Veröffentlicht4. September 2022, 07:57 Uhr
Umstrittene Tradition: 8 Tote und Hunderte Verletzte entfachen eine Debatte über Spaniens Stiertreiben
Bei der umstrittenen Stiertreiben in Spanien sind in diesem Jahr bereits acht Menschen ums Leben gekommen. Dies löste eine Debatte über die Sicherheit der Veranstaltungen aus.
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Acht Menschen sind in diesem Jahr bereits bei Stiertreiben in Spanien ums Leben gekommen. (Symbolbild)
REUTERS/Paul Hanna
Es gab über 380 Verwundete.
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Jetzt geht es in der öffentlichen Debatte weniger um den Tierschutz als vielmehr um die Sicherheit der Läufer.
REUTERS/Desmond Boylan
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In Spanien haben Todesfälle beim Stiertreiben eine öffentliche Debatte über die Sicherheit der Teilnehmer ausgelöst.
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Während Aktivisten die Veranstaltungen aus Tierschutzgründen verbieten wollen, geht es in der Debatte vor allem um die Sicherheit der Teilnehmer.
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Bis Ende November dieses Jahres werden landesweit etwa 9.000 der umstrittenen Veranstaltungen erwartet.
Bei tausenden Sommerfesten in Spanien laufen wagemutige Läufer vor dem mächtigen Vieh durch die Straßen, begleitet von jubelnden Zuschauern. Die Ereignisse haben bereits acht Menschen das Leben gekostet.
In Atançon, Kastilien-La Mancha, hatten Nachtschwärmer kürzlich einen leichten Ausrutscher. Niemand wurde getötet oder verletzt, als Läufer zu Fuß oder zu Pferd mit einem wütenden Stier zusammenstießen. Doch in der Kleinstadt Alalpardo, weniger als eine Autostunde entfernt, wurde letzte Woche ein 60-jähriger Mann von einem Bullen aufgespießt und getötet.
Eine Woche zuvor starb eine 73-jährige Französin, die regelmäßig Stierkämpfe besuchte, in der Stadt Beniarbeig in Alicante, nachdem sie in die Brust gestochen worden war. Bei anderen Feierlichkeiten in Valencia wurden sechs Männer erstochen und mehr als 380 Teilnehmer verletzt. Die Saison dauert bis November.
“Manche Menschen haben die Angst vor dem Stier verloren”
Die Behörden sind besorgt, aber auch ratlos, welche zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen weitere Vorfälle verhindern könnten. „Manche Menschen haben die Angst vor dem Stier verloren“, sagt José María Ángel, Leiter der Rettungsdienste in Aragon. Er fordert die Nachtschwärmer auf, vorsichtiger zu sein.
Die Vizepräsidentin der Regionalregierung von Valencia, Aitana Mas, lässt sogar die Möglichkeit einer Debatte über das Stiertreiben-Verbot offen. Die aktuelle Gesetzgebung reiche nicht aus, erklärt sie.
Nur wenige dieser Festivals wurden bisher abgesagt. Ein Dorf, das diesen Schritt gegangen ist, ist Tavernes de la Valldigna in Valencia an der Ostküste des Landes. Allerdings begründet der Bürgermeister die Absage nicht mit dem Schutz der Teilnehmer, sondern mit dem Schutz der Tiere.
Die Debatte dreht sich weniger um den Tierschutz
Die öffentliche Debatte in Spanien hat sich weitgehend auf laufende Todesfälle konzentriert. Aktivisten hingegen sorgen sich um den Tierschutz. Sie fordern ein komplettes Verbot von Veranstaltungen, bei denen Tiere zur Unterhaltung eingesetzt werden. Ihre Kritik richtet sich insbesondere gegen Feste, bei denen Tiere besonders gequält werden, wenn Watte auf Stierhörnern angezündet wird oder ein Tier ins Meer gejagt und dann wieder an Land gebracht wird.
Der Stierkampf in Pamplona ist weltberühmt
Im vergangenen Jahr fanden in Spanien rund 2.700 Stierkämpfe oder ähnliche Veranstaltungen statt. Bis Ende November dieses Jahres werden rund 9.000 Veranstaltungen erwartet.
Der berühmteste Stierkampf ist der in Pamplona, den der Nobelpreisträger Ernest Hemingway in seinem Roman Fiesta von 1926 verewigt hat: Dort gab es vor 13 Jahren ein Todesopfer. Allerdings unterscheiden sich die Sicherheitsvorkehrungen und die Professionalität der Läufer stark von denen der vielen kleineren Festivals in Spanien.
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(DSB/Stelle)
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