Stand: 29.04.2022 17:17 Uhr
Der frühere Tennisstar Boris Becker sitzt seit zwei Jahren und sechs Monaten im Gefängnis. Zuvor hatte die Jury den dreimaligen Wimbledon-Sieger unter anderem der Insolvenzverschleppung für schuldig befunden.
Ein Londoner Gericht hat den ehemaligen Tennisstar Boris Becker zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, von denen er mindestens die Hälfte absitzen muss. Becker kann gegen das Urteil Berufung einlegen.
Becker wurde vor drei Wochen von einer Jury am Crown Court in Southwark in vier der 24 Anklagepunkte für schuldig befunden. Der ehemalige Spitzensportler hat in seinem Insolvenzverfahren ein Vermögen von mehr als einer Million Euro nicht offengelegt. Der 54-Jährige wies die Vorwürfe zurück.
Becker, der in London lebt, wurde 2017 vom Gericht für zahlungsunfähig erklärt und musste daraufhin sein Vermögen offenlegen.
Das Eigentum an der Liegenschaft in Leimen ist verschleiert
Die Richter kamen jedoch zu dem Schluss, dass Becker Eigentum an seiner Heimatstadt Lyman verschwiegen, große Summen illegal auf andere Konten überwiesen und Anteile an einem Unternehmen für künstliche Intelligenz zurückgehalten hatte.
Becker wurde in anderen Anklagepunkten freigesprochen, darunter der Pokal des sechsmaligen Grand-Slam-Siegers.
Staatsanwältin Rebecca Chackley hatte zuvor keine Verurteilung gefordert, sagte aber, sie glaube nicht, dass eine Bewährungsstrafe ausreiche. Dass Becker am Tag nach dem Konkursbeschluss hohe Summen überwiesen habe, käme laut Chackley einer Geldwäsche gleich.
Die Verteidigung forderte Verzeihung
Aber Beckers Anwalt Jonathan Leidlow forderte Gnade. Die Transfers waren Zahlungen an seine Ex-Frau und seine Frau Lily und seine unterhaltsberechtigten Kinder.
Leidlow gab zu, dass Becker gegen das Gesetz verstoßen hatte. Aber das ist kein ernster Fall. Sein Mandant war in einer verzweifelten finanziellen Situation.
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