Für viele Urlauber stellt diese Einschränkung einen Handschuh der Sonderklasse dar. Momentan greift ein Politiker aus Wien-Favoriten durch.
Bulgarien ist vielen für den verstorbenen Hellseher oder ehemalige Spitzenfußballer wie Hristo Stoichkov bekannt. Doch für Österreicher, die es wagen, in die Türkei zu fahren, bereitet allein der Begriff EU-Staat Probleme, denn: An der bulgarischen Grenze werden Verkehrsteilnehmer gezwungen, ihre Autos zu „desinfizieren“ – auch gegen eine obligatorische Gebühr.
Drei Euro für „Desinfektion“ gegen Corona
Bulgarien ist seit 2007 Mitglied der Europäischen Union. Aber seit den 1990er Jahren haben die Bulgaren eine ziemlich seltsame Praxis – nämlich die etwas andere „Autowäsche“. Während in den USA das Waschen des eigenen Autos in Hollywoodfilmen mit glamourösen Damen dargestellt wird, sieht es in Osteuropa etwas hässlicher aus.
Dort werden die Autos mit Desinfektionsmittel besprüht – Pflicht für alle Grenzübertritte. Urlauber in der Türkei sind meist einseitig der Meinung: “Das ist Betrug pur.”
SP-Bezirksrat: „Das Auto ist schmutziger als vorher“
Muhammed Yuksek ist Bezirksrat in Wien-Favoriten. Seinen 10. Wiener Gemeindebezirk nennt er liebevoll „Chefbezirk“. Die Einwohner von Vientiane mit türkischer Emigranten-Herkunft kennen das bulgarische Waschen schon lange. Allzu oft wurde sein Auto und das Auto seiner Eltern versehentlich mit Wasser vollgepumpt.
Für einen Politiker der SPÖ ist der Ansatz keineswegs sauber: „So etwas ist lächerlich und leider das Thema Nummer 1 in der türkischen Community. Wenn Bulgarien auf den Euro setzt, sollte es lieber in Autobahnen investieren, dann eventuell Mautgebühren erheben“, so der Favoritner Bezirksrat. Das Schlimmste für Yuksek: „Wir zahlen angeblich für die Desinfektion, aber dann ist das Auto noch schmutziger als vorher.“
“Gut, dass sie keine Luft verlangen”
Die Wiener verstehen nicht, warum die Europäische Union solche Bräuche zulässt. Da diese Grenze überwiegend türkisch ist, vermuten einige Reisende eine bewusste Trennung zwischen Europäern und Türken. „Gut, dass sie auf dieser Strecke kein Geld für die Atemluft kassieren“, wütete der SPÖ-Landesrat im „Heute“-Gespräch.
Es ist nicht klar, wie lange Bulgarien beabsichtigt, diese Maßnahme fortzusetzen. Klar ist aber, dass viele Urlauber lieber heute als morgen mit dieser „Senke“ aufhören würden…
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Nav-Konto RCA-Zeit 27.08.2022, 18:30 | Akt: 27.08.2022, 18:38 Uhr
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