Germany

Union fordert Abschaffung der Gassteuer im Bundestag: „Schlechte Handwerkskunst“

Fällt die Gasrechnung immer noch aus? Die Unionsfraktion will sie im Bundestag herausfordern. Wirtschaftsminister Habek verteidigte sie vor Kritik.

Die Unionsfraktion im Bundestag möchte mit einem entsprechenden Vorschlag den umstrittenen Gaszuschlag abschaffen. Laut einem Spiegel-Bericht erklärt CDU-Energieexperte Thomas Heilmann, dass die Umlage teuer und unfair sei. Deshalb glaubt er, dass die Gebühr vor dem Bundesverfassungsgericht nicht Bestand haben wird, wenn dort ein Fall anhängig gemacht wird.

Auch Jens Spahn, Vizevorsitzender der Unionsfraktion, hat sich in seiner Kritik an der Gebühr ausgesprochen. „Die Gasumlage ist schlecht gemacht, und die Bürger sichern mit ihrer Steuer auch die Gewinne mancher Energiekonzerne.“ Das sei „Umverteilung von unten“, sagte Spahn.

Heilman: „Ich habe mich um 180 Grad in die falsche Richtung gedreht“

Heilman begründet seine Unzufriedenheit damit, dass alle Energiekonzerne, die Ersatzmengen für fehlende russische Lieferungen benötigen, unabhängig von wirtschaftlichen Schwierigkeiten entschädigt werden sollen. Gegenüber dem SPIEGEL erklärt er, Bundeswirtschaftsminister Habek habe in dieser Energiekrise einiges richtig gemacht. Bei der Gassteuerverordnung sei sie allerdings “um 180 Grad in die falsche Richtung gedreht” worden.

Die Gewerkschaft möchte, dass die Gebührenerhöhung im September von allen Abgeordneten abgestimmt wird. Tatsächlich wäre es möglich, die Verordnung auf diese Weise aufzuheben, aber eine Mehrheit der Abgeordneten müsste dafür stimmen. Mit dieser Mehrheit kommt zumindest die CDU nicht allein heraus. Mit dem Antrag schürt die Union auch Unstimmigkeiten in der Ampelpartei.