Kampfpanzer nach westlichem Vorbild in die Ukraine geschickt.

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Die Bundesregierung hat bereits Waffen im Wert von 734 Millionen Euro an die Ukraine geliefert oder zugesagt, darunter einige schwere Waffen: zehn Panzerhaubitze 2000 schwere Artilleriegeschütze, 15 Flugabwehrpanzer, drei Raketenwerfer und drei gepanzerte Rettungsfahrzeuge. Auch die Lieferung von vier Iris-T-Luftverteidigungssystemen ist geplant.

Auf einer internationalen Konferenz auf dem US-Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein hat Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) jedoch von weiteren schweren Waffenverpflichtungen Abstand genommen.