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Umfragen: WKStA prüft Anfangsverdacht gegen SPÖ-Vertreter

Die Meinungsforscherin Sabine Beinshab machte im Februar mit ihrer Stellungnahme gegenüber der Staatsanwaltschaft zu den veränderten Umfrageergebnissen Schlagzeilen. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Umfragen zugunsten der ÖVP, die vom Finanzministerium bezahlt wurden. Doch nun könnten ihre Aussagen auch zu Ermittlungen gegen ehemalige SPÖ-Funktionäre führen. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) führt seit Montag eine neue Akte und geht dem Anfangsverdacht der Täuschung nach.

WKStA listet vier ehemalige Spitzenpolitiker der Bundes-SPÖ aus der Zeit Werner Faymanns auf, wie berichtet. Unter ihnen waren der damalige Staatssekretär Josef Ostermeier und der ehemalige Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos. Mit dabei war auch die ehemalige Soziologin und ÖVP-Ministerin Sophie Karmasin. Das geht aus einem Hinweis auf dem in Ö1 abgelaufenen Genehmigungsformular der Staatsanwaltschaft hervor. Die WKStA bestätigte, dass dem Anfangsverdacht nachgegangen und eine geschlossene Akte angelegt wurde, derzeit aber niemand als Verdächtiger oder Beschuldigter genannt wird.

Auf der Spur der Finanzierung

Der Hinweis auf ein mögliches kriminelles Verhalten stammt laut Ö1 aus einer Aussage von Beinschab: Das erste Angebot, das sie an die SPÖ sah – rund 22.000 Euro – ging 2009 an Bundeskanzleramtsstaatssekretär Ostermeier.

Die Überschrift: „Ein neues Barometer der Politiker- und Parteipräferenzen zu diesem Thema.“ Würde das Bundeskanzleramt Parteienbefragungen bezahlen, käme es zu ähnlichen Gebühren wie beim Verdacht des Vertrauensbruchs in die ÖVP. Es handelt sich um Erhebungen und Studien im Auftrag des Finanzministeriums – teilweise zugunsten der ÖVP – aber mit einem Gesamtvolumen von fast 600.000 Euro.

Josef Ostermeier sagte gegenüber Ö1, er habe ein reines Gewissen, sei nicht für Ermittlungen zuständig, und das Bundeskanzleramt habe seines Wissens nach auch geprüft, ob solche Anordnungen ergangen seien – und nichts gefunden. Rechtsanwalt Johannes Zink, der den ehemaligen SPÖ-Wahlkampfchef Norbert Darabos vertritt, sagte: „Natürlich habe ich sofort Rücksprache mit meinen beiden Mandanten gehalten und beide bestreiten hier jegliches Fehlverhalten. Eine genaue Begründung des Verdachts liegt uns noch nicht vor. Natürlich haben wir sofort einen Antrag auf Akteneinsicht gestellt und meine beiden Mandanten haben mich angewiesen, mit den Ermittlungsbehörden vollumfänglich zusammenzuarbeiten, um diesen Sachverhalt so schnell wie möglich aufzuklären bzw. zu beseitigen.

Eventuell durch Verjährung

Dies gilt auch für eine andere Beinschaber-Aussage. Demnach wurden im Nationalratswahlkampf 2013 zwei Angebote für eine Studienreihe für 110.000 Euro an die SPÖ an das Carl-Renner-Institut, das Bildungsinstitut der SPÖ, umgeschrieben. Wenn ein Parteibildungsinstitut auch Umfragen für einen Wahlkampf bezahlt, wäre dies laut Ö1 laut Politikwissenschaftlern illegal. Aber die Anklagen beziehen sich auf Ereignisse zwischen neun und 13 Jahren.

„Angenommen, wir hätten hier im Jahr 2013 irgendwelche Straftaten vollbracht, wären die meisten Straftaten wohl inzwischen verjährt. Wenn es jemals eine gab“, sagte Rechtsanwalt Zink.

Karmasins Anwalt Norbert Wess spricht von einem Sturm im Wasserglas. Umfragen werden von Karmasin immer dem jeweiligen Kunden in Rechnung gestellt. Auch die SPÖ sagte unlängst: Anders als die ÖVP hat die SPÖ ihre eigenen Umfragen immer bezahlt.