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Unternehmensinsolvenzen: Starker Anstieg der Insolvenzen im ersten Halbjahr

40 Prozent mehr Insolvenzen – eine Branche ist besonders betroffen

Nun hat die Pleitewelle die Schweiz endlich eingeholt

Die Zahl der Firmeninsolvenzen hat im ersten Halbjahr dieses Jahres stark zugenommen. Die dank Corona bisher ausgebliebenen Pleitewellen haben nun auch die Schweiz erreicht.

Gepostet: vor 36 Minuten

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Aktualisiert: vor 15 Minuten

Insgesamt 40 Prozent mehr Firmenpleiten im ersten Halbjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr, teilte der Wirtschaftsinformationsdienst Creditreform am Mittwoch mit. Selbst im Vergleich zum Durchschnitt der beiden Jahre vor Corona 2018 und 2019 entspricht dies einer Steigerung von zehn Prozent. Gerüchten zufolge holt jetzt auf, wer noch mit staatlichen Hilfen gegen das Coronavirus über die Runden kommen könnte.

Allerdings leiden nicht alle Branchen gleichermaßen: Die Insolvenzen in der Chemie- und Pharmabranche haben sich im Vergleich zu den Vorkrisenjahren 2018/19 mehr als verdreifacht. Ansonsten seien vor allem Dienstleistungsunternehmen betroffen, so Creditreform weiter. Hier gab es 40 Prozent mehr Insolvenzen.

Das liegt wohl auch daran, dass sich viele Start-ups in den ersten Betriebsjahren oft besonders schwer tun. „Wer mit der Regierungsflaute noch über die Runden kam, holt jetzt auf“, so die Studienautoren. Wenn das Geschäftsmodell nicht funktioniert, kommt eine langfristige Arbeit nicht in Frage.

Bemerkenswert ist auch, dass die Insolvenzen im ersten Halbjahr stabil blieben, sowohl in der Gastronomie mit einem Wachstum von 1,7 % als auch im Baugewerbe mit 3,3 %. Überraschend war auch, dass die Privatinsolvenzen sogar um neun Prozent zurückgingen. Möglich sei aber, dass die Verfahren gegen Privatpersonen “auf der langen Bank etwas verschoben” werden.

Die Insolvenzen werden im Gesamtjahr zunehmen

Insgesamt erwartet Creditreform für das Jahr 34 Prozent mehr Insolvenzen als im Vorjahr. Insbesondere das aktuelle Weltgeschehen gibt Anlass zur Sorge.

Während private Haushalte mit steigender Inflation zu kämpfen haben, leiden Unternehmen unter Lieferengpässen und gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten. Auch der starke Franken setzt viele Unternehmen unter Druck. Und die Pandemie ist noch nicht vorbei.

Mit 25.445 Neugründungen wurden 3,8 Prozent weniger Firmen ins Handelsregister eingetragen als im Vorjahr. Creditreform spricht aber weiterhin von „starker Dynamik“.

Insgesamt rechnet der Wirtschaftsinformationsdienst für 2022 mit rund 50.000 Neuanmeldungen wie im Vorjahr. Die Streichungen erfolgen auf Vorjahresniveau. Das Nettowachstum soll daher in diesem Jahr um 1,6 Prozent sinken. (SDA)

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